Tirol Milch will nicht mit NÖM fusionieren

2. August 2010, 18:41
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Innsbruck - Die NÖM AG hat ihr Werben um eine Fusion mit der genossenschaftlich organisierten Tirol Milch verstärkt. Der interimistische Obmann der Tirol Milch, Stefan Lindner, zeigte sich davon aber vorerst unbeeindruckt. "Wir sind nach wie vor im Gespräch mit der Berglandmilch", betonte Lindner am Montag. Außerdem würde der Umbau zu einer Aktiengesellschaft eine zu große Hürde für sein Unternehmen darstellen.

Gespräche über etwaige Kooperationen führe man aber generell mit allen Molkereien. "Wirtschaftliche Synergien sollen schließlich genutzt und gehoben werden", argumentierte Lindner. Derzeit würde der Vorstand der Tirol Milch aber noch die in Auftrag gegebenen Gutachten zur Wirtschaftlichkeit einer möglichen Fusion mit der Berglandmilch abwarten. Diese sollen schließlich Mitte August in einer Vorstandssitzung präsentiert werden.

"Es hat einmal ein Telefonat mit Verantwortlichen der NÖM gegeben, indem diese ihr Interesse für die Tirol Milch bekundet haben", sagte Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger am Montag zur APA und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Tiroler Tageszeitung". Über ein konkretes Angebot der NÖM sei ihm, Hechenberger, jedenfalls nichts bekannt. Außerdem obliege eine Beurteilung eines derartigen Angebots den Verantwortlichen der Milchverarbeitungsbetriebe.

Partner-Suche

Laut TT-Bericht will die NÖM den Tirolern Mitte dieser Woche ein Angebot für eine Partnerschaft machen. Zudem soll es Gespräche auf höchster politischer Ebene geben. Die Mehrheitseigentümerin der NÖM, die Raiffeisen Holding NÖ-Wien, wollte dazu heute keinen Kommentar abgeben.

NÖM-Vorstand Alfred Berger hält ein Zusammenrücken der beiden Unternehmen weiterhin für eine "Win-Win-Situation", wie er dieser Tage im "WirtschaftsBlatt" sagte: "Wir haben einen starken Vertrieb in Italien und die Tirol Milch einen Maschinenpark für die Herstellung von Puddings, den wir auslasten würden." Ein entsprechendes Angebot der NÖM liege auf dem Tisch: In einem ersten Schritt sei dabei an eine Kooperation gedacht, in weitere Folge auch an eine gesellschaftsrechtliche Verschränkung.

Anfang Juni waren die Pläne über eine mögliche Fusion der Tirol Milch mit der ebenfalls genossenschaftlich organisierten oberösterreichischen Berglandmilch bekanntgeworden. Kurz darauf hatte auch die niederösterreichische Molkerei NÖM Lust auf eine Ehe mit der Tirol Milch bekommen. Bei einer Vorstandssitzung Ende Juni, bei der der bisherige Obmann Hans Schweiger den Hut nahm, wurde auf Eigentümerebene allerdings entschieden, dass die Zusammenarbeit mit der Berglandmilch weiterverfolgt werden soll. (APA)

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