Verbranntes Mordopfer

Verdächtiger wird seit Samstag verhört

01. August 2010 12:19

Mann pflegte engen Kontakt zu der 72-jährigen Wienerin - Noch keine konkreten Hinweise zum Tattag

Eisenstadt - Im Fall der Lydia D., dem verbrannten Mordopfer von Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See), wird seit Samstag ein Verdächtiger einvernommen. Es handle sich um einen Mann, der sehr engen Kontakt zu der 72-jährigen Frau gepflegt habe - "auch eine örtliche Nahbeziehung", sagte Oberst Rainer Erhart, Leiter des Landeskriminalamts (LKA) Burgenland, am Sonntag. "Er ist zur Zeit bei uns. Wir führen mit ihm intensive Befragungen und Erhebungen durch", so Erhart.

Noch sei es zu früh, um einen Hauptverdächtigen nennen zu können, sagte Erhart. Man könne derzeit "nichts ausschließen" und führe generell mit Personen aus dem Umfeld der aus Polen stammenden getöteten Pensionistin Befragungen durch. Verwandte hatte Lydia D. laut Erhart in Österreich nicht, "deshalb müssen wir uns auf den Freundes- und Bekanntenkreis konzentrieren". Man ermittle weiterhin in alle Richtungen, so der Leiter des LKA.

Zu den Lebensumständen der 72-Jährigen sei bisher nur bekannt, dass sie alleinstehend war bzw. allein in der Stromstraße in Wien-Brigittenau gewohnt hat. "Sie war mobil, allerdings nur mit dem Fahrrad unterwegs. Deshalb können wir ihren Bewegungsradius etwas einschränken, wobei wir noch nicht wissen, ob sie auch außerhalb Wiens unterwegs war", sagte Erhart. Lydia D. war vermutlich schon am Nachmittag des 20. Juli - dem Tag, an dem sie getötet wurde - in Begleitung ihres Täters unterwegs.

"Unterlagen sichten und Stück für Stück alles abarbeiten", erläuterte Erhart die nächsten Schritte der Ermittler. Hoffnungen legen die Beamten auch in mögliche Informationen aus der Bevölkerung nach der Veröffentlichung des Namens und eines Fotos der getöteten Pensionistin: "Es gibt ein paar Hinweise zum normalen Aufenthalt der Frau. Konkrete Hinweise zum 20. Juli hat es bisher allerdings nicht gegeben", sagte er.

Eine große Chance bietet sich laut Erhart durch Informationen aus der Wohnumgebung des Mordopfers: "In der Gegend wohnen sehr viele Pensionisten. Die sind sehr aufmerksam, aber man muss sie erst einmal erreichen", so der Oberst.

Lydia D. war am Dienstag, den 20. Juli vermutlich bereits am Nachmittag erschlagen worden. Stunden später wurde ihre in Brand gesetzte Leiche in einem Feld bei Nickelsdorf entdeckt worden.

Fragen an Bevölkerung

Das Landeskriminalamt Burgenland wandte sich mit folgenden Fragen an die Bevölkerung:

- Wer hat die Frau am Dienstag, 20. Juli, gesehen?

- In wessen Begleitung war die Frau?

- War die Frau an diesem Dienstag, mit dem Fahrrad in Wien-Brigittenau unterwegs - wenn ja, wo?

- Stieg die Frau an dem Tag in ein Fahrzeug ein?

- Wurde sie als Mitfahrerin in einem Fahrzeug gesehen?

- Hat sie sich allein oder in Begleitung in einem Gastlokal aufgehalten und dort möglicherweise Gemüse gegessen?

Hinweise, die auch vertraulich behandelt werden können, nimmt der Journaldienst des Landeskriminalamts Burgenland unter der Telefonnummer 059133/10-3333 entgegen. (APA)

Kommentar posten
20 Postings
farbrauschen
01.08.2010 17:30

aha.
und hat das landeskriminalamt burgenland ein geheimes foto dazu?
oder wird im moment
einfach nach
allen
frauen gesucht, die in autos eingestiegen sind und gemüse verzehrt haben.

da kenn ich nämlich mehrere.

