Demonstranten stoppen Gedenkkreuz-Entfernung

5. August 2010, 12:16
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PiS-Anhänger gegen Pfadfinder und Priester

Etwa tausend Demonstranten haben am Dienstag erreicht, dass das Kreuz vor dem polnischen Präsidentenpalast in Warschau, das an das Flugzeugunglück bei Smolensk vom 10. April erinnert, auf seinem Platz bleibt.

Ursprünglich hätte es in die nah gelegene Kirche verlegt werden sollen. Eine Gruppe von fast 1.000 Gläubigen verhinderte jedoch den Abtransport des Kreuzes, das zum Gedenken an den Tod von Staatspräsident Lech Kaczynski und 95 weiteren Flugzeuginsassen aufgestellt worden war. 

Die Demonstranten, vor allem Anhänger der rechtskonservativen Oppositionspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit), verhinderten den Abtransport des Kreuzes, indem sie Pfadfindern und Priestern den Weg zum Kreuz verwehrten. Es kam zu einem Gedrängel vor dem Präsidentenpalast. Die Teilnehmer der Kundgebung, die neue Kreuze mitgebracht hatten, stimmten Gebete, Kirchengesänge und die polnische Nationalhymne an. Die Demonstranten verlangten außerdem ein Verhör von Gesundheitsministerin Ewa Kopacz, die die Obduktionen der Leichen in Moskau beaufsichtigt hatte, und riefen die Regierung zum Rücktritt auf.

Drängelnde Menschenmassen durchbrachen schließlich die Polizeisperre, woraufhin die Sicherheitskräfte Tränengas einsetzten. Nach einigen Minuten kündigte der Chef der Präsidialkanzlei, Jacek Michalowski, den Abbruch der Aktion zum Abtransports des Kreuzes aufgrund von "Verletzungsgefahr" an. 

Das über vier Meter hohe Holzkreuz wurde unmittelbar nach der Flugzeugkatastrophe von Pfadfindern aufgestellt. In den ersten Tagen nach dem Unglück war es von tausenden Grablichtern umgeben.

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    Trotz Großeinsatzes gelang es der Polizei nicht, das Gedenkkreuz abzutransportieren.

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