ARD nimmt deutschen Textildiscounter ins Visier

2. August 2010, 15:04
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Es sei noch nie so viel Geld für Recherche zur Verfügung gestellt worden wie für diesen Fall - NDR "relativ entspannt", was die Auseinandersetzung mit dem Unternehmen angehe

In Bangladesch haben jüngst Textilarbeiter für gerechtere Löhne demonstriert. An diesem Mittwoch (21.45 Uhr) zeigt Das Erste in der Reihe "ARD-exclusiv: Die Kik-Story - die miesen Methoden des Textildiscounters" einen Beitrag von Reporter Christoph Lütgert. Er zeige "Innenansichten einer Billigkette, die wie kaum ein anderes Unternehmen expandiert", teilte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Montag in Hamburg mit. In dem Beitrag geht es auch um Produktionsbedingungen in Bangladesch.

Lütgert und die "Panorama"-Redaktion hatten bereits im April für das NDR Fernsehen eine Folge über Kik produziert, gegen die das Unternehmen gerichtlich vorging. Von elf sogenannten Unterlassungsbegehren haben laut NDR noch drei Bestand. Diese juristische Auseinandersetzung trieb die Reporter an: "Wir sind noch einmal nach Bangladesch geflogen, um noch bessere Beweise als beim ersten Mal vorzulegen", berichtet "Panorama"-Redaktionsleiter Volker Steinhoff.

Es sei noch nie so viel Geld für Recherche zur Verfügung gestellt worden wie für diesen Fall, ergänzte NDR-Fernsehchef Andreas Cichowicz. Das NDR Fernsehen zeigt anhand des neuen Recherche- Materials um 22.35 Uhr am Mittwoch eine zweite Folge über den Bekleidungsanbieter.

Der NDR sei "relativ entspannt", was die Auseinandersetzung mit dem Unternehmen angehe, sagte Cichowicz. Die Redaktion habe das Unternehmen aktuell mit ihrem neuen Recherche-Material konfrontiert - eine Stellungnahme gab es aber zunächst nicht.

Das Unternehmen Kik mit Sitz in Bönen (Nordrhein-Westfalen) betreibt nach eigener Darstellung etwa 2.800 Filialen und strebt europaweit 5.000 Läden an. Es verweist darauf, dass es unter anderem in Bangladesch produzieren lässt und hat sich daher nach eigener Darstellung "verpflichtet, Verletzungen von international anerkannten Sozialstandards nicht zu tolerieren". Kik mache sich "für die Durchsetzung von guten Arbeitsbedingungen stark", heißt es im Web- Auftritt der Firma. (APA)

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