Bäcker backen ab Herbst teurere Brötchen

Verena Kainrath
4. August 2010, 18:27

Bäcker klagen über eine Fülle von Mehrkosten und kündigen um zumindest fünf Prozent höhere Preise an

Wien - Martin Auer sieht, dass an teurerem Brot und Gebäck kein Weg vorbeiführt. Steige der Preis für Weizen so massiv und nachhaltig wie kolportiert (siehe auch Achterbahnfahrt bei Agrarrohstoffen), ziehe das auch die Kosten anderer Rohstoffe von Saaten über Eier bis zur Milch nach oben. Wie er hätten viele gewerbliche Bäcker die Preise in den vergangenen Jahren nicht erhöht. Aber nun müsse es Anpassungen geben.

Auer verkauft sein Brot von der Steiermark aus in 36 Filialen. Der Wiener Kurt Mann kommt auf gut 70 Standorte. Vier Jahre lang habe er seine Preise stabil gehalten und alle Lohnerhöhungen geschluckt, sagt er. Mittlerweile sei er aber je-de Woche mit um acht bis 20 Prozent teureren Rohstoffen konfrontiert, ob nun bei Mehl, Kakao oder Butter. "So was hält keiner durch, irgendwann geht das nicht mehr." Das sei auch den Lebensmittelketten bewusst. Er warte nur noch die neuen Anpassungen bei Mehl und Gehältern ab. Ob er die Preise anheben werde? "Zu 90 Prozent ja."

Wolfgang Maurer, Obmann der Bäko Österreich, die als Einkaufsgenossenschaft tausende Betriebe mit Rohstoff versorgt, spricht von einer Verteuerung von Brot und Gebäck im Herbst von fünf Prozent, das sei die Untergrenze. Viele Bäcker hätten höhere Personalkosten bisher abfedern können. Doch die Preisentwicklung rundum erlaube das nicht mehr. Kürbiskerne etwa würden "fast wie Gold" gehandelt, klagt ein Lieferant. Auch bei Fetten, Zucker, Früchten gehe es bergauf. "Bisher ließ der Markt höhere Brotpreise aber nicht zu."

Blank liegende Nerven

In der Lebensmittelbranche liegen aufgrund der Preishausse an den internationalen Rohstoffbörsen viele Nerven blank. Denn die Kosten für die Tonne Weizen sind an den Terminbörsen in Paris und Chicago im Juli um 50 Prozent gestiegen. Durch Fakten begründen lässt sich die Hausse nicht, es regiert Panik und nährt Spekulation.

Die Angst wurzelt in der Annahme, dass Russlands Getreideernte noch schwächer ausfällt als prognostiziert. Zumal es auch Einbußen in Kornkammern der Ukraine und Kasachstan gibt. Staatliche Exportstopps lassen die Preise sofort nach oben schnellen - selbst wenn die Lager voll sind und von Engpässen keine Spur ist. Auch Österreich sei mit Getreide überversorgt. Man könne heuer alle Märkte bedienen, die Ernte falle zwar geringer aus als erwartet, dafür sei die Qualität höher, sagt Günter Rohrer, Referatsleiter der Landwirtschaftskammer.

Die Panik sei nicht berechtigt, glaubt Ernst Gauhs, Experte der Raiffeisen Ware Austria, dennoch wirke sie sich sofort auf Österreich aus. Das Kursblatt der Landwirtschaftlichen Börse Wien wies für Qualitätsweizen Ende Juli Preise von 167 bis 171 Euro je Tonne aus. Ein Jahr zuvor wurde sie um rund 140 Euro gehandelt. Gestern, Mittwoch, zog der Preis noch einmal spürbar an. Josef Dietrich, Präsident der Börse, ist überzeugt, dass er nicht so bald auf das niedrigere Niveau der vergangenen Jahre zurückkehren werde. Zu viel Nervosität liege derzeit in den Märkten.

Rohstoffgetriebener Mehlpreis

Knapp 80 Prozent des Mehlpreises ist rohstoffgetrieben, eine Verteuerung liegt für Experten auf der Hand. Der Mehlanteil in Brot und Semmel ist aber gering und macht nur zwei bis vier Prozent der Gesamtkosten aus. Steige der Getreidepreis um ein Fünftel, dürfte sich ein Zwei-Euro-Brot eigentlich nur um einen Cent verteuern, rechnet Rohrer vor. Es sei daher unseriös, von teurerem Getreide auf teurere Backwaren zu schließen, sagt der Bundesinnungschef der Lebensmittelgewerbe, Reinhard Kainz.

