Zuwanderung, die wir verdienen

30. Juli 2010 18:50

Österreich muss aufpassen, dass es nicht für Fekter und Co gehalten wird

Wenn es stimmt, dass Maria Fekter als gestrenge Innenministerin nur eine Rolle spielt, um im Auftrag von ÖVP-Chef Josef Pröll den rechten Flügel innen und außen abzudecken, dann muss man neidlos zugeben: perfekt. Dieses Menschenfeindliche, diese Vorurteile, das Missgünstige und dann noch dieser Anflug von Herrenmensch - sehr überzeugend. Und wie sie dieses Garstige am Österreichischen präzise auf den Punkt bringt! Perfekter.

Es ist befreiend, dass endlich offen über das Thema Zuwanderung diskutiert wird. Gleichzeitig ist es bedrückend, was da wieder an Vorurteilen freigelegt wird und was an Ausländerfeindlichkeit hochschwappt.

Österreich hat Zuwanderung und wird Zuwanderung haben, also sollte man sich darum kümmern. Das sieht die Wirtschaft so, das sehen Teile der ÖVP und der SPÖ so. Dennoch geschieht nichts. Das liegt auch an Kanzler Werner Faymann, der das Zögern zum Prinzip erhebt (und Laura Rudas vorschickt), und an Vizekanzler Josef Pröll, der sich vor lauter Hinhören auf des Volkes Meinung nicht entscheiden kann, wo er hingehen soll.

Man braucht in dieser Debat- te den menschenrechtlichen Standpunkt nicht bemühen, und man kann das Thema Asyl auch einmal zur Seite schieben. Man kann es ganz pragmatisch angehen. Und wird immer zu einem Schluss kommen: Österreich braucht Zuwanderung. Also sollte man sich damit beschäftigen - aus ganz eigennützigen Motiven. Dazu einige Klarstellungen: Es geht nicht darum, unseren Reichtum gegen die bösen Ausländer zu verteidigen. Es geht darum, den Reichtum zu teilen, um ihn bewahren und vielleicht vermehren zu können.

Die Zahlen liegen auf dem Tisch, sie sprechen eine eindeutige Sprache: Wir werden unsere Pensionen nicht zahlen und uns Sozialtransfers nicht mehr leisten können, die Kaufkraft wird schwinden, die Wirtschaft wird nicht mehr wettbewerbsfähig sein, wir werden immer weniger werden.

Österreich braucht Zuwanderung.

Je besser die Zuwanderer qualifiziert sind, umso besser fürs Land. Konzepte liegen auf dem Tisch, die Vorschläge der letzten Wochen sind nicht neu, manche sind besser, manche schlechter, hinter manchen verbergen sich nur Sprechblasen aus der Joghurtwerbung ("proaktive" Zuwanderung, sicher rechtsdrehend). Das dümmste Konzept hat wie üblich die FPÖ, die billige Arbeitssklaven ohne Rechte ins Land holen will, um sie jederzeit wieder hinausschmeißen zu können. Wer soll da kommen? Fekters Analphabeten aus den Bergen?

Österreich muss aufpassen, dass es nicht die Zuwanderung bekommt, die es verdient. Gut qualifizierte Zuwanderer sind überall willkommen, um sie wird es in absehbarer Zeit ein regelrechtes Griss geben. Man wird ihnen etwas bieten müssen: Entlohnung, Perspektiven, Rechte, in Wirklichkeit das, was alle wollen: ein schönes Leben. Mit Familie. Sie müssen willkommen sein, das müssen sie spüren. Darum muss sich Österreich bemühen.

