"Kein Wort zu den Bullen"

Ex-Terroristen planten Aussageverweigerung

2. August 2010, 13:46
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    foto: archiv

    RAF-Erklärung vom 27. März 1972

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    foto: epa/rainer jensen

    Verena Becker will keine Interviews geben

In Mannheim trafen sich 2007 drei ehemalige RAF-Mitglieder, um Schweigen über den Buback-Anschlag zu vereinbaren

Das deutsche Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, dass sich Ende April 2007 in Mannheim die ehemaligen RAF-Mitglieder Verena Becker, Rolf Heißler und Brigitte Mohnhaupt trafen. Die Ex-Terroristen sollen laut Anklageschrift bei dieser Gelegenheit vereinbart haben, Ermittlern gegenüber keine Aussagen zu machen.

Zwei Wochen später reiste Heißler dann nach Köln und besuchte Ex-Raf-Mitglied Stefan Wisniewski. Auch dieser soll zugesichert haben, keine Aussage zu machen. Jedenfalls ist in einer abgefangenen E-Mail Heißlers an Becker zu lesen: "Köln war beruhigend". Verena Becker, gegen die wegen des Mordes an Generalbundesanwalt Siegfried Buback ermittelt wird, antwortete "Das mit Köln freut mich".

"Bewaffnete Politik"

Auch in einer im Mai 2010 in der "Jungen Welt" veröffentlichten Erklärung verteidigen "einige, die zu unterschiedlichen Zeiten in der RAF waren", die Aussageverweigerung: es gehe bei den Versuchen, herauszufinden, wer die tödliche Schüsse abgab, darum, "die Auseinandersetzung mit der Geschichte bewaffneter Politik auf die Ebene von Mord und Gewalt runterzuziehen."

Das Schweigegebot wurde bereits vor Jahrzehnten erlassen. "Keiner spricht mit Bullen. Kein Wort" ist in einem Rundbrief an inhaftierte RAF-Mitglieder aus dem Jahr 1973 zu lesen. Wer gegen diese Anordnung verstieß, wurde bestraft. So schickten RAF-Mitglieder im Frühjahr 1972 ein Foto an deutsche Presseagenturen, das die Aussteigerin Edelgard G. zeigt. Ihr Gesicht ist mit schwarzer Farbe oder Teer verschmiert, um den Hals trägt sie ein Schild, auf dem "Es lebe die RAF" zu lesen ist. Der knappe Kommentar: "Diese Denunziantin steckt mit den Killerschweinen unter einer Decke". (bed/derStandard.at/2.8.2010)

 

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Posting 1 bis 25 von 114
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Gilgamesh
33
10.8.2010, 08:44

Einfach gleich wieder verhaften das militante linke Pack, wegen Vereitelung der Strafverfolgung und diesmal nicht mehr herauslassen…

Warum werden linke Mörder eigentlich wesentlich besser behandelt als rechte?
Beides der selbe Abschaum….

Hotcoolt
11
15.8.2010, 18:41
zu Gilgamesh

Es gibt noch schlimmeres, das sind deren sogenannte Vertrauensanwälte , die im Gericht gegen die BRD protestierten , der größte Schreihals in den 60/70er war Otto Schilly , bei den Grünen trat unter Schröder in die SPD ein, und wurde Innenminister ! Und der heutige Grünenabgeordnete H.-CH. Ströbele, Verteidiger u.a. von RAF Mitglied Anreas Baader , und sein Sozius Horst Mahler , erst Vertrauensanwalt ,ging dann in den Untergrund war Mitglied der NPD ! Diese wurden nicht einmal für die damalige Verunglimpfung der BRD bestraft ! Ströbele unterstützt heute die autonomen Linken und verteidigt diese offensichtlich gegen die Polizei , wenn diese sich zur wehr setzen , das kontrolliert er per Fahrrad , war im TV zu sehen ! Was für eine Gesinnung !

mstislav raskachlovitsch
00
12.10.2010, 14:10
Ströbele auf Fahrrad........

....diese Pressemeldung könnte ja auf Menschen, die nicht dem RAF-Gedanken frönen beinahe wie eine Aufforderung zum Verkehrsunfall "Radfahrer vs. Linienbus" verstanden werden.

Stoascheissa Korl
34

Ist doch eine interessante Meldung: Terroristen haben geplant, ihre Aussage zu verweigern. Also, Leute, die diesen Staat als so ungerecht empfanden, dass sie sich das Recht herausnahmen, in mit Waffengewalt zu bekämpfen. Diese Leute gehen das unglaubliche Risiko ein, bei Aussageverweigerung eine Straftat zu begehen. Mir fehlt nur noch die Formulierung "brutale Aussageverweigerung".

Ist doch lächerlich.

rough_rider
13
der baader meinhof komplex

einer der besten filme die ich JE gesehen habe! wirklich sehr gut gespielt und die umsetzung der "geschichte" mutet sehr realistisch an.

Hoher Standard
612

Wer mit der RAF sympathisiert, dem ist nicht mehr zu helfen!

tagessuppe
02
wer

im standardforum postet auch .....

der helghaner
00

welch wahres wort

Für eine Welt ohne Tofu!
64
Interessant wäre es...

