Bürgermeister will bis zur Klärung bleiben

30. Juli 2010 23:22

Sauerland will sich Zugriff auf Akten sichern

Berlin/Duisburg - Der Duisburger Bürgermeister Adolf Sauerland (CDU) will solange im Amt bleiben, bis die Verantwortlichkeiten beim katastrophalen Unglück bei der Loveparade geklärt sind. In einem Interview des Nachrichtensender N24 sagte Sauerland: "Ich werde mich dieser Verantwortung stellen, ja. Aber diese Verantwortung kann erst dann übernommen werden, wenn wir wissen, was passiert ist."

Er sei "sicher, dass es Fehler gab, dass Fehler gemacht wurden". Aber es müsse noch vieles getan werden, um aufzuklären. "Und das kann ich nur, wenn ich im Amt bleibe." Gäbe er auf, dann wären alle Akten für ihn geschlossen. "Ich will Antworten haben, und werde dann auch Konsequenzen für mich und mein Handeln ziehen."

Sauerland wies Vermutungen zurück, sein Festhalten am Amt hänge mit möglicherweise gefährdeten eigenen Pensionsansprüchen zusammen. "Das ist so etwas Nebensächliches", sagte er dem Sender. "Wir sprechen hier über tote Menschen, und da kommen solche profanen Dinge." Vielmehr gehe es um die Pflicht zur Aufklärung des Unglücks, bei dem 21 Menschen starben. Sauerland bekräftigte, "dass es mir unheimlich leidtut, dass dort Menschen zu Schaden gekommen sind, dass dort Menschen getötet wurden." (APA/dpa)

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11 Postings
(13-1)te fee
02.08.2010 13:51
Die einzige Konsequenz muß nun heißen:

in Zukunft ALLE diese Veranstaltungen untersagen, denn damit schalten die verantwortlichen Behörden jedes Risiko gleich Null.

ExBeamter
02.08.2010 11:00
Ist ein richtiger Realitätsverweigerer.

(13-1)te fee
02.08.2010 08:39
Das Bürgermeisters Fehler

Er hat sich während der ersten paar Stunden medienmäßig absolut ungeschickt verhalten.

Scheinbar hat er keinen Medienberater gehabt (und seine Parteifreunde haben sich auch nicht beeilt, ihm dahingehend zu helfen)

Aber er ist ein guter Oberbürgermeister.

Frage:

wollen wir in Zukunft Politiker, die sich medienmäßig perfekt verhalten oder wollen wir Politiker, die ihre Sache seriös und gut machen.

Sauerland ist kein Medienprofi - aber er ist einer, der due Belange der Stadt ernst nimmt.

Marie Luxemburg
02.08.2010 12:20

ich will PolitikerInnen, die Gesetze einhalten und nicht für bestimmte Interessen biegen und denen die Sicherheit der Menschen über alles geht und nicht ein kurzfristiger propagandistischer Eigennutzen. Machen Sie nicht Sauerland zu einem Opfer der bösen Medien, denn das ist er nicht.

(13-1)te fee
02.08.2010 13:47
und was ist, wenn im Rahmen des Gerichtsverfahrens

herauskommt,
dass der OB sehr wohl sich an das Gesetz gehalten hat, während zb die Raver für wesentliche Parts bei dem Unglück selber verwantwortlich sind.

Niemand will Schuld an der Sache sein - Sauerland genauso, wie jeder einzelne, der im Gedränge mitgedrängt hat.
Wenn, dann gleiches Recht für alle.
Waren wir die Verfahren ab und sehen wir, wie groß die Schuldanteile der einzelnen Beteiligten wirklich sind.
Es gibt ja genug Filmdokumente, auf denen man sehen kann, wie von außen nachgedrückt wurde.
Muß ein Bürgermeister wirklich ahnen, dass Menschen sich auf eine Masse noch draufwerfen?

Marie Luxemburg
03.08.2010 13:44

er gab ein Gelände für 250.000 Menschen für erwartete 1,5 Millionen frei - trotz zahlreicher Warnungen. Das ist verantwortungslos und fahrlässig.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum Ihre Empathie Adolf Sauerland (und damit auch Schaller und anderen Verantwortlichen) gilt und nicht den Toten und Hinterbliebenen. Ob eine juristische Verantwortung vorliegt, werden die Gerichte klären, die politische Verantwortung hat Sauerland zu tragen.

peter schmidt
 
31.07.2010 13:22
ich schätze mal er wollte noch die überweisung des gehaltes anfang august abwarten

und verhandelt wohl gerade mit der fraktion ob er wenigstens noch einen sitz im stadtparlament haben kann bis er eine pension kriegt.

naja am privaten arbeitsmarkt wirds eh recht schwer werden ausser der herr ist wie so viele politiker lehrer.

Marie Luxemburg
02.08.2010 12:21

Schaller hat vielleicht einen Portiersjob frei in einem seiner Clubs, ist eine ehrenwerte Arbeit

abalada
31.07.2010 14:16

Er war Lehrer (Oberstudienrat). Das ist ja mit das Problem wenn er zurücktritt. Er kann nämlich nicht einfach zurücktreten da er "nur" politischer Beamter ist und das Landesbeamtenrecht einen Rücktritt nicht vorsieht. Er kann nur seine Entlassung aus dem Beamtenverhältnis beantragen. Das wirkt sich aber auch auf sein früheres Beamtenverhältnis als Lehrer aus. Er kann dann auch nicht mehr in den (staatlichen) Schuldienst zurück und er verliert auch die Pensionsansprüche aus dieser Zeit.

Wenn man schon fordert, dass ein Oberbürgermeister einen "politischen Rücktritt" machen soll, sollte man diese Option auch im Dienstrecht vorsehen. Und ihn nicht dienstrechtlich wie einen Lehrer oder Polizisten behandeln.

Max Bialystock
31.07.2010 08:27
Ein unverständliches Verhalten eines nicht sehr medienkompatiblen Politikers.

Seine "Laufbahn" ist jedenfall - mit Recht - zu Ende.

a z
31.07.2010 09:37

Sauerland wird sich nicht mehr lange halten. Seine Wortmeldungen und sein verhalten spiegelt seinen Charakter den er in den letzten 6 Jahren oft genug zur Schau stellte. Nun eben sehr Medienpräsent.

Aber, Rabe, Gerste, Schmeling, Schaller und nicht zuletzt der Gefälligkeitsgutachten ausstellende Schreckenberg, der es nicht für nötig empfand das Gelände zu besichtigen, aber sofort wusste dass die Opfer selber schuld waren, weil sein Sicherheitskonzept funktionierte, nur keine herunterfallenden Menschen berücksichtigte. Diese Verbrecher bei den berechtigten Rücktrittsforderungen des OB zu vergessen währe m.E unselig.

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