Schloss Eggenberg wurde in die Liste aufgenommen

1. August 2010, 19:45
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Der Beschluss über Erweiterung der Grazer Altstadtzone steht fest - Insgesamt wurden 39 Nominierungen entschieden

Brasilia/Graz - Das UNESCO-Komitee hat die Erweiterung der Welterbezone Altstadt Graz um das Schloss Eggenberg beschlossen. Wie von der Stadt unter Berufung auf Stadtbaudirektor Bertram Werle am Sonntag mitteilte, sei die Aufnahme bei der Jahrestagung in Brasilia erfolgt, wo über insgesamt 39 Nominierungen aus 33 Staaten entschieden wurde.

Der Grazer Erweiterungsvorschlag war bereits 2005 eingereicht worden. 2006 erhielt man den Auftrag, für die gesamte Welterbezone einen Managementplan zu erstellen. Nachdem dieser eingereicht und von der UNESCO wohlwollend zur Kenntnis genommen worden war, erfolgte eine neuerliche Bewerbung. Insbesondere ging es darum, die historische Achse zwischen der bereits 1999 zum Weltkulturerbe ernannten Grazer Altstadt und dem Schloss Eggenberg im Westen der Stadt darzustellen und eine Pufferzone zum Schutz der historischen Baujuwele einzurichten.

Barockes Raumkunstwerk

Das Barockschloss Eggenberg war nach 1625 vom Italiener Pietro de Pomis als Residenz des kaiserlichen Statthalters Hans Ulrich von Eggenberg (1568-1634) errichtet worden. Das Haus ist als riesiges Gleichnis erbaut, ein symbolisches Abbild des Universums. Entscheidend für den Rang von Schloss Eggenberg als Raumkunstwerk ist ein Zyklus von 24 Prunkräumen mit dem großen Planetensaal im Zentrum. Vor allem ein riesiger Zyklus von über 500 Deckengemälden des 17. Jahrhunderts, die als charakteristisches Zeugnis für frühbarockes Weltverständnis gelten, sind von großer Bedeutung.

Bürgermeister Siegfried Nagl meinte nach der positiven Entscheidung, die Erweiterung sei für ihn und die Stadt Graz nicht nur "ein toller Erfolg, "sondern auch ein Auftrag, die historischen Schätze mit aller Kraft auch für zukünftige Generationen zu bewahren". Der Grazer Antrag beim UNESCO-Komitee sei ohne kontroversielle Diskussion einstimmig angenommen worden. (APA)

Reaktionen auf Weltkulturerbe

Sehr erfreut über die gestern offiziell erfolgte Anerkennung von Schloss Eggenberg als Weltkulturerbe zeigte sich Kulturlandesrätin Bettina Vollath, die das "Potenzial an einzigartigen Schätzen in der Steiermark" würdigte. Kulturstadtrat Karl-Heinz Herper betonte, man müsse nun die gesamte Zone zwischen Welterbe-Altstadt und Schloss Eggenberg aufwerten.

"Einzigartigkeit und Authentizität sind die wesentlichen Kriterien für die Aufnahme eines Kulturdenkmals, und wir alle können stolz darauf sein, über welches Potenzial an einzigartigen kulturellen Schätzen wir in der Steiermark verfügen. Ich bin mir sicher, dass die internationale Auszeichnung wieder einen weiteren Schritt zu mehr Präsenz im internationalen Raum darstellt und noch mehr Kulturinteressierte in die Steiermark bringen wird", so Bettina Vollath. Sie gab darüber hinaus der Hoffung Ausdruck, "dass auch viele Steirer über diese Auszeichnung motiviert werden, sich mit unserem außergewöhnlichen kulturellen Erbe, unserer Geschichte und unserem aktuellen Kulturschaffen auseinanderzusetzen. "

Stadtrat Karl-Heinz Herper meinte, man müsse nicht nur dafür sorgen, dass es die schützenswerte Achse zwischen den beiden Weltkulturerbe-Punkten Altstadt und Schloss Eggenberg gibt, sondern "dass wir uns auch verstärkt den kleinräumigen Kunstaktivitäten wie etwa im Gries- oder Lendviertel widmen."

"Wir sind sehr stolz, dass die bestehende Welterbestätte Graz-Historisches Zentrum um Schloss Eggenberg erweitert wurde", erklärte Barbara Kaiser, die Leiterin des Schlosses Eggenberg. Auch die Geschäftsführer des Universalmuseums Joanneum, Intendant Peter Pakesch und Direktor Wolfgang Muchitsch zeigen sich glücklich über die Entscheidung der UNESCO: "Mit dem Prädikat Weltkulturerbe erleben die jahrelangen Anstrengungen des Landes Steiermark und des Universalmuseums Joanneum um den Erhalt und den Ausbau des Museumsstandortes Schloss Eggenberg, einer Symbiose von historischem Monument und modernen Museumsbetrieb, ihren krönenden Abschluss."

KPÖ-Stadträtin Elke Kahr und Gemeinderat Mag. Andreas Fabisch drückten am Montag ihre Freude darüber aus, dass nun auch das Schloss Eggenberg zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden ist. Kahr: "Wir erinnern uns noch gut daran, dass während der Diskussion um den Kastner-Neubau einigen das Weltkulturerbe Altstadt sehr lästig war und sie diesen Titel sogar los werden wollten. Jetzt zeigt sich, dass die langen und intensiven Diskussionen in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung waren."

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