Jessica Ennis in neuen Dimensionen

1. August 2010, 00:04
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6.823 Punkte der Britin beste Siebenkampf-Leistung der EM-Geschichte - Zweites Gold für Fara über 5000 Meter - Türkin Nevin Yanit überrascht im Hürdensprint

Barcelona - Mit der besten Leistung einer Siebenkämpferin in der Geschichte von Leichtathletik-Europameisterschaften hat die Britin Jessica Ennis das Titelrennen in Barcelona für sich entschieden. Die amtierende Weltmeisterin erreichte 6.823 Punkte und verwies die Ukrainerin Natalija Dobrynska (6.778) und die Deutsche Jennifer Oeser (6.683) auf die weiteren Ränge. Im Medaillenspiegel liegt vor dem Schlusstag Russland mit 21 (8/6/7) vor Großbritannien mit 16 (6/6/4) und Frankreich mit 12 (6/2/4) in Führung.

Neben Sprinter Christophe Lemaitre (100 m, 200 m) gibt es seit Samstag einen zweiten Doppel-Europameister von Barcelona 2010. Der Brite Mo Farah setzte sich nach dem Gewinn von 10.000 Metern auch über die 5.000 m durch, es war das erste Bahn-Langstrecken-Double bei einer EM seit dem Italiener Salvatore Antibo 1990 in Split. In 13:31,18 Minuten verwies der in Somalia geborene 27-Jährige den Spanier Jesus Espana (13:33,12) auf den Silberplatz, vor vier Jahren in Göteborg war das Rennen andersrum ausgegangen.

Den bisher emotionalsten Jubel der Kontinentaltitelkämpfe zeigte nach ihrem 100-m-Hürdensieg die Türkin Nevin Yanit, die mit Landesrekord von 12,63 Sekunden die Überraschung vollbrachte. Für die Türkei war es das zweite Gold nach jenem durch die gebürtige Äthiopierin Elvan Abeylegesse über 10.000 m. Auf den Plätzen landeten die Irin Derval O'Rourke (12,65) und die Deutsche Carolin Nytra (12,68). Victoria Schreibeis war im Halbfinale ausgeschieden.

Die Niederösterreicherin klassierte sich in ihrem Lauf bei 1,9 Meter pro Sekunde Gegenwind in 13,41 Sekunden an siebenter Stelle und wurde Gesamt-14. "Ich bin nicht in den Lauf reingekommen. Ich mag eigentlich Gegenwind, aber vielleicht war das ein bisserl zu viel für mich", sagte die 31-Jährige, die als erste Österreicherin in der EM-Geschichte im Hürdensprint den Vorlauf überstanden hatte. "Ziel war das Halbfinale, also bin ich auch zufrieden, aber ich wünschte, mir wäre der Lauf heute besser gelungen."

In den weiteren Bahnentscheidungen sah man über 400 m Hürden einen souveränen David Greene, der mit 48,12 Sekunden seinen britischen Landsmann Rhys Williams auf Platz zwei verwies (48,96), sowie einen polnischen Erfolg über 800 m durch Marcin Lewandowski (1:47,07 Min.) vor dem Briten Michael Rimmer (1:47,17). Über 200 Meter bei den Frauen triumphierte die Französin Myriam Soumare in 22,32 Sekunden vor der Ukrainerin Jelisaweta Bryschina (22,44).

Vier Entscheidungen in den technischen Bewerbe standen am vorletzten EM-Tag auf dem Programm. Im Kugelstoßen setzte sich der weißrussische 140-Kilo-Mann Andrej Michnewitsch mit 21,01 Metern mit einem Zentimeter Vorsprung auf den Polen Tomasz Majewski (21,00) sowie dem Deutschen Ralf Bartels (20,93) durch. Dreisprung-Europameisterin wurde die favorisierte Ukrainerin Olga Saladuha mit 14,81 m vor Simona La Mantia aus Italien (14,56).

Ein Blickfang war der Stabhochsprung der Männer dank eines begeisternden Renaud Lavillenie, der als erster Franzose in der 76-jährigen EM-Geschichte Gold in dieser Disziplin errang. Der 23-jährige, nur 1,77 m große WM-Dritte von Berlin überquerte 5,85 Meter und scheiterte danach knapp an 6,02 m. Als Sieger vor dem Ukrainer Maxim Masuryk (5,80) war er bereits festgestanden. Im Speerwurf hielt der Norweger Andreas Thorkildsen in einem hochklassigen Bewerb mit 88,37 Metern dem Ansturm des deutschen Newcomers Matthias de Zordo (87,81) und des Finnen Tero Pitkämäki (86,67) stand und verteidigte seinen Titel erfolgreich.

Im Marathon am Vormittag hatte es durch die 31-jährige Zivile Balciunaite den ersten Sieg für Litauen in dieser Disziplin gegeben. Vor vier Jahren in Göteborg noch Vierte, forcierte sie als Erste und gewann das durch Barcelonas Zentrum geführte Rennen über 42,195 Kilometern in 2:31:14 Stunden vor der Russin Nailja Julamanowa (2:32:15) und der Italienerin Anna Incerti (2:32:48). Bevor das Rennen in Szene ging, nützten Läufer aus vielen Nationen den Luxus der abgesperrten Straßen und besichtigten den Kurs für ihr Rennen am Sonntag.  (APA)

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    Jessica Ennis am Ende ihrer wunderbaren Reise über sieben Disziplinen an zwei Tagen.

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    Nevin Yanit versucht ihren Triumph über 100 Meter Hürden zu realisieren.

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