Einbrecher hemmen, aber nicht hindern

  • Jede Sicherheitstüre wird geprüft, bevor sie in einem Haus oder einer Wohnung zum Einsatz kommt.
    foto: riha sicherheitstüren

    Jede Sicherheitstüre wird geprüft, bevor sie in einem Haus oder einer Wohnung zum Einsatz kommt.

  • Die gängige Widerstandsklasse bei Sicherheitstüren ist Klasse 3. Erhöhten Schutz bietet Klasse 4, hier müssen die Türen bei der Prüfung auch elektrischen Maschinen standhalten.
    foto: riha sicherheitstüren

    Die gängige Widerstandsklasse bei Sicherheitstüren ist Klasse 3. Erhöhten Schutz bietet Klasse 4, hier müssen die Türen bei der Prüfung auch elektrischen Maschinen standhalten.

  • Sicherheitsbeschlag und Zylinder sind wichtige Bestandteile, um eine Türe vor Einbrechern zu schützen.
    foto: riha sicherheitstüren

    Sicherheitsbeschlag und Zylinder sind wichtige Bestandteile, um eine Türe vor Einbrechern zu schützen.

  • Eine Sicherheitstür muss vor allem stabil sein: Dafür können massive Stahlstäbe im im Türblattinneren sorgen, die mit senkrechten Stabilisatoren fest verschraubt sind. 
    foto: riha sicherheitstüren

    Eine Sicherheitstür muss vor allem stabil sein: Dafür können massive Stahlstäbe im im Türblattinneren sorgen, die mit senkrechten Stabilisatoren fest verschraubt sind. 

  • Diese Zusammensetzung funktioniert wie eine große Feder, wenn jemand mit körperlicher Gewalt auf die Tür einwirkt.
(Fotos: Riha)
    foto: riha sicherheitstüren

    Diese Zusammensetzung funktioniert wie eine große Feder, wenn jemand mit körperlicher Gewalt auf die Tür einwirkt.

    (Fotos: Riha)

Was Sicherheitstüren bringen, wieviel sie kosten und welche Länder den Einbau solcher Türen mit einem finanziellen Zuschuss fördern

Fast 20.000 Mal wurde im Vorjahr in Österreichs Wohnungen und Häusern eingebrochen. "Es gibt kaum jemanden mehr, der keine Betroffenen im Verwandten- oder Bekanntenkreis hat", sagte Franz Lang, Direktor des Bundeskriminalamtes, damals. Die Zahlen sind in Folge polizeilicher Maßnahmen wie der "SoKo Ost" im ersten Halbjahr 2010 zwar deutlich zurückgegangen, Einbrüche stehen - besonders in Wien - aber nach wie vor auf der Tagesordnung. Abhilfe kann der Einbau einer Sicherheitstüre schaffen.

Kein hundertprozentiger Schutz

Die Betonung liegt dabei auf "kann", denn gleich vorweg: Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Das sagt schon die Bezeichnung "einbruchshemmende Tür" aus: Sie hemmt zwar den Einbrecher bei seinem Vorhaben, daran hindern kann sie ihn aber nicht. Und das räumt auch Georg Senft, Innungsmeister der Wiener Schlosser, ein. Beim Prüfen solcher Türen zeige sich, dass man mit den entsprechenden Kenntnissen und dem Einsatz bestimmter Werkzeuge auch diese innerhalb von 15 bis 20 Minuten aufbrechen könne. "Eine Sicherheitstür bietet aber zu 99 Prozent Schutz vor Einbrüchen", sagt Senft. Die meisten Einbrecher geben rasch auf, wenn sich eine Türe nicht schon nach ganz kurzer Zeit öffnen lässt.

Der Einbau einer Sicherheitstür ist erst der dritte Schritt, um sich Einbrecher vom Hals zu halten. Die erste Option ist, das Hauptschloss mit einem Sicherheitsbeschlag zu versehen und einen guten Zylinder zu montieren. "Dadurch wird der Schutz aber nur um rund 20 Prozent erhöht", sagt Senft. Die zweite Möglichkeit ist ein Balkenschloss, das immerhin zu 60 Prozent schützt. Drittens kommt die Sicherheitstür, die zu 99 Prozent schütze - auch hier gibt es unterschiedliche Kategorien: die so genannten Widerstandsklassen.

Häufig gewählt: Widerstandsklasse 3

Wer sich überlegt, eine Sicherheitstüre einzubauen, wird schnell mit diesem Thema konfrontiert werden. Von den insgesamt sechs Widerstandsklassen sind lediglich die Klassen 1 bis 4 für Wohnhäuser relevant. Sie sagen jeweils aus, wie einbruchshemmend die Wirkung einer verschlossenen Türe ist. "Eine gute, sichere Türe hat Widerstandsklasse 3, erhöhten Schutz bietet Klasse 4", erklärt Senft. Der Unterschied: Nummer 3 hält elektrischen Maschinen nicht stand, Nummer 4 schon. "Die meisten Einbrüche werden aber mit Werkzeugen wie Brecheisen verübt, die gängige Widerstandsklasse ist daher Klasse 3", sagt Senft.