Eine Regierung, die Ausländer stets mit Kriminalität gleichsetzt, wie das etwa auch in den jüngsten Regierungsinseraten wieder geschieht, und in der eine Innenministerin sitzt, die offenbar mit Wohlwollen der anderen mit dumpfen Ressentiments gegen Ausländer im Allgemeinen und im Speziellen herzieht, bietet keinen Anreiz, ins Land zu kommen. Das wirkt abstoßend. Auf Ausländer. Und auf Inländer. Aber die sind ja schon da. (Michael Völker/DER STANDARD, Printausgabe, 31.7./1.6. 2010)

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politisch verfolgt
04.08.2010 18:38
das konzept

der uneinsichtigen multikulti-fans ist schon witzig: zuerst lassen wir abertausende migranten ins land. wird schon irgendwie funktionieren. und wenn nicht, dann sind eben alle, die uns deshalb kritisieren, ausländerfeinde. diese argumentationslinie hat 3 vorteile: wir sind an nichts schuld und bestätigen uns dadurch auch noch unser weltbild und unsere moralische überlegenheit.

sepp schilehrer
03.08.2010 08:43

Vorweg, Danke für die Verwendung der jüngsten grünen Wortkreation "Menschenfeindlichkeit".

Herr Völker, haben Sie Kinder??

Die angeblichen Vorurteile sind FAKTEN, wenn Sie es nicht wahrhaben wollen, setzen Sie sich in das Wartezimmer eines Kinderarztes (muss nicht mal in Ottakring sein) und schauen Sie mal wo die Zukunft unseres Landes herkommt und welche Sprache diese spricht.

Oder sind die statistischen Werte von männlichen türkischen Jugendlichen (insbesondere im Vergleich zu anderen Zuwanderern), was schulische Leistung betrifft, auch Vorurteile?

Und Ausländerfeindlichkeit? Könnte es nicht auch eine normale Reaktion von normalen Menschen sein, die (zu Recht) befürchten, zur Minderheit im eigenen Land zu werden...?

FalscherProphet
04.08.2010 13:24
Soso: "Menschenfeindlichkeit"

ist also eine "junge Wortkreation". Von einer Partei.

Von welchen Grünen denn:
Den Österreichischen? Den Europäischen?

Jedenfalls fand Diese bereits Eingang in unterschiedlichste Artikel/Literatur.

So auch in Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Grup... ndlichkeit

Es ehrt diese Grünen wohl, dass ihnen ein derartiger Einfluss zu eigen ist.

Frage:
(Mit einer seppschen Attitüde tendiert man doch zu Parteien wie der ÖVP - oder gar der FPÖ.
Die des Öfteren von Deutschkursen predigen - aber selbst nicht ganz sattelfest Deutsch sprechen.)

Warum besucht der Sepp dann nicht einen Deutschkurs, in dem ihm verständlich gemacht wird, was "Wortkreation" denn überhaupt bedeutet?

ordy
02.08.2010 12:18

[...]Österreich hat Zuwanderung und wird Zuwanderung haben[...]
Abhängig vom Stimmzettel.
Zuwanderung ist kein Naturgesetz, Zuwanderung wird gemacht.
Und zwar von unseren Politikern.

FalscherProphet
02.08.2010 21:18
...und es ist gut so,

dass eine qualifizierte, eingeschränkte Zuwanderung erlaubt wird.

Es gibt doch schließlich auch eine Abwanderung qualifizierter Österreicher (so unvorteilhaft dies für unser Land auch ist).

Ich kann nicht nachvollziehen, WO man hierzulande (in Wien?) ansässig sein muss, um sich eine Fremdenangst auf ordy-Niveau einzufangen.

Diese lässt sich aber womöglich auch mit einem erfolgreichen Rattenfang seitens StRache erklären...

ordy
03.08.2010 07:34

Die Zahl der Moslems in Wien verdoppelt sich alle 10 Jahre, mittlerweile ist jedes 4 Neugeborene in Wien ein Moslem.
Für Kulturrelativisten und Demographie-Leugner mag das eine "Bereicherung" sein, aber es gibt noch Leute, die bei Sinnen sind.

Noch haben wir die Chance, Zustände wie in Frankreich oder Deutschland zu vermeiden.
http://derstandard.at/124446078... lln-werden

FalscherProphet
03.08.2010 10:58
Na endlich schreibt der ordy Klartext -

der ordy denkt angstvoll an die Moslems, wenn er Zuwanderung hört -
nicht etwa an qualifizierte Deutsche, andere EU-Bürger, Russen, ...

