Wer Parteispenden verheimlicht, soll zahlen

4. August 2010, 17:47

Parlamentsparteien sind sich einig: Spenden sollen für die Öffentlichkeit transparenter werden - Jetzt diskutieren sie über das Ausmaß der möglichen Sanktionen und darüber, wo Transparenz beginnt und wieder aufhört

Wien - "Absolute Transparenz in der österreichischen Parteienfinanzierung" , fordert die Wiener Grünen-Chefin Maria Vassilakou. Damit steht sie zum ersten Mal seit Jahren nicht alleine da. Alle fünf Parlamentsparteien - SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne und BZÖ - haben öffentlich angekündigt, mehr Transparenz in die Parteienfinanzierung und im Besonderen in die Parteispenden bringen zu wollen.

Etwa viermal hat sich die Arbeitsgruppe zur Gestaltung eines neuen Gesetzes mittlerweile getroffen. Im September soll der Gesetzestext ausgearbeitet und im Jänner 2011 - zeitgleich mit der Transparenzdatenbank - dann verabschiedet werden. Hierüber herrscht Konsens. Darüber, wo Transparenz beginnt und endet, jedoch weniger. Günther Kräuter, Bundesgeschäftsführer der SPÖ, will, dass die "Unsitte der anonymen Spenden endlich aufhört" .

Allerdings habe die SPÖ auch "keine Großspender" , erklärt er. Deswegen hätten die Sozialdemokraten im Jahr 2008 keine Spenden angegeben:"Wir haben schon so etwas wie Wahlfonds, aber die sind unabhängig." Genauso wie die Landesorganisationen, in deren Finanzen man "sich nicht einmischen wolle" . Generell sei es kein Problem, dass Parteien "Vermögen besäßen", sagt Kräuter. Das Gute aus seiner Sicht: dass sich "die ÖVP bewegt".

Fritz Kaltenegger, ÖVP-Generalsekretär, fordert, dass "es unbedingt mehr Transparenz und wirksamere Sanktionen geben muss". Diese dürfen sich nicht nur auf Spenden beziehen, sondern müssen "Licht in die gesamte Finanzpolitik bringen, auch in das Firmengeflecht der SPÖ und ihre Stiftungen". In der Frage, ob die Volkspartei bereit wäre, die internen Geldflüsse zwischen Bundespartei, Landesorganisationen und den drei Bünden offenzulegen, will er sich aber nicht festlegen.

FPÖ, Grüne und BZÖ sprechen sich für eine völlige Offenlegung der Parteifinanzen aus. Man wolle ein "Nackt-Scanning in Sachen Parteispenden", sagt FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl. Der "Parteispendenbegriff soll nicht auf eine Geldspende reduziert werden" . In einer Änderung sollen auch "Regelungen für Personal- und Sachspenden sowie etwas zur Verhinderung des Missbrauchs von Ministeriengeldern für Parteiwerbung enthalten sein" , fordert Kickl.

Auch bei möglichen Sanktionen sind die Parteien noch nicht auf einer Linie. Die Volkspartei will sich nicht festlegen, man wolle das zunächst "intern diskutieren". Kräuter kann sich Strafen in zwei- bis dreifacher Höhe des nichtdeklarierten Spendenbetrags vorstellen, wie das in Deutschland der Fall ist. Die Grünen und die FPÖ fordern zusätzlich weitere strafrechtliche Konsequenzen. Verbieten wollen beide Parteien außerdem sämtliche finanzielle Zuwendungen aus dem Ausland. (nik, DER STANDARD, Printausgabe, 5.8.2010)

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dejanowitsch
00
17.9.2010, 20:20
Das ist die FPÖ dann arm!

Und es kommt auch alles raus von wo man dass viele Geld für die werbungslügen her hat.
Bumm da werden sogar Zeitungen und die Industrie zittern!

Philbert Desanex
 
00
STAATLICHES Glücksspielmonopol: Jetzt hab´ ich begriffen!

Parteienfinanzierungs - BINGO

1. Eine Parteienspende wird "ausgespielt"

2a. Die Partei läßt sich nicht erwischen
Die nicht erwischte Partei kassiert alles.

2b. Die Partei läßt sich erwischen
Die erwischte Partei kriegt nix, der gespendete Betrag wird gleichmäßig auf die anderen Parteien verteilt.

Wird eine Partei während einer Spielrunde (= Legislaturperiode) nicht erwischt, kassiert sie automatisch einen Steuergelder-Superbonus.

BINGO!

khaleb
00
jaja, so transparent wie die "Nebenbezüge" der Abgeordneten

Firma X : Spende mehr als 5000 €
geh bitte, sicher nicht in Ösistan

Marlon62
04
Die Polit-Är***e kapieren es nicht:

Wir fordern nicht MEHR, sondern ABSOLUTE Transparenz!!

