Rotes Kreuz: "Ginge auch ohne Freiwillige"

1. August 2010, 18:53

Die Organisation sieht sich nicht als "Sozialkonzern"

Wien - "Wir würden bestraft werden, wenn wir nicht wirtschaftlich handeln würden", ist Werner Kerschbaum überzeugt. Eher nicht von den Kunden und Banken, sondern den Geldgebern: Spendern und der öffentlichen Hand. Denn Werner Kerschbaum ist Manager eines Großkonzerns - des Roten Kreuzes.

Mehr als 480 Millionen Euro Umsatz macht die Organisation pro Jahr. "Natürlich sind wir damit ein großes Sozialunternehmen", meint dazu der stellvertretende Generalsekretär. Aber als "Sozialkonzern" sieht er das Rote Kreuz nicht. "Die Konnotation bei Konzernen ist negativ. Wir haben keine Konzernstruktur, sondern sind föderal aufgebaut. Wir sind nicht auf Gewinnmaximierung aufgebaut, unsere Fluktuationsrate ist gering und Kündigungen selten", sagt der 58-Jährige, der zuvor bei Masterfoods und Billa gearbeitet und seit elf Jahren seinen aktuellen Posten hat.

Dennoch bleibt Geld übrig. "Das wird für Rücklagenbildung genutzt, allerdings nicht aus Spenden oder öffentlichen Geldern." Als Beispiel nennt er die Blutbank. Für den Verkauf der Beutel gibt es Geld. "Wird aber beispielsweise ein neues Verfahren zur Qualitätssteigerung entwickelt, können wir das dann selbst bezahlen." Auch mittels der Rufhilfe, bei der mittels Knopfdruck im Notfall direkt das Rote Kreuz alarmiert werden kann, macht man Gewinne. "Allerdings wird aus diesen Mitteln dann beispielsweise sozial Bedürftigen die Teilnahmegebühr von 26 Euro im Monat erlassen."

Und schließlich gehe es auch darum, Geld für Leistungen zur Verfügung zu haben, die die öffentliche Hand nicht bezahlt. Oder noch nicht. "Ein Beispiel ist hier die Hospiz-Bewegung. Wir wollten die Kultur des Sterbens verändern."

Dass aber der Druck der Geldgeber steigt, will er gar nicht bestreiten. "Jeder Mitarbeiter sollte unternehmerisch denken und handeln." Man mache auch seine Hausaufgaben: "Wir fragen uns natürlich, ob die derzeitige Aufgabenverteilung optimiert ist." Als Erfolg sieht er in dieser Beziehung die gemeinsame Beschaffung der Länderorganisationen, etwa bei Uniformen. Auch das Fundraising und die IT soll nach einem neuen Konzept stärker zusammengeführt werden.

Von einer nicht unumstrittenen Ausschreibung wie in Tirol, wo das Rettungswesen an eine Bietergemeinschaft verschiedener Sozialorganisationen vergeben wurde, hält er allerdings weniger. "Eine Ausschreibung ist nicht zwangsläufig Garant für das beste System", meint Kerschbaum. Denn der Faktor Freiwilligkeit spiele darin eine zu geringe Rolle. "Natürlich ginge es auch ohne Freiwillige. Aber im Rettungsdienst sind 50 Prozent der Beteiligten Freiwillige, und wir sind der Meinung, dass das auch weiter so sein soll". (Michael Möseneder, DER STANDARD - Printausgabe, 2. August 2010)

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18 Postings
thomas 2
00
"justice, and not charity" - Gerechtigkeit und nicht Wohltätigkeit (Th. Paine)

keine NGO´s sonder der Staat (wir) müssen die Leistungen bereitstellen
Almosenstaat wie die USA wollen wir nicht!

Chien de Pique
02

Klar geht es ohne Freiwillige, wenn man einfach Sklaven bestellen kann.

