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vergrößern 800x184Wien - Martin Auer sieht, dass an teurerem Brot und Gebäck kein Weg vorbeiführt. Steige der Preis für Weizen so massiv und nachhaltig wie kolportiert (siehe auch Achterbahnfahrt bei Agrarrohstoffen), ziehe das auch die Kosten anderer Rohstoffe von Saaten über Eier bis zur Milch nach oben. Wie er hätten viele gewerbliche Bäcker die Preise in den vergangenen Jahren nicht erhöht. Aber nun müsse es Anpassungen geben.
Auer verkauft sein Brot von der Steiermark aus in 36 Filialen. Der Wiener Kurt Mann kommt auf gut 70 Standorte. Vier Jahre lang habe er seine Preise stabil gehalten und alle Lohnerhöhungen geschluckt, sagt er. Mittlerweile sei er aber je-de Woche mit um acht bis 20 Prozent teureren Rohstoffen konfrontiert, ob nun bei Mehl, Kakao oder Butter. "So was hält keiner durch, irgendwann geht das nicht mehr." Das sei auch den Lebensmittelketten bewusst. Er warte nur noch die neuen Anpassungen bei Mehl und Gehältern ab. Ob er die Preise anheben werde? "Zu 90 Prozent ja."
Wolfgang Maurer, Obmann der Bäko Österreich, die als Einkaufsgenossenschaft tausende Betriebe mit Rohstoff versorgt, spricht von einer Verteuerung von Brot und Gebäck im Herbst von fünf Prozent, das sei die Untergrenze. Viele Bäcker hätten höhere Personalkosten bisher abfedern können. Doch die Preisentwicklung rundum erlaube das nicht mehr. Kürbiskerne etwa würden "fast wie Gold" gehandelt, klagt ein Lieferant. Auch bei Fetten, Zucker, Früchten gehe es bergauf. "Bisher ließ der Markt höhere Brotpreise aber nicht zu."
Blank liegende Nerven
In der Lebensmittelbranche liegen aufgrund der Preishausse an den internationalen Rohstoffbörsen viele Nerven blank. Denn die Kosten für die Tonne Weizen sind an den Terminbörsen in Paris und Chicago im Juli um 50 Prozent gestiegen. Durch Fakten begründen lässt sich die Hausse nicht, es regiert Panik und nährt Spekulation.
Die Angst wurzelt in der Annahme, dass Russlands Getreideernte noch schwächer ausfällt als prognostiziert. Zumal es auch Einbußen in Kornkammern der Ukraine und Kasachstan gibt. Staatliche Exportstopps lassen die Preise sofort nach oben schnellen - selbst wenn die Lager voll sind und von Engpässen keine Spur ist. Auch Österreich sei mit Getreide überversorgt. Man könne heuer alle Märkte bedienen, die Ernte falle zwar geringer aus als erwartet, dafür sei die Qualität höher, sagt Günter Rohrer, Referatsleiter der Landwirtschaftskammer.
Die Panik sei nicht berechtigt, glaubt Ernst Gauhs, Experte der Raiffeisen Ware Austria, dennoch wirke sie sich sofort auf Österreich aus. Das Kursblatt der Landwirtschaftlichen Börse Wien wies für Qualitätsweizen Ende Juli Preise von 167 bis 171 Euro je Tonne aus. Ein Jahr zuvor wurde sie um rund 140 Euro gehandelt. Gestern, Mittwoch, zog der Preis noch einmal spürbar an. Josef Dietrich, Präsident der Börse, ist überzeugt, dass er nicht so bald auf das niedrigere Niveau der vergangenen Jahre zurückkehren werde. Zu viel Nervosität liege derzeit in den Märkten.
Rohstoffgetriebener Mehlpreis
Knapp 80 Prozent des Mehlpreises ist rohstoffgetrieben, eine Verteuerung liegt für Experten auf der Hand. Der Mehlanteil in Brot und Semmel ist aber gering und macht nur zwei bis vier Prozent der Gesamtkosten aus. Steige der Getreidepreis um ein Fünftel, dürfte sich ein Zwei-Euro-Brot eigentlich nur um einen Cent verteuern, rechnet Rohrer vor. Es sei daher unseriös, von teurerem Getreide auf teurere Backwaren zu schließen, sagt der Bundesinnungschef der Lebensmittelgewerbe, Reinhard Kainz.
Die Vergangenheit habe gezeigt, dass die Preishausse an Rohstoffmärkten, wenn überhaupt, erst sehr spät bei den Verbrauchern ankomme, sagt Franz Sinabell, Agrarexperte des Wifo. Sie werde gern genutzt, um Teuerungen durchzusetzen, die bei wieder billigerem Rohstoff nicht revidiert würden.
Laut KMU-Forschung entfallen 44 Prozent der Kosten im Bäckergewerbe aufs Personal, 32 auf die Rohstoffe. 70 Prozent der Betriebe verbuchten stabile bis wachsende Umsätze. Großbäcker Kurt Mann sieht in der Branche aber nur Gewinnmargen von fünf Prozent. (Verena Kainrath, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.8.2010)
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http://derstandard.at/127733932... es-Handels
ZItat: "Branchenkenner sehen in der im Handel frisch Aufgebackenen die wahre Cashcow. Zwei Cent kostet das Getreide für ein Stück, für Bio sind es drei Cent. Ein Teigling ist um neun Cent zu haben. Um sieben gibt es ihn aus Deutschland - Ölz holt Teiglinge etwa von Harry Brot für eine Handelskette nach Österreich. In den Supermärkten liegen sie letztlich meist um gut 33 Cent im Feinkostregal. Und das ergibt Aufschläge von mehr als 200 Prozent, mit denen gerne andere Sparten querfinanziert werden."
