Umarow will doch "Emir vom Kaukasus" bleiben

4. August 2010, 14:37
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Tschetschenischer Rebell nimmt Rücktrittsankündigung zurück

Moskau - Der tschetschenische Rebellenführer und selbst ernannte "Emir vom Kaukasus", Doku Umarow, will entgegen eigener Ankündigungen seinen Posten nun doch behalten. "Angesichts der Situation im Kaukasus erachte ich es als unmöglich, mein Amt abzugeben", sagte Umarow in einem Video, das am Mittwoch auf mehreren den Rebellen nahestehenden Webseiten sowie dem Internetportal YouTube zu sehen war.

Umarow, der sich zu den Anschlägen auf die Moskauer U-Bahn Ende März bekannt hatte, machte damit einen Rückzieher von seiner zu Wochenbeginn gemachten Ankündigung, sein Mitstreiter Aslambek Wadalow solle neuer "Emir" werden.

Quelle: YouTube

Umarow gehört seit dem ersten Tschetschenien-Krieg 1994 zu den meistgesuchten Männern Russlands. Seine zuvor gemachte Ankündigung sei aufgehoben, sagte Umarow in dem neuen Video. Die Aufnahme zeigt den langbärtigen Rebellenführer in einer militärischen Tarnweste in einem Waldgebiet. Während des rund eineinhalbminütigen Videos stützt er den rechten Arm zeitweise auf dem Lauf eines Maschinengewehrs ab. Er erkläre, dass er gesund sei und "Allah dienen" und dessen "Feinde töten" könne, versicherte Umarow. Russische Medien hatten in den vergangenen Monaten wiederholt über schwere Erkrankungen, Verletzungen oder sogar den Tod Umarows spekuliert. In den beiden nun veröffentlichten Videobotschaften schien der "Emir vom Kaukasus" jedoch bei guter Gesundheit zu sein.

In dem am Montag ebenfalls im Internet veröffentlichten Video (siehe unten) hatte sich Umarow Seite an Seite mit seinem zu dem Zeitpunkt designierten Nachfolger Wadalow und einem weiteren Kämpfer gezeigt. "Ich bin müde", begründete der 46-Jährige darin seinen Rückzug von dem Führungsposten. Mit der Auto-Proklamation zum "Emir" war es Umarow 2007 gelungen, die verschiedenen Rebellionen in den russischen Kaukasus-Republiken wie Tschetschenien, Inguschetien und Dagestan mit dem Ziel zu vereinen, dort die Scharia einzuführen.

Quelle: YouTube

Experten sehen Umarow als Vordenker der Ausbreitung und islamischen Radikalisierung des Aufstandes im Kaukasus. In der verarmten Region mit vorwiegend muslimischer Bevölkerung werden regelmäßig Anschläge auf russische Soldaten und Vertreter der Regierung verübt. Das Kaukasus-Emirat steckte nach eigenem Bekenntnis hinter den Anschlägen auf die Moskauer U-Bahn Ende März, bei denen 40 Menschen starben. (APA)

  • Doku Umarow tritt vom Rücktritt zurück.
    foto: screenshot - youtube

    Doku Umarow tritt vom Rücktritt zurück.

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