Ölpreis und Dollar bescheren Gewinnsprung

4. August 2010, 14:25
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Der Konzern konnte das Ergebnis mehr als verdoppeln, im zweiten Quartal fast vervierfachen - die Mitarbeiterzahl wurde weiter reduziert

Wien - Ein deutlicher Ölpreisanstieg und ein gegenüber dem Euro erstarkter US-Dollar haben dem österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV einen deutlichen Gewinnsprung im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr 2010 beschert. Der Umsatz war im zweiten Quartal mit 5,73 Mrd. Euro um 39 Prozent höher als im gleichen Vorjahreszeitraum, für das Halbjahr ergab sich damit ebenfalls ein sattes Umsatzplus von 31 Prozent auf 11,015 Mrd. Euro.

"Das Ergebnis hat sich im Halbjahr weit mehr als verdoppelt, im zweiten Quartal fast vervierfacht", sagte OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer am Mittwoch bei der Präsentation der Ergebniszahlen in Wien. Man könne daher durchaus von einem "soliden Ergebnis" sprechen.

Der höhere Ölpreis führte insbesondere im E&P-Bereich (Förderung und Produktion) im zweiten Quartal zu einer Verdoppelung des CCS EBIT (bereinigt um Lagerhaltungsgewinne bzw. -verluste) auf 560 Mio. Euro (nach 276 Mio.). Der durchschnittliche Brent-Preis betrug im ersten Halbjahr 77,29 US-Dollar/Barrel (1. HJ 2009: 51,68 Dollar.) Dazu kam eine Steigerung der Gesamtproduktion auf 318.000 boe/d im zweiten Halbjahr, gegenüber 311.000 boe/d im ersten Halbjahr 2009.

Aber auch der Bereich Refining & Marketing (R&M) dreht gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von -103 Mio. Euro auf 120 Mio. Euro deutlich ins Plus. Rückläufig war das um Lagerbewertungen bereinigte EBIT im Geschäftsbereich Gas & Power, wo es von 49 auf 19 Mio. Euro sank. Insgesamt ergibt das im Quartal ein CCS EBIT von 623 Mio. Euro (151 Mio.), im Halbjahr beträgt es 1,271 Mrd. Euro (491 Mio. Euro). Der Periodenüberschuss erhöht sich im Halbjahr von 245 Mio. auf 881 Mio. Euro, der Periodenüberschuss nach Minderheiten auf 684 (nach 185) Mio. Euro.

Das unbereinigte Betriebsergebnis (EBIT) lag mit 1,357 Mrd. Euro um 170 Prozent über dem Halbjahres-EBIT von 2009. Das Ergebnis je Aktie betrug 2,29 Euro (nach 0,62 Euro).

Weniger Mitarbeiter

Der Cash-Flow aus der Betriebstätigkeit erhöhte sich in den ersten sechs Monaten 2010 um 19 Prozent auf 1,512 Mrd. Euro, die Investitionen lagen mit 856 Mio. Euro um gut ein Drittel unter dem Niveau des Vergleichszeitraums. Die Nettoverschuldung ist um 15 Prozent auf 3,123 Mrd. Euro gestiegen und beträgt jetzt 29 Prozent des Eigenkapitals, erläuterte Finanzchef David Davies.

Ihren Mitarbeiter-Stand hat die OMV auf knapp 32.500 (-13 Prozent) weiter reduziert - 26.700 davon arbeiten für die Petrom. Er "nehme an", dass der Personalabbau fortgesetzt werde, sagte OMV-Chef Ruttenstorfer, "aber das ist nicht die Hauptstoßrichtung unseres Kostensenkungsprogramms".

Für das Gesamtjahr 2010 zeigte sich Ruttenstorfer "durchaus optimistisch, was den Upstream-Bereich betrifft", man halte am Produktionsziel von 325.000 boe/d fest. Für den Ölpreis erwartet man "ein stabiles Preisband" von 70 bis 80 Dollar, vielleicht sogar bis 85 Dollar. "Etwas weniger optimistisch" ist Ruttenstorfer, was den Downstream-Bereich betrifft, hier will die Nachfrage nicht so recht anziehen.

Petrom-Modernisierung "voll auf Spur"

Der EBIT-Beitrag der Rumänien-Tochter Petrom hat sich im ersten Halbjahr 2010 auf 401 Mio. Euro (1. Hj. 2009: 127 Mio. Euro) erhöht. Der Beitrag der Petrom zum CCS EBIT vor Sondereffekten stieg von 109 Mio. auf 381 Mio. Euro. "In Rumänien ist die Modernisierung der Petrom voll auf Spur. Die Petrom trägt 60 Prozent zu unserem Umsatz bei", sagte Ruttenstorfer.

Die Kapazitätsauslastung der Petrom-Raffinerien fiel im zweiten Quartal deutlich auf 51 Prozent, vor allem in Folge des geplanten Stillstands der Raffinerie Petrobrazi von Anfang April bis Anfang Mai.

Herausfordernder Markt für Raffinerieprodukte

Trotz der Erholung der Raffineriemargen im ersten Halbjahr - die OMV-Referenz-Raffineriemarge stieg im Vergleich zu Q2/09 um 107 Prozent auf 3,39 (1,64) Dollar pro Barrel - wird der Markt für Raffinerieprodukte im zweiten Halbjahr 2010 als "herausfordernd" gesehen. Die Marketingmengen und -margen bleiben weiterhin schwach. Im ersten Halbjahr sei das wesentlich verbesserte Petrochemie-Geschäft aber eine Ergebnisstütze gewesen, sagte OMV-Vizechef Gerhard Roiss. Im Bereich R&M stieg das CCS EBIT vor Sondereffekten auf 147 Mio. Euro (-81 Mio. Euro).(APA)

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    OMV-Chef Ruttenstorfer hat bei der Präsentation der Ergebnisse allen Grund zu guter Laune.

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