Wenn am Freitag kein Finanzierungskonzept vorliegt sollen Konkursanträge an Konkursrichter übergeben werden
Innsbruck - Den Tochtergesellschaften des Tiroler Bau- und
Immobilienunternehmens Innerebner Holding GmbH mit
Sitz in Innsbruck droht ebenfalls der Konkurs. Das Treffen zwischen
Masseverwalter Walter Waizer und Firmen-Chef Ekkehard Hussl Montagnachmittag
endete damit, dass Konkursanträge für die Innerebner Bauträger GmbH, die Innerebner Bau GmbH, die Innerebner
Immobilien & Co KG und die VIT
Errichtungs- und Betriebs GmbH bis Ende der Woche vorbereitet werden, teilte
Waizer mit.
Falls es Hussl bis Donnerstag nicht gelinge ein Finanzierungskonzept auf die
Beine zu stellen, würden die Anträge am Freitag bei Konkursrichter Hannes Seiser
eingebracht. "Die Anträge müssen aber bis dahin noch mit konkreten Zahlen
unterlegt werden, denn das, was heute präsentiert wurde, war zu wenig", betonte
Waizer, der Montagnachmittag ein Gespräch mit Hussl und dessen Anwalt Stephan
Kasseroler geführt hatte. Die Höhe der Verbindlichkeiten sei nach wie vor
unklar. Jedenfalls seien die in den Medien kolportierten 80 Mio. Euro eindeutig
zu hoch. "Da wurden offensichtlich wechselseitige Haftungen zwischen den
einzelnen Töchtern addiert", erklärte der Masseverwalter. Die genauen Summen
würden erst am Freitag feststehen.
Vergangene Woche hatte der Kreditschutzverband KSV 1870 mitgeteilt, dass vom
Finanzamt ein Konkursantrag gestellt wurde. Die Forderungen beliefen sich auf
1,2 Mio. Euro. Seit dem Jahr 2007 seien keine Bilanzen beim Firmenbuchgericht
hinterlegt worden, deshalb könnten keine gesicherten Angaben zu den Schulden der
Gesellschaft gemacht werden. In der Bilanz des Jahres 2007 seien jedenfalls
Verbindlichkeiten in Höhe von 16,5 Mio. Euro ausgewiesen gewesen, hieß es.
Hussl soll Medienberichten zufolge unter anderem im Zuge der Finanzkrise
mindestens zehn Mio. Euro verloren haben. Bereits 2003 soll er mit verschiedenen
Finanzspekulationen rund 3,5 Mio. in den Sand gesetzt haben. Die Banken hätten
2009 schließlich den Geldhahn zugedreht, da Hussl wegen mangelnder Liquidität
offene Finanzlöcher nicht mehr stopfen habe können. Seitdem seien Immobilien des
Unternehmens verkauft worden, zudem habe die Hypo Tirol Millionen
wertberichtigen müssen. (APA)