AK: "Spesenkönig für die Banken"

23. April 2003, 18:10
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Arbeiterkammer kritisiert hohe Spesen für Fremdwährungskredite

Wien - "Können Sie sich einen Eurokredit nicht leisten, dann ist auch ein Fremdwährungskredit nichts für Sie", gibt die Arbeiterkammer (AK) in einer Aussendung vom Dienstag grundsätzlich zu bedenken. Fremdwährungskredite seien riskant und mit vergleichsweise hohen Spesen verbunden. Außerdem sind die Aussagen über die Renditen insbesondere bei Finanzberatern laut AK "derzeit unrealistisch".

Währungsrisiko

AK-Konsumentenschützer Harald Glatz spricht im Zusammenhang mit Fremdwährungskrediten von einem "Spesen-König für die Banken", während die Kreditnehmer "die Zeche zahlen". Jedenfalls sei eine ständige Beobachtung des Kursverlaufes angebracht, denn das Währungsrisiko könne den Kredit sehr verteuern - aber natürlich auch verbilligen. Glatz warnt vor höheren Kontoführungsgebühren von bis zu 100 Euro im Jahr im Vergleich zu Eurokrediten. Außerdem würden die Banken bei einem Währungswechsel oder vorzeitiger Rückzahlung so genannte "Switch-Spesen" verrechnen. Weiters würden sie auch für jede Fremdwährungszahlung zwischen 0,25 und 0,275 Prozent Devisenprovision vom überwiesenen Betrag kassieren.

Schwammige Klauseln

Die AK stößt sich auch an den Klauseln in den Kreditverträgen. Aus vielen Verträgen gehe gar nicht genau hervor, welche Devisenkurse konkret verrechnet werden. Das beinhalte "sehr viel Spielraum für ein Körberlgeld".

Prognostizierte Gewinne "unverbindlich"

Die von den Finanzberatern oftmals prognostizierten Gewinne seien in der Regel nicht garantiert, sondern unverbindlich. So würden Berechnungen mit einer "Superrendite" von 9 bis 12 Prozent das Risiko in sich bergen, dass die volle Höhe des aufhaftenden Kredits am Laufzeitende nicht mit den Erträgen der Fondspolizze zurückbezahlt werden kann. Und dies könne zu erheblichen Finanzierungslücken führen, warnt die AK. (APA)

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