Die Vergangenheit habe gezeigt, dass die Preishausse an Rohstoffmärkten, wenn überhaupt, erst sehr spät bei den Verbrauchern ankomme, sagt Franz Sinabell, Agrarexperte des Wifo. Sie werde gern genutzt, um Teuerungen durchzusetzen, die bei wieder billigerem Rohstoff nicht revidiert würden.

Laut KMU-Forschung entfallen 44 Prozent der Kosten im Bäckergewerbe aufs Personal, 32 auf die Rohstoffe. 70 Prozent der Betriebe verbuchten stabile bis wachsende Umsätze. Großbäcker Kurt Mann sieht in der Branche aber nur Gewinnmargen von fünf Prozent. (Verena Kainrath, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.8.2010)

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Klasse, jetzt hab ich einen Ohrwurm :D

Erinnert mich an die ÖBB-Preissteigerungen um einige "3%".

Innerhalb von 4 Jahren hat sich die Strecke die ich oft fahre von 3,60 auf 4,60 verteuert.

Linz-Wien um sechs Euro, von 25 auf über 31 (eine Strecke, eh klar). Das sind meiner Rechnung nach mehr als fünf Prozent.

erinnert mich an die Fahrschinpreiserhöhung (am Automaten) bei der Euroeinführung.

bei der Euroeinführung.

Bei der Euroeinführung wurde innerhalb eines Jahres praktisch alles um 37,6% teurer.

Man lese dazu

http://derstandard.at/127733932... es-Handels

ZItat: "Branchenkenner sehen in der im Handel frisch Aufgebackenen die wahre Cashcow. Zwei Cent kostet das Getreide für ein Stück, für Bio sind es drei Cent. Ein Teigling ist um neun Cent zu haben. Um sieben gibt es ihn aus Deutschland - Ölz holt Teiglinge etwa von Harry Brot für eine Handelskette nach Österreich. In den Supermärkten liegen sie letztlich meist um gut 33 Cent im Feinkostregal. Und das ergibt Aufschläge von mehr als 200 Prozent, mit denen gerne andere Sparten querfinanziert werden."

Wozu braucht es da bitte bei der Abzocke von Backwaren noch eine Preiserhöhung?

wir erleben es noch

kg brot 5 euro
wetten

Beim A bezahlt man für ein 1/2 Krustenbrot 2,30

Das ist allerdings "ganz normales Brot" ohne Schick-Schnack.Bei S&S sinds dann per Kg mehr als 5 €

Gibt es schon längst.

wär auch gut so. wer 50 eur in einen tank füllt, wird sich noch 5 eur für die eigene ernährung leisten können.

Und ab welchem Preis

k(s)aufen Sie einen Liter Diesel anstatt 5 Semmeln?

Aha und der der keinen Tank hat weil er sich weder den noch das dazugehörige Kfz leisten kann

zahlt auch 5€ ? Neid blendet!

grundsätzlich sind die Ausgaben für Ernährung zu gering, da geb ich Ihnen recht - ich frage mich allerdings was fetzt ÖVP und Banken damit zu tun haben?

hm

zu gering? geht's no...

man muss nicht tanken - aber man muss essen.

selnst SIE koennen sich nicht von zynismus ernaehren!

na toll

ich hab kein auto und finde umgerechnet 50,-ÖS für ein halbes kilo brot überteuert

wenn´s sehr gut ist, warum nicht. spezialbrote kosen auch jetzt schon 5 euro (auf den kilo gerechnet).

Vorher erleben wir noch die Piefkeschinesischen "Brötchen"

Dass dies hierzulande Semmeln heisst, hat sich offensichtlich noch nicht rumgesprochen. :-(

hm

heisst zwar weckerl aber brötchen ist doch ein wenig hanseatisch...

hm

die semmeln werden brötchen genannt meines wissens

Wenn sich das nicht herumgesprochen hat, dann heißt es womöglich auch gar nicht so?

