Immobilie Kirche

Stehachterl vor dem Kruzifix

30. Juli 2010 19:15

Die Immobilie Kirche ist international heiß begehrt

Wien - "Ein Verkauf kommt für uns sicher nicht infrage" - auf mögliche Veräußerungen von Gotteshäusern kennt Erich Leitenberger, der Sprecher von Kardinal Christoph Schönborn, nur eine Antwort. Bauliche Trennung bedeutet in der Erzdiözese Wien im Extremfall nur eine Weitergabe, etwa an orthodoxe Gemeinden. Von einem stimmungsvollen Abendessen vor dem Altar, einem kühlen Bier im Beichtstuhl und einer Zigarette unter der Kanzel halten die heimischen Kirchenväter nichts.

Damit widerstehen sie dem internationalen Trend zum Ausverkauf. Denn selbst der vatikanische "Kulturminister", Erzbischof Gianfranco Ravasi, erklärte im Vorjahr: Kirchen, die wegen Mangels an Gläubigen leer bleiben und keinen religiösen, historischen oder archäologischen Wert haben, könnten "abgerissen oder verkauft werden", sollten sie zu einer finanziellen Last werden.

In Deutschland folgt man schon seit geraumer Zeit diesem Ruf. Die Veräußerung von Sakralbauten und ihre "Umwidmung" zu Wirtshäusern, Wohnungen, Konsumtempeln oder Discos sind im Nachbarland längst keine Seltenheit mehr. Das Immobilienvermögen der Kirchen in Deutschland wird auf 160 Milliarden Euro geschätzt. Angesichts der leeren Kassen in den Gemeinden ein Schatz, der nun mehr und mehr gehoben wird. Allein das Erzbistum Berlin will sich von einem Viertel seiner Immobilien trennen, jedes dritte der insgesamt 110.000 deutschen Kirchengebäude ist von Abriss, Verkauf oder Umnutzung bedroht.

Auch in den Beneluxstaaten und in England dürfen sich Makler regelmäßig die Hände reiben. Wegen akuter Finanzsorgen verkauft etwa die anglikanische Staatskirche zahlreiche ihrer Residenzen. So gelangten allein 2004 bischöfliche Paläste im Wert von bis zu drei Millionen Euro auf den englischen Immobilienmarkt. (mro/DER STANDARD, Printausgabe, 31.7./1.8. 2010)

chilli p.
05.08.2010 15:32

kirchen zu moscheen?

fände ich irgendwie - charmant.

wobei: einem fitness-klub in der peters- oder karlskirche oder so würde sogar ich beitreten.

Gobi Todic
05.08.2010 21:49
mittelalterreligion gegen steinzeitreligion tauschen?

nicht sehr prickelnd.

say no to religion

Parsley, Sage, Rosemary and Thyme
04.08.2010 20:28
in england werden bereits viele kirchen

anderweitig verwertet als restaurants oder fitnessclubs oder sonstige clubs:

http://www.salsayarm.com/images/di... _front.jpg

-O ||||||| O-
11.11.2011 11:58

das limelight in london, in den neunzigern, war schon feinstes schlagobers

place
01.08.2010 19:26

Schade drum. Gerade an brütend heissen Sommertagen wären die kühlen Kirchen ideal für Sport, Gastronomie, Shopping, etc.

la chiesa pontifica amen
01.08.2010 09:19
"Ein Verkauf kommt für uns sicher nicht infrage" - bravo!

Standhaft bleiben! Manche phantasieren ja schon von absurdesten Übernahmen heiliger Stätten durch bedenklichste "Nachnutzer". Eine www.atheistische-religionsgesellsachaft und wie sie sonst noch alle heißen können sich eben nicht alles für Geld kaufen - und das ist auch völlig richtig so!

providentissimus
01.08.2010 15:50
http://www.atheistische-religionsgesellschaft.at

Damit das mal richtiggestellt ist :)
Im Übrigen finde ich "Phantasie" und Visionen sehr wichtig.

Mormoloc
01.08.2010 14:12
http://www.atheistische-religionsgesellsachaft/

Auch den Koran auswendig gelernt?

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