Daxbacher hält nichts von Experimenten

4. August 2010, 14:58
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Nach dem 3:1-Erfolg bei Ruch Chorzow ist man in Wien-Favoriten vor allem darum bemüht, das Rück­spiel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen

Wien - Es müsste schon ein Fußball-Wunder passieren, dass der FK Austria Wien am Freitag (ab 13.00 Uhr) in Nyon bei der Europacup-Auslosung keine Rolle mehr spielt. Der Vizemeister geht am Donnerstag (20.30 Uhr/live ORF 1) gegen den polnischen Vertreter KS Ruch Chorzow mit einem 3:1 ins Drittrunden-Rückspiel der Qualifikation zur Europa League und sollte den Vorsprung vor eigenem Publikum über die Distanz bringen.

Zumal im Gegensatz zum 2:2 im "Geisterspiel" gegen NK Siroki Brijeg die Violetten auch wieder auf die Unterstützung ihres Anhangs bauen dürfen. Von Experimenten, den einen oder anderen vielleicht zu schonen, hält Karl Daxbacher nichts. "Wir werden natürlich ernst und konzentriert zur Sache gehen und versuchen, auf Sieg zu spielen", kündigte der Austria-Trainer unmissverständlich an.

Denn im Fußball sei alles möglich, daher werde man die Zügel nicht schleifen lassen. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an das Testspiel gegen SKU Amstetten in der Vorbereitung und das 4:3 auswärts gegen den LASK. "Wer hätte geglaubt, dass wir in Linz ein 3:0 noch fast verspielt hätten und gegen die Amstettener nicht gewinnen würden", mahnte der 57-Jährige.

"Wir müssen den Abschluss konsequenter suchen"

Zuletzt in Wr. Neustadt (0:0) hatten die Favoritner, die gut und schnell kombinieren, aufs Toreschießen vergessen. "Wir müssen den Abschluss konsequenter suchen, den letzten Druck vor dem Gehäuse verstärken", forderte der Feldherr, der anstelle des gesperrten Junuzovic im Mittelfeld wahrscheinlich Baumgartlinger aufbieten wird. Seinen sechs in den ÖFB-Teamkader berufenen Spielern machte Daxbacher ein Kompliment: "Durch ihre Leistungen sind sie ein Thema geworden. Das ist ein Zeichen, dass das honoriert wird."

Dass die Bäume nicht gleich in den Fußball-Himmel wachsen, dafür sorgt Thomas Parits vor der Partie gegen die Polen. "Wir dürfen uns nicht auf dem Resultat ausruhen. Das Spiel beginnt bei 0:0. Wir wollen unsere Serie mit 18 Pflichtspielen ohne Niederlage fortsetzten", meinte der Sport-AG-Vorstand. Roland Linz und Co. sind in der Liga 15 und im Europacup 3 Partien (14-4-0) ungeschlagen.

Es gebe schlechtere Ausgangspositionen, meinte Torjäger Roland Linz mit einem Augenzwinkern, um gleich wieder ernst zu werden: "Wir dürfen das Match keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Unser Anspruch ist es, im Herbst in der Gruppenphase mitzuspielen." Er, seine Mitspieler und die Fans würden nach zuletzt drei Auswärtsauftritten auf das Ruch-Spiel schon brennen, sagte der ÖFB-Teamheimkehrer, der in den ersten sechs Saisonspielen schon fünfmal getroffen hat.

Auch Neo-Veilchen Peter Hlinka will von einer "gmat'n Wiesn" nichts hören. "Ja, normal sollte nichts mehr passieren, aber ich habe in meiner Karriere schon zu viele verrückte Spiele erlebt. Wir müssen voll konzentriert an die Aufgabe herangehen, dann sollte es hoffentlich klappen", appellierte der 31-jährige Slowake. Wirtschafts-AG-Vorstand Markus Kraetschmer brachte es auf den Punkt. "Es geht nicht nur um die Austria, sondern auch für Österreichs Fußball um wichtige Punkte für die Europacup-Wertung."

Die Polen, die im fünften Quali-Spiel mit dem 1:3 ihre erste Niederlage (2-2-1) kassierten, kamen Freitagmittag mit dem Autobus in Wien an. Mit dabei ist auch der Slowake Gabor Straka, der im Hinspiel gesperrt war. Die Oberschlesier, die gemeinsam mit Gornik Zabrze (je 14-mal, zuletzt 1989) polnischer Rekordmeister sind, haben noch kein Liga-Spiel in den Beinen, da die Meisterschaft noch nicht begonnen hat. Die Truppe des 47-jährigen Trainers Waldemar Fornalik war in der vorigen Saison mit zwölf Punkten Rückstand auf Lech Posen und mit neun Zählern hinter Wisla Krakau Dritte. (APA)

 

Technische Daten und mögliche Aufstellungen für das Drittrunden-Rückspiel in der Qualifikation zur Fußball-Europa-League FK Austria Wien - Ruch Chrozow (Donnerstag, Horr-Stadion, 20.30 Uhr/live ORF 1, Schiedsrichter Pol van Boekel/Niederlande):

Austria: Lindner - Vorisek, Dragovic, Ortlechner, Suttner - Klein, Hlinka, Baumgartlinger, Liendl - Jun, Linz. Ersatz: Safar - Magreitter, Leovac, M. Wallner, Troyansky, Salomon, Schumacher

Fraglich: Schumacher (Oberschenkel-Probleme)

Es fehlt: Junuzovic (gesperrt), Acimovic (Knieverletzung), Stankovic (Mittelhandbruch), Almer (nicht im Kader)

Ruch: Pilarz - Nykiel, Grodzicki, Sadlok, Jakubowski - Grzyb, Malinowski, Pulkowski, Janoszka/Straka - Sobiech, Olszar. Ersatz: Perdijic - Stawarczyk, Zajac, Flis, Piech, Swierblewski, Bronowcki

Erstes Spiel: 1:3 (1:2). Tore: Pulkowski (4.) bzw. Linz (7.), Hlinka (43.), Jun (73.) 

Bisherige Spiele in der Qualifikation:

Austria Wien:

1. Runde: nicht dabei

2. Runde: 2:2 (h) und 1:0 (a) gegen NK Siroki Brijeg (BIH)

3. Runde: 3:1 (a) gegen Ruch Chorzow (POL)

Ruch Chorzow:

1. Runde: 2:1 (a) und 1:0 (h) gegen Schachtjor Karaganda (KAZ)

2. Runde: 1:1 (a) und 0:0 (h) gegen FC Valletta

3. Runde: 1:3 (h) gegen Austria Wien ~

Die Auslosung der vierten und letzten Runde der Qualifikation (Play-off) wird am Freitag in Nyon (Schweiz/13.30 Uhr)vorgenommen.

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    "Wir werden natürlich ernst und konzentriert zur Sache gehen und versuchen, auf Sieg zu spielen"

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