Peking - Der nach einer Reihe von Selbstmorden in die Kritik
geratene weltgrößte Elektronikhersteller Foxconn
verlagert einen Teil seiner Produktion nach Zentralchina. Der Konzern errichtet
ein Werk in der Provinz Henan, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am
Montag berichtete. An dem neuen Standort solle vor allem das Internethandy
iPhone des US-Computerbauers Apple gebaut werden. Während der ungefähr ein Jahr
dauernden Bauarbeiten sollen demnach 500 Arbeiter in einem provisorischen Werk
arbeiten.
Die Löhne sind in Zentralchina deutlich niedriger als an der Ostküste der
Volksrepublik, wo die Industrie in den vergangenen Jahren rasant wuchs. Foxconn etwa beschäftigt in der Sonderwirtschaftszone
Shenzhen mehr als 400.000 Menschen. Der Boom ließ in den industrialisierten
Gebieten die Löhne der immer selbstbewussteren Arbeiter steigen. Viele
ausländische Unternehmen streben derzeit daher ins Landesinnere, um von den dort
niedrigeren Löhnen zu profitieren.
Foxconn hatte nach einer Reihe von Selbstmorden
seiner Beschäftigten angekündigt, die Löhne in Shenzhen zum Oktober um knapp 70
Prozent anzuheben. Ein Arbeiter soll dann im Monat 2.000 Yuan (226 Euro)
verdienen. In dem Werk, das außer für Apple auch für Nokia, Hewlett-Packard oder
Dell produziert, nahmen sich seit Beginn des Jahres zehn Beschäftigte das Leben.
Ein weiterer Arbeiter nahm sich in einem anderen Foxconn-Werk das Leben, in einem zwölften Fall wird nach
dem Tod geprüft, ob es sich um einen Suizid handelte.
Arbeitsrechtsorganisationen hatten für die Suizide unter den Foxconn-Beschäftigten schlechte Arbeitsbedingungen bei
niedrigen Löhnen verantwortlich gemacht. Die Selbstmorde schürten genauso wie
Streiks in den Werken westlicher Firmen auch bei Regierungsverantwortlichen
Angst vor sozialen Unruhen. China konnte bisher vor allem aufgrund seiner
niedrigen Löhne als Produktionsstandort auftrumpfen. (APA)