Aufregung um Rapsöl-Kampagne mit Ku Klux Klan-Kostümen

4. August 2010, 12:13
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Marketingchef: Inspiration aus katholischer Fastentradition

Eine geplante Informationskampagne über die Vorzüge einheimischen Rapsöls sorgt derzeit in Estland für Diskussionen. Bereits vor dem eigentlichen Start der Aktion des nationalen Lebensmittelverbandes waren im Internet Videos und Inserate aufgetaucht, in denen in Gelb gehüllte und maskierte Figuren im Stil der US-Rassistenorganisation Ku Klux Klan die "Geheimnisse" des heimatlichen Produktes anpreisen.

Nach heftiger Kritik entschuldigte sich der Verband am Montag in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme. Es sei "unmöglich" gewesen vorauszusehen, dass die Öffentlichkeit die Motive so eindeutig mit dem Ku Klux Klan assoziieren würde.

"Neutraler gestalten"

Verbandsdirektorin Sirje Potisepp kündigte am Dienstag an, die Kampagne, die kommende Woche offiziell beginnen soll, jetzt "neutraler zu gestalten" und einige Passagen und Motive heraus nehmen zu wollen. Sie distanzierte sich von jeglicher rassistischen oder Gewalt verherrlichender Botschaft.

Es sei vielmehr geplant gewesen, eine Assoziation zu den über Jahrhunderten gepflegten, Geheimnis bewahrenden Traditionen in religiösen Sekte mit ihren Brüderschaften, traditionellen Kleidern und Riten zu wecken, sagte Potisepp in der Online-Ausgabe der Tallinner Tageszeitung "Postimees".

Auch das kreative Mastermind hinter der Kampagne, Henri Jääger, zeigte sich angesichts der Reaktionen überrascht. Eine Inspirationsquelle sei vielmehr die "Semana Santa" in Spanien gewesen, wo die Teilnehmer an Prozessionen ähnliche Kostüme trügen. Es handle sich um eine "europäische Fastentradition", die sich im Laufe der Zeit in vielen katholische Länder ausgebreitet habe. (APA)

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