Jede Tür wird vor dem Einbau geprüft

Was macht eine Sicherheitstüre nun so "sicher"? Erstens kommt es auf die Konstruktion des Türblattes selbst an: Ein Mix aus Holz- und Stahlteilen oder gleich eine Stahltüre sind am robustesten. Zweitens kann jedes Türblatt noch so robust sein, wenn der Türstock nicht angepasst wird. "Die beiden Teile müssen der Massivität wegen ein Element bilden", sagt Senft. Drittens ist die Qualität der Schlösser, Beschläge, etc. ausschlaggebend. "Sie müssen auf jeden Fall geprüft werden, bevor sie zum Einsatz kommen", erklärt der Innungsmeister.

Förderungen von Seiten der Länder

Stellt sich noch die Kostenfrage: Preise für Sicherheitstüren der gängigen Widerstandsklasse 3 fangen ab ungefähr 2.500 Euro an, so Senft. Und: "Wichtig ist vor allem, dass die Türe ÖNORM-gekennzeichnet ist." Unter anderem auch, um etwaige Förderungen zu bekommen, die je nach Bundesland unterschiedlich geregelt sind.

20 Prozent in Wien

In Wien gibt es einen Zuschuss von 20 Prozent des Kaufpreises beziehungsweise maximal 400 Euro je Türflügel. Voraussetzungen für die Förderung sind eine Sicherheitstür mit mindestens Widerstandsklasse 2, eine Nutzfläche zwischen 22 und 150 Quadratmetern, Hauptwohnsitz in Wien, und dass das Haus vor mindestens 20 Jahren errichtet wurde. Wichtig ist außerdem, dass die Türen nach der ÖNORM B 5338 geprüft und gekennzeichnet sind. Seit Einführung der Förderung vor rund fünf Jahren unterstützte die Stadt den Einbau von 19.000 einbruchshemmenden Türen mit einem finanziellen Zuschuss. Allein im Jahr 2009 waren es mehr als 4.000 Türen, die mit 1,8 Millionen Euro gefördert wurden.

Die Wiener Förderung gilt darüber hinaus nur für Wohnungstüren - Terrassentüren, Fenster, etc. sind davon ausgeschlossen. Wer eine Tür selbst montiert und die bloßen Materialkosten einreicht, geht ebenfalls leer aus. Derzeit läuft aber eine Sonderförderaktion, die bis 31. Dezember 2010 dauert und für die viele dieser Voraussetzungen nicht gelten.

30 Prozent in Niederösterreich

In Niederösterreich ist die Förderung anders geregelt: Sie beträgt 30 Prozent der Kosten und gilt auch für Eigenheime. Neben Sicherheitstüren ab Widerstandsklasse 2 werden auch Alarmanlagen, Videoüberwachung oder Sicherheitsfenster finanziell unterstützt. Die Maßnahme gilt vorerst bis 31. Dezember 2010.

Rabatt bei der Haushaltsversicherung

Und noch ein Tipp des Innungsmeisters: Wer eine Sicherheitstüre hat, kann beim Abschluss einer Haushaltsversicherung einen Rabatt mit der Versicherung aushandeln. Bei Uniqa, Generali und Wiener Städtischer zahlen Wohnungsbesitzer oder Mieter, die sich eine ÖNORM-zertifizierte Sicherheitstüre einbauen lassen, zehn Prozent weniger Prämie. (Maria Kapeller, derStandard.at)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 43
1 2
Zuwanderer schaffen Arbeitsplätze.,.

smith & wesson

hilft auch gegen einbrecher.

Und zwar wie? Sitzen die zwei den ganzen Tag in der Wohnung rum und verbellen eventuelle Einbrecher in _Abwesenheit_ der Bewohner?

Und wenn ich diese ganzen einbruchhemmenden

Maßnahmen getroffen habe, dann bin ich so pleite, daß ich sicher nichts mehr im Hause habe, was vor einem Einbruch zu schützen sich lohnte...;)

ziel erkannt, gefahr gebannt!

Blick über den Türrand

Es gibt da etwas was Einbrecher wie die Pest hassen : Aufmerksamkeit nämlich.
Die kann man billiger und in zahllosen Variationen gestalten, vom allseits bekannten Bewegungsmelder(n) über den Druckschalter unter der Fußmatte welche Sirenenton oder Textansage ( bleiben sie bis zum Eintreffen der Polizei stehen ! :->> ) auslösen oder beliebigen Kombinationen davon.
Damit scheucht man das Gesindel weg noch bevor richtiger Schaden angerichtet wird.

