Strafvollzug

Heimische Gefängnisse wieder voll ausgelastet

01. August 2010 08:48
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    Foto: apa

    Von den im Vorjahr entlassenen Häftlingen mussten 38 Prozent ihre volle Strafe absitzen.

Zu 96 Prozent belegt: Nach Rückgang wegen Haftentlastungspaket wieder leichter Anstieg - Gedämpfte Erwartungen an elektronische Fußfessel

Wien - Zweieinhalb Jahre nach Inkrafttreten des "Haftentlastungspakets" sind die österreichischen Gefängnisse wieder beinahe voll. Mit Stand Ende Juni gab es exakt 8.663 Häftlinge - um 300 mehr als im Jahresdurchschnitt 2009. Die Kapazitäten der Justiz sind damit zu 96 Prozent ausgeschöpft. Die Strafvollzugsdirektion rechnet auch damit, dass die Häftlingszahlen weiter "sukzessive wieder nach oben gehen". Dass der ab September geplante elektronisch überwachte Hausarrest ("elektronische Fußfessel") eine Entlastung bei den anhaltend hohen U-Haft-Zahlen bringen könnte, glaubt der Kriminalsoziologe Arno Pilgram nicht.

Das Anfang 2008 in Kraft getretene "Haftentlastungspaket" hat die Zahl der Häftlinge stark reduziert: Von einem Höchststand von 8.944 im Jahresschnitt 2007 auf 8.242,3 im Jahr 2008 und 8.367 2009. Ausschlaggebend war (neben einem nur kürzfristigen Einbruch bei der Untersuchungshaft 2008) die deutlich erleichterte bedingte Entlassung. Damit sank die Zahl der Strafhäftlinge 2008 schlagartig um rund 400 und im Jahr darauf noch einmal um über 100 (siehe Tabelle).

Generalprävention

Konkret wurde mit dem Haftentlastungspaket die bis dato mögliche bedingte Entlassung nach zwei Drittel der Strafdauer vorverlegt. Stattdessen erfolgt sie nun schon nach halber Haftdauer, wenn für den Häftling eine günstige persönliche Prognose vorliegt (wenn also zu erwarten ist, "dass der Verurteilte durch die bedingte Entlassung nicht weniger als durch die weitere Verbüßung der Strafe von der Begehung strafbarer Handlungen abgehalten wird"). Außerdem wurde die bedingte Entlassung grundsätzlich erleichtert: die "Generalprävention" (also die abschreckende Wirkung der Strafdauer auf mögliche andere Täter) muss nur mehr in Ausnahmefällen berücksichtigt werden.

Die bedingten Entlassungen wurden damit massiv ausgeweitet: Im Vorjahr kam mehr als die Hälfte der Entlassenen vor Ablauf der Strafe bedingt auf freien Fuß, davon 21,5 Prozent nach Verbüßung der halben Strafdauer. In weiteren 29 Prozent erfolgte die bedingte Entlassung auf Beschluss des zuständigen Straflandesgerichts, fast 38 Prozent der Gefangenen mussten ihre Strafe bis zum letzten Tag absitzen, wie aus den Zahlen der Vollzugsdirektion hervorgeht.

2.057 Gefangene sitzen in U-Haft

Dennoch ist die Zahl der Häftlinge im ersten Halbjahr wieder angestiegen - und zwar sowohl in der Straf- als auch in der Untersuchungshaft. Demnach saßen mit 30. Juni genau 8.663 Personen im Gefängnis, womit die vorhandenen Haftplätze zu 96 Prozent ausgeschöpft waren. Allein 2.057 Gefangene warteten in U-Haft auf ihren Prozess. Hier ist der Ausländeranteil mit fast zwei Drittel traditionell besonders groß (weil häufig Fluchtgefahr angenommen und somit U-Haft verhängt wird). In Strafhaft befanden sich 5.673 Personen (davon etwa 44 Prozent Ausländer).

An der mangelnden Nachhaltigkeit des Haftentlastungspakets liegt der Anstieg der Häftlingszahlen laut Pilgram allerdings nicht. Vielmehr sei die bedingte Entlassung der Häftlinge mittlerweile zur "Regelform" geworden, auch die Bewährungshilfe werde vermehrt eingeschaltet. Der Kriminalsoziologe führt die steigenden Häftlingszahlen eher auf den anhaltenden "Nachschub" an Verurteilten zurück. Wenig zuversichtlich ist Pilgram, was die Hoffnung betrifft, die U-Haft-Zahlen durch die ab Herbst geplante elektronische Fußfessel zu reduzieren. Hier sei eher zu befürchten, "dass die U-Haft bleibt und (mit der Fußfessel, Anm.) noch etwas dazu kommt, wo andernfalls gar nichts passiert wäre". (APA)

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AngelikaSch
03.08.2010 16:33
Unklarheiten bei den Zahlen

1., Sind von den 8.663 Personen im Gefängnis 2.057 in U-Haft oder kommen die noch dazu?
2., 5.673 Personen in Strafhaft und 2.057 in U-Haft ergeben gemeinsam weniger als 8.633 Personen. Was ist mit der Differenz?
Bitte um Aufklärung. Vielleicht weiß ja auch die Redaktion mehr dazu, auch wenn es eine APA-Meldung war.

Marlon62
02.08.2010 21:40
Hmmm,

somit sind ~ 361 Plätze frei. Sollte sich für alle Abgeordneten samt Lobbyisten ausgehen.