Es geht ja hier um die ZUKÜNFTIGE Zuwanderung, die "gesteuert werden will" -
nicht etwa um jene Leute, die z.B. in großem Maße in den schwarzblauen Jahren 2003/2004 zuwandern durften:

(saldo; seit Beginn Regierung FPÖVP)
2000: 21.587
rasant ansteigend bis:
2003: 44.401
2004: 54.228
Danach wieder deutlich rückläufig.
(Im Jahre 2009 um die 26.000 Leute.)

Quelle:
http://www.statistik.at/web_de/st... 22920.html

ordy
02.08.2010 08:12

Nicht Österreich braucht Zuwanderung, sondern die Zuwanderer brauchen Österreich.
Wir haben davon überhaupt keinen Nutzen.

FalscherProphet
02.08.2010 09:30
Schwachsinn.

Natürlich hat ein Land von Zuwanderung einen Nutzen.

Es kommt eben darauf an, WEN es zuwandern lässt -
bzw. (wie im Artikel gut auf den Punkt gebracht) -
welche qualifizierten Leute überhaupt in ein Land einwandern wollen.

Je durchsetzter eine Gesellschaft von Fremdenfeindlichkeit ist, desto weniger Akademiker werden beispielsweise zuwandern wollen.

Kein Experte auf seinem Gebiet will schließlich im StRacheverhetzten Wien als "Bimbo" (usw.) beflegelt werden. Da finden sich andere Länder -
eventuell die Skandinavischen.

ordy
02.08.2010 12:14

Die angeblich so Hochqualifizierten (und dieser Begriff wird sehr weit gedehnt) dienen dann aber als Türöffner.
Zum einen darf man ja nicht aussortieren.
Zum anderen gibt es dann den Familiennachzug.
Bitte, in Wien hat Renate Brauner sogar verkündet das Top-Leute ein multikulturelles Umfeld wünschen, man also noch ein paar Andere holen muss, damit die sich wohlfühlen.
Man muss sich schon klar sein, welche Ideologen hier am Werk sind, und was sie wirklich wollen.
Und einem Land die wirklichen Top-Leute wegzunehmen ist wohl besonders kreative Entwicklungshilfe.
Nebenbei sollte mal das Verhalten der Einwanderer gegenüber den Ösis thematisiert werden.

Andreas N
02.08.2010 09:34
Jetzt würde mich interessieren....

..... wieviel schwarze sie kennen, die einigermaßen ein Auftreten (auch von der Kleidung her haben), die diese Erfahrung mit den 'Bimbo-Sagern' wirklich haben !

Andere Richtung : ich selbst, eher wie ein Österreicher aussehen, und auch wirklich ein solche, hatte schon einige Male (ohne wirklichen Grund) Ärger mit unseren werten Kulturbereichern. Und in meiner Umgebung (Eingang einer Disko) gibts auch regelmäßig Zoff.
Konklusio : wenn verschiedene Kulturen zusammenkommen,knirscht es mal - wenn der Herr in Schwarz 2 blöde Ansagen im Jahr nicht verkraftet, dann tut er mir leid

Franz Reisl
01.08.2010 19:54
Wie funktioniert Altersvorsorge?

Über viele Jahrhunderte wurde Altersvorsorge mit Kindern betrieben. Die Menschen mussten 10-12 Kinder zeugen, von denen 3-4 überlebten, welche die Eltern dann im Alter versorgen konnten. Das Wort Kinderreichtum hatte früher eine ganz konkrete Bedeutung. In den Armenhäusern lebten überwiegend Leute, die keine Kinder hatten.

Ein Handwerker wurde gefragt, was er denn mit seinem guten Einkommen anfange. Ein Drittel sagte er, verwende ich, um alte Schulden abzuzahlen, mit einem weiteren Drittel sammele ich Schätze an und von dem restlichen Drittel lebe ich mit meiner Frau. Die Schulden sagte der Mann, habe er bei seinen alten Eltern, die ihn aufgezogen und ausgebildet haben und die Schätze seien seine Kinder.

ttp://tinyurl.com/3y8rq45

sepp schilehrer
01.08.2010 17:14

"Gleichzeitig ist es bedrückend, was da wieder an Vorurteilen freigelegt wird und was an Ausländerfeindlichkeit hochschwappt".

