China vergrößert Lebensraum der Pandas

22. April 2003, 11:56
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Fünf neue Korridore und fünf weitere Reservate bringen fast Verdoppelung der Fläche

Wien - Fünf neue Korridore und fünf weitere Reservate werden von Chinas Regierung als Schutzgebiete für die wild lebenden großen Pandas bestätigt. Damit vergrößere sich der Lebensraum der Bären in den Qinling Bergen von 184.000 Hektar auf 334.000 Hektar, berichtete der WWF in einer Aussendung.

"Wir können der chinesischen Regierung zu diesem großartigen Schritt nur gratulieren. Die Sicherung des Lebensraumes der Pandas und die Forschungsergebnisse vor Ort sowie aus Schönbrunn werden uns helfen, das Überleben des WWF-Wappentieres in der Wildnis zu sichern," freute sich WWF Artenschutzexperte Norbert Gerstl. Die Naturschützer ehren die Chinesen dafür mit einer ihrer höchsten Auszeichnungen, dem "Gift to the Earth". Weitere Erschließungen von neuen Lebensräumen seien für die nächsten Jahre geplant.

Schrumpfende Wildnis

In den Qinling Bergen leben etwa 20 Prozent der geschätzten 1.000 Pandas in freier Wildbahn. Dort ist der Mensch in den vergangenen Jahrzehnten durch Wald- und Landbewirtschaftung bis in die Lebensräume der Pandas vorgedrungen. Dadurch verkleinerte sich das Gebiet dieser scheuen Tiere drastisch. Durch Straßen, Siedlungen, Felder usw. wurde ihnen überdies die Möglichkeit verwehrt, in ein anderes Refugium zu wandern. Die neuen Korridore helfen, einzelne Areale miteinander zu verknüpfen und so den Lebensraum der Pandas zu vergrößern. Sie befinden sich in den Gebieten Caiziping, Houzhenzi, Dashuping, Erlangba und Jiuchiche.

Die fünf neuen Reservate mit insgesamt 87.000 Hektar sind das Motianling Reservat, Guanyinshan Reservat, Sangyuan Reservat, Ningshan Reservat und das Tianhuashan Reservat. Das interessanteste davon ist das Ningshan Reservat: Hier lebt eine kleine Gruppe von Pandas, die von anderen Pandapopulationen im Zentralbereich der Qinling Berge bisher völlig abgeschnitten war. Ihnen wird nun die Möglichkeit gegeben, wieder auf ihre Artgenossen zu stoßen. Das Schutzgebiet der Pandas wird sich mit der Erschließung neuer Reservate bis 2004 auf über eine halbe Million Hektar vergrößern. (APA)

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