Der beste Einbruchschutz

... ist ein Zettel an der Tür:

„Hallo Susi, komm jetzt bitte nicht in die Wohnung! Die Kobra ist schon wieder ausgebrochen.“

Ist zu aufgelegt.
Eher: "Susi, vergiss es! ich mach sowieso nicht auf!";-)

Mein Einbruchsschutz

Ich hab die Spuren vom letzten Einbruchsversuch vor 3 Jahren einfach nicht beseitigt. Mich stören die Pecker nicht, aber ein Einbrecher sieht gleich, dass da schon mal wer dran war..
(Ich weiß: ich bin Optimist)

Picken Sie noch eine Polizeianzeige dazu

mit dem Inhalt, dass bereits beim ersten Einbruch nichts wertvolles gestohlen wurde ;)

Was solls, ich hab einen Hund.

Der beste Einbrecherschutz! Außer natürlich, wir sind gerade Gassi ... ;-)

Ich seh schon die Schlagzeilen

"Einbrecher rutscht auf Chihuahua aus und bricht sich Bein"

ich war einige zeit in canada..

.. da wurden wohnungstüren prinzipiell nicht zugesperrt. grund ? wenn der einbrecher rein möchte dann schafft er es auch und so ist wenigstens die tür nicht kaputt.
andere länder, andere sitten.

sehr sympathisch!

wie machen die das? sind's weniger paranoid oder hat die kanadische schlosserinnung kein geld für pr-strecken?

Es gibt auch Leute, die legen ihre Juwelen und Sparbücher samt Bargeld auf den Küchentisch, damit bei einem Einbruch keine Unordnung gemacht wird.

"Jede Sicherheitstüre wird geprüft, ..." dann sinds ja hin oder ;-)

Wenns in der Wohnung brennt, dann kommt die Feuerwehr auch nicht mehr rein!

Das sollte halt auch dazu gesagt werden.

Kollege hat so eine Türe

Widerstandsklasse >>3.

Lt. einem anderen Kollegen von der Feuerwehr wird in solchen Fällen der große, schwere Hammer genommen, und rechts oder links der Türe ein zweiter Eingang "gebastelt"

geht zumindest bei mir nicht,

Tür am Ende des Ganges, da stehen Sie links und rechts beim Nachbarn.

Die Firma von der ich die Türe habe, schult Polizeieinsatzkräfte z.B.: Cobra um solche Türen zu überwinden.

Einzige Möglichkeit sprengen, Treibladungen an allen 4 Türecken anbringen, aber auch mit zweifelhaften Erfolg wie mir erzählt wurde.

Sturmgewehr Durchschlagskraft wurde noch nicht getestet.

Leider versucht bei mir niemand einzubrechen, sehe dass sportlich.

Vor allem, und da haben Sie ja auch Recht, ist die legale und autorisierte Vorgehensweise der Feuerwehr ein Unterschied zum Einbrecher, der rabiate Gewalt üblicherweise nicht in seinem Repertoire hat.
Ich denke auch, dass keine einzige Verankerung des Türstockes samt des Türblattes einem Angriff der Feuerwehr widerstehen würde.
Schrauben zB. haben auch nur gewisse Ausriss-Festigkeit.(siehe Balkenschloß)

Sie denken falsch,

ich habe eine WK 4 und da ist Ende Gelände. Dann noch eher über den Zylinder.

Schusssicher 9mm .45 Magnum. Cobra mit Rammbock geht nicht, und und und.

Die Verankerung reiner Stahl, mit Zargen im Türstock von bis zu 15 cm,
verschweißt. Die Tür reiner Stahl.

Ein Profi-Look Picker bringt mit entsprechenden Werkzeug und Zeit den Zylinder vielleicht mit Glück in 20 Minuten auf, was aber auch sehr zweifelhaft ist.

Ich denke aber, ab einer bestimmten Gewaltanforderung ist das Türblatt nicht mehr primär Angriffziel.
Es ist schon klar, dass ein Türstock über die gesamte umlaufende Länge eine gehörige Widerstandkraft aufweist, nur sollte man bedenken, dass auch da Abhilfe geschaffen werden kann.
Schlußendlich hängt alles an der Mauer; relativ nah sogar an einer Maueröffnung.
Über den Zylinder, wie Sie ja selbst schreiben, zu versuchen reinzukommen ist trotzdem die eleganteste Variante. Legal natürlich;-)

bei Einbruch ist die Zeit der Faktor,

leider bei Einsatzkräften aber genauso.

Dafür gibt es ja WK.
Dass es aber auch für Einsatz/Rettungskräfte nicht leicht sein kann spricht für sich.

Vielleicht durch Fenster?

Die Feuerwehr hat üblicherweise eine Leiter dabei...

Posting 1 bis 25 von 43
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.