Danke, samma scho wieder fertig.

Lieber Herr Völker, die sogenannten Vorurteile sind REALITÄTEN und die Ausländerfeindlichkeit, gilt jenen, die ohne Gegenleistungen unsere Sozialsysteme aussaugen und das völlig zurecht!

g
01.08.2010 17:06

"Je besser die Zuwanderer qualifiziert sind, umso besser fürs Land." Nein der 08/15 Oesterreicher will keine Konkurrenz im Land. Dies wuerde bedeuten, dass man sich anstregen muesste. Das "Establishment" will nichts teilen. Da ist es viel besser, dass die dummen Touristen die Kohle ins Land bringe. Man ist sich gewiss, dass sie wieder in kuerze das Land verlassen.

The Godfather
01.08.2010 18:34

Oesterreicher muessen dumm gehalten werden! So schauts aus

Seriöser Hütchenspieler
01.08.2010 13:30
Ich dachte, die Mär von den "Pensionssicherern" wäre allmählich überwunden.

Anscheinend gibt es aber immer noch einige Wirrköpfe, die daran glauben, dass ostanat olische Ziegenhir ten die Pensionen finanzieren und Nettozahler wären...

Bongo2
01.08.2010 16:00
wer privat vorsorgt

braucht keine Zuwanderer!

Rene Stangeler
01.08.2010 21:20
Sicherlich,

die alleinerziehende Mutter mit 1000,-netto im Monat soll halt 200 Hunderter im Monat für die Privatpension abdrücken, der Familienvater mit 2 Kindern von seinen 1400 netto den Kredit fürs Eigenheim oder die Eigentumswohnung (wird ja auch gepredigt, Eigentum ist besser als Mietwohnung) abstottern, den Kindern Schulveranstaltungen und ein Studium ermöglichen und nebstbei die Pensionsvorsorge bestreiten.
Wie ein Berufseinsteiger der z.b. wegen des Berufs in die Stadt gezogen ist (mobilität muss sein) der 600.- für seine Garconniere bezahlt von den übrigen 600,- noch 200 Hunderter für die Pensionskasse berappen, bleiben eh noch 400 fürs Leben.

Wenn die Pensionskasse krachen geht (siehe England, USA), Pech gehabt, gibt ja Suppenküchen.

Herr Lulli Pulli, seltsamer Attraktor
 
01.08.2010 16:47
Klar, und auf die anderen schei**en wir, gell

"Bongo" ...

AllesWieImmer
01.08.2010 14:19
vielleicht weniger denken

... und weniger glauben!
Was können Anatolien, Ziegenhirten, Pensionen, Nettozahler für "seriöse Hütchenspieler"
Was könne Berdörfer für Menschen aus dem Hausruckviertel?
Frage über Fragen!

Andreas N
01.08.2010 13:28
Zuwanderung

Ich würde vorschlagen, daß diese Zuwanderer begünstigte Wohnungen im 6.7 und 8.Bezirk bekommen ! Mal sehen wie lang es dauert, bis ein Meinungsumschwung kommt....

Redwraithvienna
01.08.2010 16:17
Ich bin dafür das man Zuwanderer nicht ghettos

Zusammenpfercht ... Spart einem viele Probleme unter denen man in Wien durchaus leidet (hab lange im 16 gewohnt ....) ändert aber nix daran das zuwandernung Fakt ist und das sie es bleiben wird

Näään
01.08.2010 15:42

Dann würden dort die Grünen nur mehr die Stimmen von eingebürgerten Migranten erhalten.

Andreas N
02.08.2010 08:43
würde ich nicht mal sagen....

.... manche Migranten - besser integriert und aus etwas besserer Schicht würde auch auf die Grünen Sch.....

Kamikazekartoffel
01.08.2010 14:39

Und was ist ihre Alternative? Eine Gerontokratie?
Pfui, nein Danke.

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