Westliches Essen könnte für Allergien mitverantwortlich sein

2. August 2010, 21:00
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Studie deutet auf Reduktion der Vielfalt an Darmbakterien als Ursache hin

Washington - Rund 10 bis 100 Billionen Darmbakterien tummeln sich im Darm eines gesunden Erwachsenen. Die Anzahl der verschiedenen Arten beträgt nach neueren Schätzungen pro Darm 500 Arten, die hundert Mal mehr verschiedene Gene haben als wir in unseren eigenen Zellen.

Darmbakterien helfen dabei, die Nahrung aufzuspalten und so dem Körper die einzelnen Nährstoffe zur Verfügung zu stellen. Sie sind darüber hinaus an der Abwehr von diversen Krankmachern beteiligt.

Wie sehr die Ernährung die Bakterienkulturen beeinflusst - und die wieder die Gesundheit - , zeigte nun eine italienische Studie im Fachblatt PNAS (2. 8.), an der Kinder aus einem Dorf im westafrikanischen Staat Burkina Faso und in Florenz teilnahmen. Während die afrikanischen Kinder vor allem Getreideprodukte, Hülsenfrüchte und Gemüse zu sich nehmen, essen die aus Italien viel mehr Fett, Zucker und Fleisch.

Die Folgen im Darm: Afrikanische Kinder verfügen in ihrem Verdauungstrakt über weitaus weniger Mikroben, die in der westlichen Welt mit Übergewicht in Zusammenhang stehen. Dafür fanden sich viel mehr von jenen Fettsäuren, die erwiesenermaßen gegen Entzündungen helfen.

Die Forscher schließen daraus, dass unsere fett-, fleisch- und zuckerreiche westliche Ernährung zu einer Reduktion der Bakterienvielfalt beiträgt. Und das wiederum könnte ein wichtiger Grund dafür sein, dass es in unseren Breiten zu einem Anstieg bei Allergien gekommen ist. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 3. 8. 2010)

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