Castro ist Kubas Kim

2. August 2010, 18:15
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Viele Planwirtschaften gibt es nicht mehr auf der Welt

Viele Planwirtschaften gibt es nicht mehr auf der Welt, mit Ausnahme von Kuba und Nordkorea. Niemand würde behaupten, dass die beiden Länder gut funktionieren. In Nordkoreas Provinz haben die Kindern vor Hunger eingefallene Wangen, und alte Frauen müssen Beeren und Pilze sammeln, um über die Runden zu kommen, berichten die wenigen Besucher des Landes.

Im tropischen Sozialismus mag es sich zwar entspannter leben. Doch auch von dort flüchten die jungen Leute in Scharen auf der Suche nach einer besseren Zukunft nach Miami, und deren Eltern leben weit besser von ihren Geldsendungen als von den staatlichen Gehältern.

Beide Länder werden von einer überalterten Elite regiert, die die Macht am liebsten dynastisch weitergibt. Beide Diktatoren, Raúl Castro und Kim Jong-il, werden alles tun, um an der Macht zu bleiben. Ihre Strategie, um das zu erreichen, ist kurioserweise genau gegenteilig.

Kuba erhofft sich, durch kleine Liberalisierungen weiter ausländische Kredite zu bekommen und das Volk durch mehr Wohlstand ruhigzuhalten. In Nordkorea steigert das Regime die schon bisher beinahe absolute Repression, etwa durch das Abschaffen der privaten Märkte.

Gemein ist den Diktatoren in Havanna und Pjöngjang jedoch, dass sie unter keinen Umständen politische Veränderungen wünschen. Beide Regime werden eines Tages vom Volk die Rechnung dafür präsentiert bekommen. (Alexander Fanta/DER STANDARD, Printausgabe, 3.8.2010)

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