Innsbruck - Die NÖM AG hat ihr Werben um eine Fusion mit der
genossenschaftlich organisierten Tirol Milch verstärkt. Der interimistische Obmann der Tirol Milch, Stefan
Lindner, zeigte sich davon aber vorerst unbeeindruckt. "Wir sind nach wie vor im
Gespräch mit der Berglandmilch", betonte Lindner am Montag. Außerdem würde der Umbau zu einer Aktiengesellschaft eine zu große Hürde
für sein Unternehmen darstellen.
Gespräche über etwaige Kooperationen führe man aber generell mit allen
Molkereien. "Wirtschaftliche Synergien sollen schließlich genutzt und gehoben
werden", argumentierte Lindner. Derzeit würde der Vorstand der Tirol Milch aber noch die
in Auftrag gegebenen Gutachten zur Wirtschaftlichkeit einer möglichen Fusion mit
der Berglandmilch abwarten. Diese sollen schließlich Mitte August in einer
Vorstandssitzung präsentiert werden.
"Es hat einmal ein Telefonat mit Verantwortlichen der NÖM gegeben, indem
diese ihr Interesse für die Tirol Milch bekundet haben", sagte
Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger am Montag zur APA und
bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Tiroler Tageszeitung". Über ein
konkretes Angebot der NÖM sei ihm, Hechenberger, jedenfalls nichts bekannt.
Außerdem obliege eine Beurteilung eines derartigen Angebots den Verantwortlichen
der Milchverarbeitungsbetriebe.
Partner-Suche
Laut TT-Bericht will die NÖM den Tirolern Mitte
dieser Woche ein Angebot für eine Partnerschaft machen. Zudem soll es Gespräche
auf höchster politischer Ebene geben. Die Mehrheitseigentümerin der NÖM, die
Raiffeisen Holding NÖ-Wien, wollte dazu heute keinen Kommentar
abgeben.
NÖM-Vorstand Alfred Berger hält ein Zusammenrücken der beiden Unternehmen
weiterhin für eine "Win-Win-Situation", wie er dieser Tage im "WirtschaftsBlatt"
sagte: "Wir haben einen starken Vertrieb in Italien und die Tirol Milch einen
Maschinenpark für die Herstellung von Puddings, den wir auslasten würden." Ein
entsprechendes Angebot der NÖM liege auf dem Tisch: In einem ersten Schritt sei
dabei an eine Kooperation gedacht, in weitere Folge auch an eine
gesellschaftsrechtliche Verschränkung.
Anfang Juni waren die Pläne über eine mögliche Fusion der Tirol Milch mit der
ebenfalls genossenschaftlich organisierten oberösterreichischen Berglandmilch
bekanntgeworden. Kurz darauf hatte auch die niederösterreichische Molkerei NÖM
Lust auf eine Ehe mit der Tirol Milch bekommen. Bei einer Vorstandssitzung Ende Juni,
bei der der bisherige Obmann Hans Schweiger den Hut nahm, wurde auf
Eigentümerebene allerdings entschieden, dass die Zusammenarbeit mit der
Berglandmilch weiterverfolgt werden soll. (APA)