Vorwürfe gegen Veranstalter

4. August 2010, 13:51
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Von der Stadt beauftragtes Gutachten sieht keine Pflichtverletzungen auf Seiten der Kommune

Düsseldorf - Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger hat dem Veranstalter der Loveparade in Duisburg schwere Versäumnisse vorgeworfen. Nach derzeitigen Erkenntnissen habe er sein eigenes Sicherheitskonzept nicht umgesetzt, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im Innenausschuss des Landtages. "In Duisburg deutet einiges darauf hin, dass auf Veranstalterseite kommerzielle Erwägungen Leitlinie des Handelns waren."

Jäger versicherte, die Vorwürfe gegen die Polizei lückenlos aufklären zu lassen. "Ich werde aber nicht zulassen, dass die Polizei als Sündenbock für die Fehler und Versäumnisse Anderer herhalten muss".

Dem Veranstalter und der Stadt Duisburg warf Jäger vor, bei der Aufklärung der Ursachen für die Katastrophe auf der Loveparade nicht mitzuarbeiten. Es werde gemauert. Die von drei Fraktionen eingereichten Fragen an die Stadt Duisburg seien nicht beantwortet worden. Stattdessen sei eine 31-seitige anwaltliche Stellungnahme am späten Dienstagabend dem Innenministerium zugeleitet worden.

Oberbürgermeister Adolf Sauerland sichert in dem vorliegenden Papier zu, eine weitere rechtliche Stellungnahme in etwa drei Wochen abgeben zu wollen. Ausschussmitglieder kritisierten, dass die Fragen nicht beantwortet worden seien. Die Stadt habe nicht die Chance ergriffen, im Ausschuss Rede und Antwort zu stehen und damit für Transparenz zu sorgen.

Gutachten der Stadt

Ein von der Stadt Duisburg beauftragtes Gutachten zur Loveparade-Katastrophe hat nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung indessen keine Pflichtverletzungen auf Seiten der Kommune festgestellt. Vielmehr deute nach Durchsicht von 35 Aktenordnern vieles daraufhin, dass Dritte die Auflagen der Stadt nicht korrekt umgesetzt hätten - so das externe Gutachter-Büro laut dem im Voraus übermittelten Bericht der Zeitung.

Am 24. Juli waren auf der Raverparty bei einer Massenpanik 21 Menschen ums Leben gekommen und über 500 verletzt worden. Sauerland wird vorgeworfen, Sicherheitsbedenken gegen die Großveranstaltung in den Wind geschlagen zu haben. (APA)

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