Siedlungsstopp im Westjordanland hundertfach ignoriert

3. August 2010, 14:27
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Seit November fast 500 Gebäude in jüdischen Siedlungen errichtet

Jerusalem - Das von der israelischen Regierung verkündete zehnmonatige Moratorium für den Bau jüdischer Siedlungen im besetzten Westjordanland, das im September ausläuft und nicht verlängert wird, ist nach Angaben der israelischen Friedensorganisation Shalom Ahshav (Peace Now - Frieden jetzt) in Hunderten Fällen unterlaufen worden. Nach einer Analyse von Luftaufnahmen teilte die Organisation am Dienstag mit, seit Beginn des Moratoriums Ende November seien in dem palästinensischen Gebiet in rund 60 jüdischen Siedlungen 492 Wohnungen gebaut worden. Das für die Baugenehmigungen zuständige Verteidigungsministerium war für eine Stellungnahme zu den Angaben zunächst nicht erreichbar.

"An manchen Orten ist die Regierung einfach nicht auf dem Laufenden, an anderen versucht sie, die Fakten zu ignorieren", kritisierte der Generalsekretär der Bewegung, Yariv Oppenheimer. Normalerweise werden demnach in acht Monaten im Schnitt 1130 Wohnungen in den jüdischen Siedlungen im Westjordanland errichtet. Durch das Moratorium habe die israelische Regierung also nur etwas mehr als die Hälfte der üblicherweise gebauten Wohnungen gestoppt, fügte Oppenheimer hinzu. (APA/AFP)

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