Sommerloch

Amanda, Krake Paul und Lothar Matthäus' Ehedrama

Astrid Ebenführer, 2. August 2010, 12:20
  • Artikelbild
    foto: boris roessler dpa

    "Sommerloch" in Deutschland, eine Gemeinde in Rheinland-Pfalz.

Wenn das Sommerloch zu tief wird, müssen unwichtige Geschichten als Aufmacher herhalten

Immer wieder muss das deutsche Dorf "Sommerloch" herhalten, wenn es um die Illustration eines solchen geht. Laut Wikipedia ist das Sommerloch (engl.: silly season) "eine Bezeichnung der Massenmedien, besonders der Tagespresse und der Nachrichtenagenturen, für eine nachrichtenarme Zeit, die vor allem durch die Sommerpause der politischen Institutionen und Sport-Ligen ferner auch der kulturellen Einrichtungen bedingt ist."

"Spiegel Online" stellt gerade in einem Quiz die Frage  "Wie tief ist das Sommerloch?" und will von den UserInnen wissen: "Erinnern Sie sich an die verrücktesten Ideen? Testen Sie Ihr Sommerloch-Wissen". 

Gibt es (scheinbar) keine relevanten Themen, werden ansonsten eher unwichtige Geschichten zu Aufmachern hochstilisiert. Für Deutschland zählt die Nachrichtenagentur dpa als Beispiele die seherische Krake Paul, das erneute Ehe-Drama von Lothar Matthäus oder Lenas Musikvideo, in dem die Eurovisions-Siegerin Autodiebstahl verharmlose, auf.

Hierzulande findet sich wohl die kurzzeitig verschwundene Schlange Amanda ganz oben auf der Hitliste der Sommerlochthemen. Auch Hitzewellen und Gelsenplagen füllten ganze Titel- und Nachrichtenseiten, ebenso wie Hochzeiten (Victoria und Daniel) und Verlobungen (Fürst Albert und Charleen Wittstock).

Das Sommerloch kann man freilich auch anders nutzen und über Themen berichten, die ansonsten in der aktuellen Berichterstattung keinen oder zu wenig Platz finden. René Zeller, der stellvertretende Chefredakteur der "Neuen Zürcher Zeitung", meint gegenüber der dpa: "Wenn die politischen Mühlen nicht mahlen, kann sich die Presse anderen Themen zuwenden, die sonst zu kurz kommen. So gesehen, ist das 'real existierende' Sommerloch vor allem eine Chance: Die Medienschaffenden sind gehalten, die journalistische Neugier zu aktivieren, thematische Fundstücke auszugraben. Und das geneigte Publikum wird während einiger Wochen von den ewig gleichen politischen Fanfarenstößen verschont." (red)

Kommentar posten
16 Postings
1000 Kopfläuse können nicht irren
00
12.8.2010, 10:19
Überall gibt es noch und nöcher...

... diese verflixten Sommerlöcher!

a grünes stricherl
 
00
eine deutsche tafel und deutsche themen

wie gross ist der deutschlandkomplex in österreich eigentlich?

Ueberlebenskuenstler
00
Dann nennens das meinetwegen "Sommeröd"

müsst irgendwo in Niederösterreich sein, wenn ich mich nicht irre.

a grünes stricherl
 
00
dann noch lugner statt loddar

und k.a.was statt dem krakerl.

hanni fridrich
00

wie sagte schon mat schuh:"mein sommerloch ist 1,80 und blond"

Duck of Death
00

Mir gehen die LSD-Pickerl ( in LSD getränkte Abziehbilder) Geschichten ab, die mir so viele Sommer viel Freude bereitet haben.

zwergleviathan
00
die waren aber nie aufs sommerloch beschränkt

sondern sind eher so wie die "satanistic ritual child abuse"-Massenpanik eher verselbständigte Hoaxes

und die bedürfen ja keiner Saison um erzählt zu werden

wobei, eine Ausnahme gibts da schon:

die alte Leier von den Rasierklingen in den gesammelten Halloween-Süßigkeiten... die zieht nur an Halloween

aber auch die ist schon locker 30 Jahre alt, Zeit sich was neues einfallen zu lassen, meinen Sie nicht?

Thomas Jackson
00

Loch Ness fehlt mir jetzt aber schon seit Jahren!?

Ueberlebenskuenstler
00

Ja, was ist denn mit Nessie los? Auch von BigFoot, dem Sasquatch und den kleinen Kobolden mit den drei Augen hört ma nimma mehr was. Ausgestorben? In Ruhestand?

mukl
00

...und wenn über das sommerloch geschrieben wird, weiß man, dass die hälfte sommerlochphase überschritten ist.

...wahnsinn, die zeit vergeht echt immer schneller. nicht einmal mehr die sommerlöcher sind so fad wie früher.

one single voice
02

kürzlich habe ich in der heute einen artikel gesehen, über einen hund, der gerne in einen see springt. mit bild!

BenutzerMich
00

aber haben sie schon mal einem hund zugesehn, wenn er in einem see springt?
relativ witzig, wie ich finde. vor allem wenn er einem ball oder einem stöckchen hinterherspringt. keine sekunde wird gezögert.

m3a
05

im fall der "zeitung" "heute" handelt es sich allerdings dabei nicht um ein sommerloch sondern um journalistischen alltag

angehender Medientechniker
 
00

Wobei mir diese Geschichten lieber sind, als die UFO-Sichtungen, von denen "Österreich" zu berichten weiß.(kein Scherz!)

Ueberlebenskuenstler
00

Ich liebe UFO-Geschichten. Allemal spannender, als ins Wasser springende Hunde. Die seh ich hier am See jeden Tag... wie öde. Da brauch ich keine Zeitung für. Spannend wirds nur, wenn die Viecher dem Schwan zu nahe kommen, dann gibts was auf die Mütze.... ähh aufs Fell. So schnell haben Sie noch nie einen Hund schwimmen sehen....

derPolizist
03
"Gibt es (scheinbar) keine relevanten Themen, werden ansonsten eher unwichtige Geschichten zu Aufmachern hochstilisiert."

Oder man schreibt Artikel über Sommerloch-Geschichten...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.