Wozu braucht es da bitte bei der Abzocke von Backwaren noch eine Preiserhöhung?
So etwas muss sich nicht herumsprechen. Früher wusste das jeder. Dank RTL und PRO7 wird es auch bei uns immer üblicher, norddeutsche Mundart zu verwenden. Besseres Deutsch ist es deswegen aber trotzdem nicht. Schade ist nur, dass auch Journalisten so schlechtes Deutsch verwenden. :-(
Schon amüsant zu lesen wie hier der große Aufschrei durch die Zeitung geht "Alles wird teurer", "Bäcker sind Abzocker",... Ich möchte mal wissen wo ihr liebe Poster euer Brot kauft? Bäcker oder doch Supermarkt bzw. Hofer, Lidl und Co? Natürlich würde hier jeder dieser Poster auf eine Gehaltserhöhung zu Gunsten der Allgemeinheit verzichten! Es scheint wohl keinem bewusst zu sein, dass man gutes Brot bzw. Semmeler nicht für 70 Ct für 10 Stück bekommt! Ich meine wo leben manche Leute? 1000ende von Euros für Audi, Mercedes und BMW ausgeben aber zu geizig für gutes Brot und dann auch noch jammern wenn der billig Dreck eine geringe Preiserhöhung durchdrückt!
Ich kenne keinen Bäcker der ein Konto auf den Cayman Islands benötigt!
Dank The Brain79- Durchschnittseinkommen Brutto 2000,-€, verbleibt ein Nettoeinkommen von rund 1400,-€ und was soll da die Handyrechnung mit 2%?
Aber jezt warte ich ja nurmehr auf die Neiddebatte,die immer dann einsezt wenn den Schröpfenden die Argumente ausgehen.
Und warum müssen bzw. mussten so viele Kleinbäckerein ihre Geschäfte schließen? Warum kämpft der Beruf Bäcker mit Nachwuchsproblemen?
Wenn ihre Rechnung stimmen würde, dann würden die oben genannten Punkte nicht zu treffen. Denn ein sichere Arbeitsplatz und ein relativ gutes Einkommen von 2000,- EUR ist doch wonach ein Österreicher strebt.
Ich bin kein Interessenvertreter der Bäcker, sondern ein "leckeres" Brot Liebhaber und Beschäftigter in einer völlig anderen Branche.
Weil die Angst vor dem dick werden umging. Erst
Herr Schuster von IBM hat entdeckt (wahrscheinlich in Frankreich) dass Brot besser als "Kaisersemmeln" sein kann,hat Anker gekauft und damit die ganze Bäckergilde aus seiner langjährigen Letargie gerissen und vergessen gemacht dass 1kg Weissbrot 2600 kcal. (Tagesbedarf ca 1800kcal-2700 kcal je nach Alter) hat. Lecker!
Übrigens hat in Frankreich ein Barguette 33,3 g und kosten einen Bruchteil von dem in Österreich. Aber das sind geschäfte von denen sie ja nichts hören wollen, hauptsache es ist lecker.
Absolut richtig!
Ein selbstständiger, kleiner Bäcker in meiner Verwandtschaft hat mir mal gesagt, dass es billiger für ihn wäre, wenn er sich vom Hofer die 1kg "Bio-Mehl" aus Ungarn kaufen würd anstatt direkt von einer lokalen Mühle. Aber er versucht sich eben durch lokal produzierte Ware aus Rohstoffen aus der Umgebung von den Discountern abzuheben. Was aber in letzter Zeit immer schlechter funktioniert. Warum fällt mir jetzt auch auf wenn ich so dieses Forum lese.... aber dafür schön bei den Ölpest Artikeln gegen die Ölmultis wettern anstatt ganz klein bei sich selbst anzufangen.
zum nachrechnen. Es ist richtig brutto 2000,-€, sind ein relativ gutes Einkommen, zumindest statistisch sonst wäre es ja nicht das Durchschnittseinkommen.
Tatsächlich bleiben da ja wahrscheinlich nicht mehr als 1600,-€ netto (wenn überhaupt) übrig
Aber wenn jetzt z.B. das Einkommen netto 1000,-€/Monat beträgt, dann ist der Kilopreis 0,75%.wie lange können sie von 1Kg Weissbrot leben?
Viel erfolg
übrig bleiben bei einem einkommen von € 2.000.- brutto noch haargenau € 1.409,68.-
https://www.bmf.gv.at/service/A... oNetto.htm
Es gilt naürlich die Unschuldsvermutung, aber auch hier sehen die Staatsvertreter keinen Handlungsbedarf. Im dieswöchigen Profil ist über die Gewinnmarge bei Semmeln nachzulesen.Tatsächlich ist der Kilopreis bei Weissbrot, nimmt man z.B. Barquett (Billa) bei über 7€ Das muss man sich im Mund zergehenlassn- über 100,- S.das Mehl kostet sicher nicht mehr als 0,20€/Kg.ganz zu schweigen vom Kilopreis bei Semmeln.
Tatsächlich können sich die Kunden nur selbst helfen in dem sie nur das im Index enthaltene Brot kaufen (ca. 2€/Kg).Das ist zwar kaum zu essen, weil es bewusst schlecht gemacht wird, würde aber die Bäcker zwingen nach einiger Zeit auch mit den Preisen der anderen Backwaren hinunterzugehen. Es wäre nur einen Frage der Ausdauer.
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