Mork vom Ork
01.08.2010 11:45

ok, die polizei lässt also fragen, ob man eine 72igjährige gesehen hat ...

Da muss ich fast anrufen...

kurt haenel
 
01.08.2010 14:32
@ Mork vom Ork

Sie sollten ja doch einmal lesen lernen, bevor Sie hier ihren geistigen Müll abliefern...

Es halt vielleicht ein bisschen zu schwer für Sie 40 (vierzig) Zeilen zu lesen und die ..noch dazu... zu verstehen.

A Gfrett

Böser
01.08.2010 08:15

erstaunlich, ursprünglich hat man "Die Frau sei 50 Jahre alt ..." verkündet

Schleichendes Gift
01.08.2010 15:40

Die Frau soll ja gut in Schuss gewesen sein - da können solche Fehleinschätzungen passieren.

Schrumpfschlauch
01.08.2010 08:28
Vielleicht war der Pathologe Nekrophil?

A.B. Artig
 
01.08.2010 12:22
Unnoetig.

Wiedermal kein Respekt vor dem Opfer?

hopper
01.08.2010 02:03

Gut in dem Fall ging es nicht schneller, aber mir fällt doch immer wieder auf, dass die Polizei erst reichlich spät um Hinweise aus der Bevölkerung bittet.

Wer weiß schon noch welche fremden einem vor ein paar Wochen in Wien begegnet sind

Ich bin wirsch, gezogen und gehobelt.
 
01.08.2010 15:30

Es ist halt so: Wenn man sich an die Bevölkerung wendet, ruft man auch die ganzen Wichtigtuer und Querulanten und vor allem Denunzianten auf den Plan, deren "Hinweise" wertlos sind aber jede Menge Zeit und Ressourcen kosten. Mit dem engsten Umfeld nimmt ohnehin die Polizei selber Kontakt auf.

metacomet
31.07.2010 23:04
wieviele 72jährige österreicherinnen haben am 20.7.

gemüse gegessen???

Boandlkramer
31.07.2010 23:12

alle, bei denen man das im zuge einer obduktion festgestellt hat.

didi111
31.07.2010 21:51
Irgendwie ein trauriger Tag für die Fachleute..

Da quietschen die Fachleute quer durch die Medienlandschaft und wissen ganz genau, WARUM dieser Mensch die Prostiuierten umbringt.

Und dieses 72jährie Mordopfer konterkariert die wahnsinnig wichtigen Aussagen dieser Gscheitköcher auf das Erbärmlichste.

Kein guter Tag für diese teilweisen selbsternannten Profiler....

Die Wirklichkeit schert sich nicht um diese Menschen.

Echt schlimm....

FSK
01.08.2010 12:46

wer sagt, dass das keine Prostituierte war

Kathi1609
 
31.07.2010 19:27
Man könnte diese Fragen leichter beantworten,

wenn man ein Bild der Frau sehen könnte ...

baby jane hudson
31.07.2010 20:01
Schrumpfschlauch
01.08.2010 08:29
Der Krone liegt wirklich was an der Klärung des Falles

A.B. Artig
 
01.08.2010 12:23

Ja! Genau!
So wie in den Faellen Haider, Hypo, Grasser und Co! Die Krone will einfach nur helfen! Immer! Und unentgeltlich...

Linksfahrer sind sichtbarer
01.08.2010 14:20

Ausser Haider ist mir kein Todesfall bekannt, den es zu klären gilt

A.B. Artig
 
01.08.2010 18:23
Genau! Und Haiders Tod ist ebenfalls geklaert; todesursache alkoholkpnsum und selbstueberschaetzung.

A.B. Artig
 
01.08.2010 16:45

Haiders tod ist folge seines alkkonsums.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.