Britischer Provider will irakisches Internet entwickeln

22. April 2003, 11:37
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Millionenerlöse aus Versteigerung von .iq-Domains - Man wolle allerdings keinen Profit schlagen

Der Wiederaufbau des Irak soll auch im Internet vorangetrieben werden. Die britische IT-Firma Onega will nach eigenen Angaben mit der Versteigerung von Domainnamen unter der für den Irak reservierten Top-Level-Domain (TLD) .iq Millionenbeträge erzielen, die für den Wiederaufbau der technischen Infrastruktur des Landes verwendet werden sollen. Das von Onega geleitete Komitee für den IT-Wiederaufbau des Irak (CITRI) könne mit der Versteigerung mehr als zehn Millionen Dollar (9,16 Milllionen Euro) erzielen, hieß es in einer in London verbreiterten Erklärung des Komitees.

Rechtslage

Derzeit liegen die Rechte an der irakischen TLD bei einer texanischen Internet-Firma, gegen deren Inhaber aber die US-Justiz wegen des Verdachts der Unterstützung von terroristischen Organisationen ermittelt. Laut CITRI laufen derzeit Verhandlungen über die Rückgabe der TLD-Rechte. Der Ausgang sei noch offen, aber es wäre "fast kriminell, diese Chance nicht zu nutzen", hieß es.

Ausschlusss

Klar ist, dass nur wenige Iraker unter den möglichen Gewinnern der Auktionen sein werden. CITRI argumentiert, dass die Versteigerungen dennoch ein legitimes Mittel seien, um dringend benötigte Hilfe für das vom Krieg zerstörte Land zu bringen. Die Nachfrage nach attraktiven Adressen wie etwa (at)high.iq wäre sicher hoch, heißt es bei CITRI.

Langfristiges

Allerdings seien zehn Millionen Dollar nicht viel angesichts der Milliardenerlöse, die aus der Ölindustrie fließen könnten. Langfristig sei geplant, die Rechte an .iq einer akademischen nicht-profitorientierten Organisation im Irak zurückzugeben. CITRI betont außerdem, dass man aus dem Projekt keinerlei Profit schlagen wolle. Auch Beziehungen zur britischen Regierung gebe es nicht. (APA)

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Onega

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