Österreichs Reiche haben 150 Milliarden Euro flüssig

2. August 2010, 13:36
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Wien - Österreichs Reiche mit jeweils mehr als einer Million Euro liquidem Anlagevermögen verfügten 2009 insgesamt über rund 150 Mrd. Euro - mehr als die Hälfte davon wurde im Private Banking verwaltet. Die österreichischen Banken konnten laut "European Private Banking Survey 2010" von McKinsey & Company das von ihnen verwaltete Vermögen (Assets under Management, AuM) um ein Zehntel steigern.

Die Netto-Mittelzuflüsse lagen bei 3 Prozent. Das ist zwar weniger als in den Vorjahren (2008: 6 Prozent, 2007: 10 Prozent), liegt aber über dem europäischen Durchschnitt (2009: 1 Prozent, 2008: 3 Prozent, 2007: 8 Prozent).

Die für die Kunden erzielte Anlageperformance blieb mit 7 Prozent hinter der Performance der europäischen Privatbanken von 9 Prozent zurück. Der Grund hierfür liege in der vergleichsweise konservativen Anlage der Kundengelder in Österreich, so die Autoren der McKinsey-Studie. So waren 2009 rund 70 Prozent des verwalteten Vermögens in Bargeld oder festverzinslichen Anleihen und nur rund 15 Prozent in Aktien angelegt (57 bzw. 25 Prozent in Europa insgesamt).

Weniger Anlagevolumen

Der Anteil anderer Anlageprodukte in den Kundenportfolios verringerte sich von 12 Prozent (2008) auf 10 Prozent der AuM (2009). Das in Hedge Fonds veranlagte Anlagevolumen halbierte sich auf 3 Prozent der AuM.

Die Gewinne der europäischen Banken im Geschäft mit vermögenden Privatkunden sind im Vorjahr zum zweiten Mal in Folge deutlich gesunken. Der Gewinn der Branche lag durchschnittlich um ein Viertel unter dem von 2008. Gegenüber 2007 sind die Gewinne der Branche damit um die Hälfte zurückgegangen. "Die Restrukturierung des Private Banking hat begonnen. Die Gewinne der Branche haben einen Tiefpunkt erreicht", sagte Jens Hagel, Co-Autor des "European Private Banking Survey 2010". Die Gewinnmargen im österreichischen Private Banking brachen um ein Zehntel ein, von 24 Basispunkten der AuM auf 21 Basispunkte.

Für die Studie wurden 160 Banken in 40 Ländern weltweit befragt, davon 105 Banken aus 18 europäischen Ländern. Die Schweizer Banken verzeichneten trotz eines generellen Wachstums der AuM um 11 Prozent erstmals einen Abzug von Anlegerkapital von 1 Prozent. Die Mittelzuflüsse aus Asien, Lateinamerika, Osteuropa und dem Mittleren Osten in die Schweiz sind nach wie vor stabil. Luxemburg ist vor allem auf Kunden in Westeuropa angewiesen und hatte 2009 Kapitalabflüsse von 5 Prozent - allerdings sind die Luxemburger Privatbanken doppelt so profitabel wie der europäische Durchschnitt. In Deutschland lag das AuM-Wachstum mit 10 Prozent im europäischen Durchschnitt, die Nettozuflüsse versiegten aber 2009 mit +0,5 Prozent fast vollständig, so die Studie. (APA)

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