...ob die zahlreichen Sympathisanten vom "Schwarzen Block" über das Pankahyttn-Umfeld bis zum "linken" Rand der Grünen eher als folkloristische Traditionspfleger zu bezeichnen sind oder einfach nur als dumm.

tagessuppe
00
für eine welt ohne dummheit !

und deren sympathisanten vom rechten rand!

Dazu folgendes:
23
"es gehe bei den Versuchen, herauszufinden, wer die tödliche Schüsse abgab, darum, "die Auseinandersetzung mit der Geschichte bewaffneter Politik auf die Ebene von Mord und Gewalt runterzuziehen."

Ja liebe Freunde, genau darum geht es.

Wer das 2010 noch immer nicht verstanden hat ist entweder emotional komplett verkrüppelt oder hat massive eigene Schuld zu verdrängen.

Die meisten vermutlich beides.

Bibabutzemann
06

Natürlich geht es darum.

Nur weil die RAF-Leute ihre Taten mit irgendeinem verqueren kommunistischen Gedankenkonstrukt rechtfertigen wollten, bleibt Mord, auch wenn er im Namen der Revolution begangen wurde, Mord.

Wenn diese Leute an die Macht gekommen wären, wäre es sehr wahrscheinlich zu ähnlichen Exzessen wie in China, SU oder Kambodscha gekommen. Selbstverständlich im Namen des gerechten Klassenkampfes. Insoweit haben alle Kriminellen Neutraliserungstechniken und Rechtfertigungsstrategien, um ihre Taten zu beschönigen.

Laurenz G
01
Mord vs. Staatliches Töten

Ich gebe Ihnen vollkommen recht. Es bleibt aber die moralisch unklare Differenzierung zw. dem Morden der RAF und dem offiziell sanktionierten Töten im Krieg. Die RAF hatte dem Staat BRD den Krieg erklärt und damit für sich einseitig das Recht zu töten proklamiert. Klar, dass ein Staat dies von einem Nicht-Staat nicht akzeptierte. Daher ist das eine Phänomen als Mord (niedriger Beweggrund) benannt und das andere Phänomen als Töten als Kriegshandlung. - Ich glaube, wenn man die RAFler als Krieg führende Partei betrachtete (so wie sie es selbst taten), würde manches klarer, wenn auch nicht weniger schlimm. Nur waren sie eben nicht "Verrückte", sondern Feinde und Gegner.

cannery row
00
was ich..

ganz unemotional etwas befremdlich finde ist, dass diese weirdos frei herumlaufen.

tagessuppe
22
Maul halten

sagst du ja bleibst du da
sagst du nein gehst du heim
die unschuldsvermutung ist was für die zeitung
für die pozilei ist man immer schuldig

hed
23
stimmt.

die verurteilung der raf-schlächter war nichts weiter als ein justizskandal. wo kommen wir denn hin, wenn berufssöhne und -töchter nicht mehr nach belieben menschen meucheln dürfen?

Träume sind Schäume.
1111
Na dann alle einbuchten

Verweigerung der Zeugenaussage gilt als Strafdelikt wie übrigens Meineid.

Stammheim neu einrichten und die Herrschaften dort einquartieren bis sie sich's anders überlegen.

Wenn sie wollen können sie dort auch in die Fußstapfen ihrer Vorgänger treten und NEIN die wurden nicht ermordert sondern haben sich wie Feiglinge selbst gerichtet ;)

Plasmaball
12
Helmut Kohl:"Ich kann mich nicht mehr erinnern...."

...

Peter Hammer 06
02
Man muss sich nicht selbst belasten....

...näheres erklärt Ihnen Frau Salesch oder Herr Hold, fast täglich auf SAT.1.

gladio
00
"Verweigerung der Zeugenaussage gilt als Strafdelikt "

Aber nicht, wenn man sein Ehrenwort gegeben hat...

Susanne_B
25

Das ist absoluter Unsinn. Es gibt ein Entschlagungsrecht. Man muss zB nicht aussagen, wenn man sich mit einer Aussage selbst belasten würde.

gubo2.0
15
korrekt

und schon gar nicht bei der polizei.
ist schließlich aufgabe der polizei die schuld zu beweisen und nicht, wie oft gemacht, die aufgabe des angeklagten, seine unschuld zu beweisen.

gensfleischs_erbe
119
Die RAF ist gescheitert

und das ist Menschen mit großer moralischer und politischer Integrität wie Helmut Schmidt und einer gelebten demokratischen Gesellschaft zu verdanken. Es ist eine große politische Leistung der jungen deutschen Demokratie den politischen Extremismus standgehalten und überwunden zu haben. Leider gibt es nachwievor insbesondere rechte aber auch linke Gewalttäter. Aber diese Gesellschaft lässt sich von diesen Unmenschen nicht mehr erpressen. Die Täter von damals sich mit dem Rechtsstaat von heute auseinanderstetzen oder auch nicht, die historische Bilanz bleibt gleich.

erdbär
111
Ex-Terrorist

Schmeichelhaft.
Ist das so was wie ein Ex-Beamter?
Warum nicht auch Ex-Mörder oder ein Ex-Vergewaltiger?
Ab wann ist ein Terrorist eigentlich ex-Terrorist? Wenn man mit 65 (Frauen mit 60) in Pension geht?

BostonWhaler
03
Eines versteh ich nicht

Wozu schreibt man im Artikel Edelgard G., wenn man am Foto den Namen Edelgard Graefer lesen kann?

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