Markus Müller-W.
01
Krone-Niveau

mehr kann ich zu so einer Headline bzw. Berichterstattung nicht sagen...
Herr Kerschbaumer hat auf Facebook seine Aussagen richtig gestellt.

ExBeamter
03
Passt bei solchen Aussagen ziehe ich meinen Dauerauftrag fürs RK wieder zurück.

popokatepetl
21
Natürlich würde es gehen! Die haben ja sicher auch genug Geld auf die Seite geräumt!

Nicht nur das UNSUMMEN- ja! Obszöne Unsummen für jeden normalen KTW (Krankentransport-wagen)-transport verrechnet werden an die jeweilige GKK- bekommt das Rote Kreuz auch noch für jeden Zivildiener 600€ (oder sogar 700?) im monat überwiesen...und dann noch das total einträgliche Geschäft mit den Flüchtlingsheimen, wo nur ein Bruchteil des Geldes für Flüchtlinge ausgegeben wird, der Ihnen laut Grundversorgung zustünde...!

Ihr seid kein Konzern?
Schlimmer...eine pseudo-Hilfs-organisation.
Aber klar...hilf dir selbst dann hilft dir Gott...oder wie?

DemRepublikaner
11
Mir scheint sie haben ein Problem

Wollen Sie darüber reden? Sie haben von den Finanzen leider keine Ahnung.

another_stranger_me
02

also die überschrift ist echt grausig

wie kann man nur eine kleine nebenbemerkung, die zudem noch relativiert wird, zum headliner machen??

oder hab ich mich so vertippt, dass ich bei der falschen zeitung gelandet bin?!

linuxforeverlinux
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eine frechheit das rote kreuz

die cashen ab, dass sich die balken biegen!
verkaufen die blutkonserven teuer weiter, angeblich 300 euro das packerl u. rufen dann noch ständig auf, weiterzuspenden!
warum nicht, eh klar, damit die ihre hälser weiter vollbekommen!

another_stranger_me
00

am besten, Sie boykottieren das Rote Kreuz!

einen revers können Sie immer unterschreiben, solang Sie zurechnungsfähig sind - wobei's da eventuell happern könnte...

linuxforeverlinux
00

ich kann nicht für sie sprechen (schade eigentlich!), aber ich bin sicher zurechnungsfähig!

medizyniker
00

die blutkonserven kosten auf grund der aufwändigen testvefahren auf infektiosität und der lagerung eben geld.
und nur so nebenbei: zurechnungsfähigkeit wird aus guten grund nicht von der selbsteinschätzung des betroffenen abhängig gemacht...

parapente
00
Kommt man endlich drauf,

dass das Bundesheer nicht dazu da ist, Gratisarbeiter, also Zivis, für verschiedene NGO´s zu rekrutieren??

Nessus
01
Das weiss eh jeder

Nur der, der das auch auszusprechen wagt, wird als "Böser" von den wohltätigen Vereinen (und die sind ja automatisch die "Guten") in der Luft zerrissen - und drum traut sich da keiner drüber.

TheWeeklyRevolutionOfficial.Blog.com
12
haha! das verschuldete rote kreuz, das, ich spreche aus erfahrung, seine angestellten ausbeutet bis aufs letzte, ist der meinung, dass es ohne freiwillige auskommt?

egal welche drogen die nehmen, sie sollten besser aufhören damit... ist ja nicht zufassen...^^

legal eagle
 
02

andererseits: wer braucht schon freiwillige, wenn man auf zivi-zwangsarbeiter zugreifen kann.

samba cat
09
interessant waere hier

ein statement zu zivildienern gewesen, deren beschaeftigung afaik dem irk-fundament der freiwilligkeit widerspricht...

gärtner
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herrliche ironie

eigtl sind die freiwilligen sanitäter arbeitsplatzvernichter, die der gesellschaft schaden.

OMG
09
Warum auch Freiwillige...

... wenn man sich sowieso Sklaven halten kann?

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