Edward NORTON
01
"Wer Parteispenden verheimlicht, soll zahlen"

Jetzt versteh ich was seinerzeit mit: "Ganze Männer machen halbe halbe!" gemeint war.

martin weiss
41
die rotkarrieristen sind da aber eher dagegen.

Eva Ulrich
02

Gerade die Roten haben mehr Transparenz gefordert. Das wurde bis jetzt immer von der ÖVP blockiert.

*QED*
11
Gefordert vielleicht schon!

Aber bei den anderen Parteien! Wie sind die Sozis
unter Gusenbauer so schnell Ihre horrenden Schulden
losgeworden?

Marlon62
24
Ich glaube,

Sie leiden an einer Störung des Kurzzeitgedächtnisses:
Als es um die Transparenzdatenbank ging, forderten die Roten im Gegenzug von den Schwarzen, dass auch die Parteispenden einbezogen werden sollten, worauf der Blade Sepp samt Crew emsig zurück ruderte.

martin weiss
01

unsinn.
alles muss am tisch.
der steuerzahler hat ein recht daruf zu erfahren wofür er zahlt.

Dr Hütte
01

Und wer überwacht das Ganze?

Brauchen wir dann noch mehr Beamte?

martin weiss
01

nein, das mache ich.
nur gegen aufwandsersatz (dienstkraftwagen, chauffeur, dienstwaffe..).

Marlon62
00
Hey,

da bin ich billiger. Auf die Krachn kann ich gerne verzichten.

martin weiss
01

sehr leichtsinnig.
und außerdem ist die verpflichtend in dem job.

delysid
04

CCTV, Nacktscanner, Pässe mit biometrischen Daten, Vorratsdatenspeicherung,...
Von den Bürgern wird VOLLSTE tRANSPARENZ VERLANGT, bis in intimste Bereiche!
Denn, wer nichts zu verbergen hat...
Darum: Offenlegung jedes Cents der an eine Partei fliesst.
Besser noch, wäre ein generelles Verbot von Parteispenden. Immerhin werden die Parteien ausreichend vom Steuerzahler gefördert.

Toni Blaher
 
07
Partein die Spenden nicht deklarieren

sollen gefälligst nach dem Mafiaparagraph verurteilt werden.

dasBeobachter.blogspot.com
01
wo hört transparenz in einer demokratie auf?

im privatbereich.
und politik ist öffentlichkeitsarbeit.

MetaM.
 
11
Es betrifft nicht nur Österreich, sondern eigentlich

ganz Europa. Die Verantwortung für diese ganzen Affären und Skandale sind hausgemacht und maßgeschneidert und finden lediglich dann endlich Gehör und Beachtung, wenn wirklich alle beteiligten international zu der gewichtigen Erkenntnis kommen mögen, daß dies so weiter nicht zu betreiben sei.
Ohne Grund und Motiv kommt es nicht soweit, solange die Kaste noch meint, in der win-win Position zu sein und mehr oder weniger alles weiterhinerfolgreich und straffrei verschleiern zu können.Tropfen für tropfen. Dies wir auch soweit gehen, bis der Krug bricht---
Doch was kommt dann? Womit spekuliert der Geld- und Politikadel denn, abgesehen von unserem Leben, den öffentlichen Geldern und dem immateriellen Schatz von menschlichem Vertrauen?

zwergleviathan
00
wenn der Krug bricht

spekulieren sie mit ihren eigenen Leben

aereo
04
Eiertanz

Wer war der VPler der vor 2 Tagen gemeint hat 'es sei genügend Transparenz gegeben'? Europareife Regeln gehören her.

Death 'n' Roll
144
Medien die Lügen verbreiten sollten auch Strafe zahlen!!!

trollvottel
012

Dann gäbs die Krone nicht mehr. Gute Idee :)

5
07
kannst eh klagen...

's koite Sopherl
03
des wird nix

mit den ganzen Verflechtungen, Neben- Ober- Unter- Haupt- und Zweitorganisationen, den ganzen parteinahen -fremden -irrelevanten etc (selber definieren) Organisationen, die sich alle größeren Parteien halten, gibts halt a Spende an jemanden, der nicht wirklich nicht zu einer Partei gehört und wo dann der Geldfluss mehr zu einem sumpfigen Gelddelta wird, das keiner mehr durchschaut. Alles Pflanzerei. Der Parteienfilz ist inzwischen so undurchdringbar geworden, dass Transparenz nur mehr a Hohn sein kann.

Eigentlich schad. Es gäb so viel wichtiges zu tun in Österreich!

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