Marlon62
02.08.2010 19:38
Hmmmm?

4% frei? Reicht das für alle Politiker?

Paul der Tintenfisch
02.08.2010 15:35
wie hoch ist denn eigentlch der österreicher anteil ohne migrationshintergrund ??

Marlon62
03.08.2010 10:58
Niedrig,

weil Frau BM B-O gegen die österreichischen Halunken aus Politik und Wirtschaft nicht vorgeht oder -gehen lässt.

ExBeamter
02.08.2010 08:52
Nix da, volle Haftdauer ist Abschrckung.

linuxforeverlinux
02.08.2010 12:16

ihre rechtschreibung ist eine abschreckung!
naja, wie sie eben sind die blauen!!

linuxforeverlinux
02.08.2010 11:24

Den Grad an Zivilisation einer Gesellschaft kann man am Zustand ihrer Gefangenen beurteilen!!!
wird ihnen vermutlich nichts sagen, da man als zahntechniker nicht über das ehemalige täglich alles tagesblatt nicht hinausgekommen ist!!

linuxforeverlinux
02.08.2010 11:19

sprach der gescheiterte zahntechniker, für den sogar die hauptschule eine herausforderung war!!

standardabweichung
01.08.2010 19:43

eine auslastung von der die hiesigen theaterintendantInnen nur träumen

Franz Reisl
01.08.2010 19:00
Die p.t. Gauner werden gebeten rechtzeitig zu reservieren.,.

Bergdolm
01.08.2010 17:32
44% Ausländeranteil

Noch ein bisschen Zuwanderung, und wir bekommen die Hütten voll.

Angenehmer Nebeneffekt:
Dann wäre wirklich kein Platz mehr für Grasser, Meischberger, Meinl und Co.

Die ÖVP und "die Wirtschaft" haben das wirklich alles durchdacht, und die SPÖ ist dabei das abzunicken.

Martin Brunner
01.08.2010 21:30
jaja nur deswegen weil für die wirklichen kriminellen hier in ö

die unschuldsvermutung gilt ;-)

Bergdolm
01.08.2010 17:12
Was soll diese Meldung signalisieren?

Wir tun ohnehin, was wir können.

An die wirklichen "Kapitalverbrecher" geht man nicht ran - weil das politisch so gewünscht ist!

Shiraneko
01.08.2010 16:21
44% Ausländeranteil...

...darf das der Standard wirklich so schreiben, ohne dass gleich die Gutmenschen-Nazikeule kommt? Das geht ja so nicht!

Also, machen wir "Menschinnen mit Migrationshintergrund" daraus, und dann schauen wir mal, ob das das Problem löst...

invodaseibua
02.08.2010 11:19

"menschInnen mit migrationsvordergrund" ist schon ein alter hut.

die neueste pc-bezeichnung lautet:
"menschInnen mit integrationspotential"

Na-No-Na-Ned-Na-Na
01.08.2010 19:35

nein darf man nicht, siehe mein Posting um 13:57

dahofawors
01.08.2010 16:02
ein klassenstaat

mehr ist österreich nicht. denn ein wurstsemmel-dieb wird verhaftet, ein grasser, hochegger,.. bekommen staatspreise, im normalfall....

hotzenplotz1001
01.08.2010 17:41
Staatspreise bekommen sie nicht. Wäre dann doch übertrieben.

Auf vergessliche Staatsanwälte kann sich Bankräuber-Franze nicht verlassen. Ein Exminister heutzutag aber schon. Solche frei herumlaufen lassen, ist in einem in sich kollabierenden, früheren Rechtsstaat schon zweifelhaft genug. Früher hätt's das nicht gegeben!

nix fir unguad
01.08.2010 17:39
Dann sollte man schleunigst weitere Gefängnisse planen und bauen

Die Kriminalität wird zunehmen.
Die Vorzeitige Entlassung der Kriminellen löst das Problem nicht, eher verschärft es. Die Rückfallquoten sind beachtlich.

Ivan Fedorov
01.08.2010 17:33
um so viel schaden anzurichten, wie die oben genannten

muss der autoknacker schon ein paar millionen autos aufbrechen...

Dritter von Links
01.08.2010 17:18

Das stimmt so, wie Sie es sagen, einfach nicht. Im Normalfall blüht einem Wurstsemmeldieb beim ersten Mal schlimmstenfalls ein Diversionsverfahren, wenn nicht überhaupt das Verfahren wegen mangelnder Strafwürdigkeit eingestellt wird.

Im übrigen können auch kleine Gauner bei kleinen Leuten erhebliches Ungemach verursachen. Ersttätern blüht im Falle der Verurteilung bestenfalls eine bedingte Strafe, wenn der Strafrahmen nicht zu groß ist, wenn also dem Delikt "die Schwere" fehlt.

dahofawors
01.08.2010 19:37
sie haben natürlich recht

ich merk immer mehr, wie leicht das abgleiten ins tendenziöse ist....

Parkschwein
01.08.2010 16:55

abgesehen davon dass der wurstsemmel-diebstahl üblicherweise leichter nachzuweisen ist, bin ich mir sicher, dass das der arme hungrige dieb nicht das gängige täterbild ist, eher solche, die autos aufbrechen und radios stehlen oder angriffe auf leib und leben ...

rough_rider
01.08.2010 16:16

na das is natürlich nur in österreich so, dass sichs die einflussreichen richten und die armen durch die finger schaun.

...

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