Mutmaßlicher Heckenschütze von Washington gesteht mehrere Taten

22. April 2003, 10:57
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Anwälte des 17-jährigen Malvo werfen Polizei Manipulation von Geständnissen vor

Der jüngere der beiden mutmaßlichen Heckenschützen von Washington, der 17-jährige John Lee Malvo, hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu mehreren im zur Last gelegten Taten ein Geständnis abgelegt. Wie aus am Montag veröffentlichen Unterlagen hervorgeht, soll er bei Aussagen im November gelacht haben, als er sich an den Tod einer FBI-Mitarbeiterin erinnerte, der er in den Kopf schoss.

Amüsiert zeigte er sich demnach auch über die Reaktion eines Jugendlichen, den er knapp verfehlt hatte, und der die an seinem Kopf vorbei fliegende Kugel wohl für ein Insekt gehalten hatte.

Vorwurf der Manipulation

Malvos Anwälte werfen der Polizei vor, Geständnisse über seine Rolle bei der Mordserie im vergangenen Jahr manipuliert zu haben. Seine Anwälte seien nicht anwesend gewesen und ihr Mandant habe zuvor deutlich gemacht, dass er nicht über die Taten sprechen wolle. Eine Anhörung zu den von beiden Seiten als wichtig für den Prozess eingestuften Geständnissen soll am 28. April stattfinden.

Malvo und der 42-jährige John Allen Muhammad sollen im vergangenen Jahr in den US-Staaten Alabama, Georgia, Louisiana, Maryland, Virginia und der Hauptstadt Washington 13 Menschen erschossen haben. Den beiden Verdächtigen wird getrennt der Prozess gemacht. Ihnen droht beiden die Todesstrafe. (APA/AP)

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