Auch Töchter bei Konkurs von Innerebner bedroht

3. August 2010, 08:55
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Wenn am Freitag kein Finanzierungskonzept vorliegt sollen Konkursanträge an Konkursrichter übergeben werden

Innsbruck - Den Tochtergesellschaften des Tiroler Bau- und Immobilienunternehmens Innerebner Holding GmbH mit Sitz in Innsbruck droht ebenfalls der Konkurs. Das Treffen zwischen Masseverwalter Walter Waizer und Firmen-Chef Ekkehard Hussl Montagnachmittag endete damit, dass Konkursanträge für die Innerebner Bauträger GmbH, die Innerebner Bau GmbH, die Innerebner

Immobilien & Co KG und die VIT Errichtungs- und Betriebs GmbH bis Ende der Woche vorbereitet werden, teilte Waizer mit.

Falls es Hussl bis Donnerstag nicht gelinge ein Finanzierungskonzept auf die Beine zu stellen, würden die Anträge am Freitag bei Konkursrichter Hannes Seiser eingebracht. "Die Anträge müssen aber bis dahin noch mit konkreten Zahlen unterlegt werden, denn das, was heute präsentiert wurde, war zu wenig", betonte Waizer, der Montagnachmittag ein Gespräch mit Hussl und dessen Anwalt Stephan Kasseroler geführt hatte. Die Höhe der Verbindlichkeiten sei nach wie vor unklar. Jedenfalls seien die in den Medien kolportierten 80 Mio. Euro eindeutig zu hoch. "Da wurden offensichtlich wechselseitige Haftungen zwischen den einzelnen Töchtern addiert", erklärte der Masseverwalter. Die genauen Summen würden erst am Freitag feststehen.

Vergangene Woche hatte der Kreditschutzverband KSV 1870 mitgeteilt, dass vom Finanzamt ein Konkursantrag gestellt wurde. Die Forderungen beliefen sich auf 1,2 Mio. Euro. Seit dem Jahr 2007 seien keine Bilanzen beim Firmenbuchgericht hinterlegt worden, deshalb könnten keine gesicherten Angaben zu den Schulden der Gesellschaft gemacht werden. In der Bilanz des Jahres 2007 seien jedenfalls Verbindlichkeiten in Höhe von 16,5 Mio. Euro ausgewiesen gewesen, hieß es.

Hussl soll Medienberichten zufolge unter anderem im Zuge der Finanzkrise mindestens zehn Mio. Euro verloren haben. Bereits 2003 soll er mit verschiedenen Finanzspekulationen rund 3,5 Mio. in den Sand gesetzt haben. Die Banken hätten 2009 schließlich den Geldhahn zugedreht, da Hussl wegen mangelnder Liquidität offene Finanzlöcher nicht mehr stopfen habe können. Seitdem seien Immobilien des Unternehmens verkauft worden, zudem habe die Hypo Tirol Millionen wertberichtigen müssen. (APA)

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