So etwas muss sich nicht herumsprechen. Früher wusste das jeder. Dank RTL und PRO7 wird es auch bei uns immer üblicher, norddeutsche Mundart zu verwenden. Besseres Deutsch ist es deswegen aber trotzdem nicht. Schade ist nur, dass auch Journalisten so schlechtes Deutsch verwenden. :-(

"Geiz ist geil" - Eine perverse Welt

Schon amüsant zu lesen wie hier der große Aufschrei durch die Zeitung geht "Alles wird teurer", "Bäcker sind Abzocker",... Ich möchte mal wissen wo ihr liebe Poster euer Brot kauft? Bäcker oder doch Supermarkt bzw. Hofer, Lidl und Co? Natürlich würde hier jeder dieser Poster auf eine Gehaltserhöhung zu Gunsten der Allgemeinheit verzichten! Es scheint wohl keinem bewusst zu sein, dass man gutes Brot bzw. Semmeler nicht für 70 Ct für 10 Stück bekommt! Ich meine wo leben manche Leute? 1000ende von Euros für Audi, Mercedes und BMW ausgeben aber zu geizig für gutes Brot und dann auch noch jammern wenn der billig Dreck eine geringe Preiserhöhung durchdrückt!

Ich kenne keinen Bäcker der ein Konto auf den Cayman Islands benötigt!

Wie könnte ich es beim Bäcker kaufen, wo es doch fast keine mehr gibt? Und den Ring würde ich nicht als Bäcker bezeichnen, das ist ja auch eine böse Kette.

Was bitte hat das mit Autos zu tun ?

Ich hatte vor 25 Jahren ein Auto und bezahlte für eine Extrawurstsemmel 5 ats.
Heute habe ich auch ein Auto bezahle aber für eine Semmel (ohne Wurst) 0,35€
Konnen Sie mir den Zusammenhang erklären?

...

ich schon

1Kg Weissbrot 0,35% vom brutto Durchschnittseinkommen.(=2000 €/Monat)

Damit sie auch wissen von was wir sprechen (bezüglich perverser Welt).Aber sie sind sicher ein
Intereesensvertreter der Bäcker.

eine handyrechnung: 2% vom durchschnittseinkommen.

und das ist weder ein grundbedürfnis, noch bekommt es der eigene körper zur verdauung vorgesetzt.

aber das die wertigkeiten heutzutage a bisserl verschoben sind, ist mir schon klar.

1Kg Weissbrot 0,5 % vom netto-Durchschnittseinkommen!!!!!

Dank The Brain79- Durchschnittseinkommen Brutto 2000,-€, verbleibt ein Nettoeinkommen von rund 1400,-€ und was soll da die Handyrechnung mit 2%?
Aber jezt warte ich ja nurmehr auf die Neiddebatte,die immer dann einsezt wenn den Schröpfenden die Argumente ausgehen.

1Kg Brot- 0,35 % verstanden?

Und warum müssen bzw. mussten so viele Kleinbäckerein ihre Geschäfte schließen? Warum kämpft der Beruf Bäcker mit Nachwuchsproblemen?

Wenn ihre Rechnung stimmen würde, dann würden die oben genannten Punkte nicht zu treffen. Denn ein sichere Arbeitsplatz und ein relativ gutes Einkommen von 2000,- EUR ist doch wonach ein Österreicher strebt.

Ich bin kein Interessenvertreter der Bäcker, sondern ein "leckeres" Brot Liebhaber und Beschäftigter in einer völlig anderen Branche.

Und warum müssen bzw. mussten so viele Kleinbäckerein ihre Geschäfte schließen?

Weil die Angst vor dem dick werden umging. Erst
Herr Schuster von IBM hat entdeckt (wahrscheinlich in Frankreich) dass Brot besser als "Kaisersemmeln" sein kann,hat Anker gekauft und damit die ganze Bäckergilde aus seiner langjährigen Letargie gerissen und vergessen gemacht dass 1kg Weissbrot 2600 kcal. (Tagesbedarf ca 1800kcal-2700 kcal je nach Alter) hat. Lecker!
Übrigens hat in Frankreich ein Barguette 33,3 g und kosten einen Bruchteil von dem in Österreich. Aber das sind geschäfte von denen sie ja nichts hören wollen, hauptsache es ist lecker.

an dusan

"lecker" ist gar nichts.

verstehe ich Sie richtig: Sie mögen brot von anker?

wenn ja: tut mir leid, jetzt kann ich Sie nicht mehr ernst nehmen!

