Petraeus: "Zähne in das Fleisch der Aufständischen schlagen"

2. August 2010, 17:35
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Rigorose ISAF-Weisungen bringen deutsche Regierung in Verlegenheit

Berlin - Der Oberkommandierende der ISAF-Truppen in Afghanistan, US-General David Petraeus, hat mit drakonischen Weisungen an die Soldaten für Aufsehen gesorgt und die NATO-Verbündeten in Verlegenheit gebracht. In den am Montag bekanntgewordenen Leitlinien heißt es unter anderem, der "Feind" in Afghanistan müsse ohne Unterlass verfolgt werden. In einigen Passagen des Schreibens greift Petraeus zu einer drastischen Wortwahl. So heißt es an einer Stelle: "Zusammen mit unseren afghanischen Partnern müssen wir unsere Zähne in das Fleisch der Aufständischen schlagen und nicht mehr lockerlassen."

Ein Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums sagte am Montag zu der Passage, diese sei "typisch amerikanisch abgefasst in einer Sprache, die nach unten breit verstanden wird". Doch Petraeus betone in dem Schreiben auch ausdrücklich, dass die Anstrengungen, zivile Opfer zu reduzieren, weiter fortgesetzt werden müssten. In anderen Abschnitten habe Petraeus die Truppen aber auch klar dazu auffordert, mit "minimalstem Ansatz militärischer Gewalt ranzugehen", um die Zivilbevölkerung zu schützen. Der deutsche Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans fügte hinzu, der Passus zur Rücksichtnahme auf die zivile Vernetzung aller militärischen Anstrengungen sei nach Ansicht der Bundesregierung "ausgesprochen stark formuliert". Steegmans hob zudem hervor, dass Petraeus den Soldaten in dem Schreiben auch empfehle, sich im Umgang mit der Zivilbevölkerung "Zeit zu nehmen, zuzuhören und viel Tee zu trinken".

Steegmans wies darauf hin, dass trotz der Anweisungen des ISAF-Oberbefehlshabers die Selbstbeschränkung der deutschen Beteiligten am Afghanistan-Einsatz bestehen bleibe. Die deutsche Bundeswehr beteiligt sich nach eigenen Angaben am Hindukusch nicht an Einsätzen zur "gezielten Tötung" von Taliban-Führern. (APA)

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    General Petraeus will siene "Zähne ins Fleisch Aufständischer schlagen"

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