Deripaska will Strabag-Anteile zurück

3. August 2010, 18:14
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Zur Wiedererlangung seines einstigen 25-Prozent-Anteils schlägt der russische Oligarch ein Tauschgeschäft vor

Moskau / Wien - Der russische Oligarch Oleg Deripaska will seinen früheren 25-Prozent-Anteil am Baukonzern Strabag zurück haben. Bezahlen will der einst reichste Mann Russlands nicht in Cash, sondern mit Anteilen an seinen russischen Baufirmen Glawstroj und Transstroj, berichtete die russische Wirtschaftszeitung Wedomosti. Bei der Strabag wollte man dazu keinen Kommentar abgeben.

Am 15.Oktober läuft eine Option aus, derzufolge Deripaska 28,5 Millionen Strabag-Aktien zu einem Preis von 19,25 Euro zurückkaufen könnte. Damit müsste Deripaska für den Strabag-Anteil rund 548,6 Millionen Euro auf den Tisch legen. Deripaska hält derzeit noch eine Namensaktie und sitzt im Aufsichtsrat der Strabag.

Die Finanzkrise stürzte den russischen Unternehmer, der sein Firmenimperium mithilfe von Krediten erweiterte, in große Probleme. Seine 2007 für 1,2 Milliarden Euro erworbenen Strabaganteile musste Deripaska als Sicherheit für Kredite, die er nicht rechtzeitig tilgen konnte, verpfänden. Im April 2009 gingen die Aktien zurück an die Strabag-Aktionäre.

Auch für die Strabag lief es in der Krise in Russland nicht so gut. Der Auftragsstand schrumpfte laut Wedomosti um 25 Prozent auf eine Milliarde Euro. Das Gesamtbauvolumen brach 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent auf 282 Millionen Euro ein.

Der russische Analyst Michail Urinson bewertet das Tauschgeschäft für die Strabag auch als positiv, sollte sie im Gegenzug für die Strabag-Aktien nur Minderheitsanteile an Deripaskas Baufirmen erhalten: "Die Strabag benötigt in Russland einen Lobbyisten wie Deripaska." (ved, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.8.2010)

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