Absolut richtig!

Ein selbstständiger, kleiner Bäcker in meiner Verwandtschaft hat mir mal gesagt, dass es billiger für ihn wäre, wenn er sich vom Hofer die 1kg "Bio-Mehl" aus Ungarn kaufen würd anstatt direkt von einer lokalen Mühle. Aber er versucht sich eben durch lokal produzierte Ware aus Rohstoffen aus der Umgebung von den Discountern abzuheben. Was aber in letzter Zeit immer schlechter funktioniert. Warum fällt mir jetzt auch auf wenn ich so dieses Forum lese.... aber dafür schön bei den Ölpest Artikeln gegen die Ölmultis wettern anstatt ganz klein bei sich selbst anzufangen.

250g Barguette 1,80€ (und das ist das billige Weissbrot)

zum nachrechnen. Es ist richtig brutto 2000,-€, sind ein relativ gutes Einkommen, zumindest statistisch sonst wäre es ja nicht das Durchschnittseinkommen.
Tatsächlich bleiben da ja wahrscheinlich nicht mehr als 1600,-€ netto (wenn überhaupt) übrig
Aber wenn jetzt z.B. das Einkommen netto 1000,-€/Monat beträgt, dann ist der Kilopreis 0,75%.wie lange können sie von 1Kg Weissbrot leben?
Viel erfolg

so schauts aus

übrig bleiben bei einem einkommen von € 2.000.- brutto noch haargenau € 1.409,68.-

https://www.bmf.gv.at/service/A... oNetto.htm

"Bäcker backen ab Herbst teurere Brötchen"

Betrifft mich eh nicht, denn ich kaufen eh keine "Brötchen" - also kleine Schwarzbrote - sondern nur ganze normale 1-kg-Brote oder Semmeln oder Weißwecken!

Hmmmmmm, ein herbes Brötchen zum Wienerle mit Mostrich!

an wirtueller

wos?

backwerk

wird alle f.....
wenn ich mir so manchen ströck oder anker anschau, wo fünf leute hinter der pudel stehen und nix weitergeht

Hunde beim Anker?

Wieso dürfen Hunde beim Anker hinein?

Tja das ist sie

die Geiz ist Geil-Gesellschaft: Hauptsache billig, egal was für Schrott man in sich reinstopft.

aha

ich hab ja vergessen - bei uns is ois bio!

Das schaut verdammt nach Kartell aus.

Es gilt naürlich die Unschuldsvermutung, aber auch hier sehen die Staatsvertreter keinen Handlungsbedarf. Im dieswöchigen Profil ist über die Gewinnmarge bei Semmeln nachzulesen.Tatsächlich ist der Kilopreis bei Weissbrot, nimmt man z.B. Barquett (Billa) bei über 7€ Das muss man sich im Mund zergehenlassn- über 100,- S.das Mehl kostet sicher nicht mehr als 0,20€/Kg.ganz zu schweigen vom Kilopreis bei Semmeln.
Tatsächlich können sich die Kunden nur selbst helfen in dem sie nur das im Index enthaltene Brot kaufen (ca. 2€/Kg).Das ist zwar kaum zu essen, weil es bewusst schlecht gemacht wird, würde aber die Bäcker zwingen nach einiger Zeit auch mit den Preisen der anderen Backwaren hinunterzugehen. Es wäre nur einen Frage der Ausdauer.

Da habens die Griechen besser

Dort kosten ein Weissbrot 90 Cent.
2003 waren es noch 60.Weil der Staat den Preis festsetzt.Selbst der gierigste Minimarkt (der zuweilen 40 ct für ein 10er Pack Tachentücher verlangt) darf es nicht teurer verkaufen.

Weckerl, Semmel, Graham, Brot

aber nicht Brötchen. Bitte.

Wir können das gar nicht mehr fressen

was unsere Großbäcker produzieren. Aber dann schmeißen wir es halt weg.

Nein, die "Bäcker" selbst schmeißen es weg - bzw der Handel. Aber wir zahlen es mit den gekauften Sachen mit.

Daher auch Brotpreise von 3-4 Euros pro Kilo - schon jetzt.

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