Loveparade in Duisburg: Die hausgemachte Katastrophe

30. Juli 2010 18:06

Das Event als zeitgemäße Form der Masse in der Spaßgesellschaft offenbart seine innersten Widersprüche

Zahlreiche Verletzte, 21 Tote, Ohnmacht und Trauma. Kein unabwendbares Schicksal, keine unbegreiflichen Naturkräfte, keine Terroristen und keine Amokläufer. Die Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg wurde hergestellt. Ein unberechenbares Geschehen, das sich aus lauter berechenbaren Umständen entwickelte. Alles wäre vermeidbar gewesen. Im Nachhinein kann man sich die Chronik einer angekündigten Katastrophe dieser Art nur als Verkettung von Verblendungen erklären. Die einen konnten, die anderen wollten und die dritten durften die Gefahren nicht sehen und benennen. Vielleicht unter anderem, weil man in der Gesellschaft des Spektakels die Masse zugleich liebt und verachtet.

Die hedonistische Masse, die nicht zuletzt ihre eigene Friedfertigkeit, ihre politische Unschuld, ihre prinzipielle Offenheit feiert, wird an ihrer empfindlichsten Stelle getroffen, am Widerspruch zwischen der Masse und ihrem Sinn. Die soziale Bewegung, die nichts als das kurze kleine Glück aller Beteiligten zum Inhalt hat, lässt sich nicht garantieren; viele Menschen eng beieinander im öffentlichen Raum, diese Situation bleibt katastrophenanfällig. Freiheit und Disziplin, Kontrolle und Chaos begegnen sich, und auch in einer hedonistischen Masse macht gerade das einen Teil der rauschhaften Übersteigerung aus. Und der Gefahr.

Vieles erinnert dabei an das Szenario amerikanischer Katastrophenfilme, die, durchaus nicht unrealistisch, immer wieder vom Zusammentreffen zweier Komponenten erzählten, um eine Masse von amüsierwütigen und mehr oder weniger "nichts ahnenden" Menschen ins Verderben zu schicken, nämlich von der Profitgier irgendwelcher Veranstalter, Manager und Regionalpolitiker und der Inkompetenz der Organisatoren, Wachleute und Polizisten (uneigennütziger Einsatz und persönlicher Heldenmut Einzelner inklusive). Was daraus entsteht, und in Duisburg war es wie nach einem Drehbuch, ist das Empfinden einer Opferung, ein fundamentales Ausgeliefertsein. Die Ökonomie lockt den Menschen in eine Falle, und die Vertreter der öffentlichen Ordnung bewahren ihn nicht davor.

Was diese Vorstellung anbelangt, so könnte sich das Geschehen als besonders furchtbares Beispiel in eine Reihe stellen mit anderen Katastrophen oder Beinahekatastrophen, die sich, wie der Ausfall der Klimaanlagen in den ICE-Zügen und die Unfähigkeit der Verantwortlichen, mit der Situation vernünftig und menschlich umzugehen, als Ankommen der großen Gier der Finanzkrise und ihrer Folgen in unserem Alltag inszeniert. Um des Profits willen wird an der Sicherheit gespart; die Stimmen der Mahner werden zum Verstummen gebracht, und wie bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko riskieren Firmen, Sponsoren, Manager und Politiker Situationen, deren Gefahren zu kontrollieren sie selbst nicht einmal die Mittel haben. Das "positive" ökonomische Denken erzeugt eine immer radikalere Risikoblindheit.

Wenn also die Neunzigerjahre die Jahre der Katastrophen von außen waren, der Terroranschläge, Selbstmordattentate und Kriegsdrohungen, die die "Verwundbarkeit" des Systems belegten, dann scheint das erste Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts von den selbstgemachten Katastrophen beherrscht (nicht dass die alten verschwunden wären), von Metaphern der Verderbtheit.

Illusion der Bändigung

Aber das eben ist die nächste wirkmächtige Vorstellung, die sich angesichts von Megaveranstaltungen einstellt: diese Magie der großen Zahl, die zuerst Euphorie auslöst und dann das pure Entsetzen. Es ist die Vorstellung der "Masse" , die wieder da ist in einer Gesellschaft, die mit Massen ja eigentlich nicht viel zu tun haben will. Das Event als adäquate Form der Masse in der Spaßgesellschaft ist gleichsam katastrophal über sich selbst hinausgewachsen. Man hatte eine Zeit lang die Illusion, sie in Form von Fan-Meilen, Volksfesten und eben Loveparades gebändigt zu haben. Katastrophale Massen gab es anderswo, in Mekka zum Beispiel; katastrophale Massen bei uns konnten nur von außen erzeugt werden, durch Bomben oder Bombendrohungen. Falsch.

Anhand der Katastrophe in Duisburg muss die Gesellschaft nun verhandeln, wie sie nicht nur technisch mit Massen umgeht. Denn die hedonistische Masse bildet zweifellos auch ein verdrängtes moralisches Problem. Zunächst mussten ja die Bilder jener schockieren, die weitertanzten, feierten und Kasperiaden vor der Kamera aufführten, ganz nah am Unfallort. Wir wurden besänftigt: Man habe das Fest weitergehen lassen, um weitere Panik zu verhindern. Doch die Gleichzeitigkeit von Katastrophe und besinnungslosem "Spaß" ist so nicht wirklich zu beschreiben.

An die fürsorgliche Weiterbedröhnung der hedonistischen Masse jenseits ihrer Katastrophe mag man nicht vollständig glauben. Erinnern wir uns, es ist lange her, an den Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest durch einen Neonazi. Auch im Angesicht der Toten und zerfetzten Leiber ließ sich die hedonistische Masse nicht auflösen, die Einzelnen nicht davon abhalten, sich weiter zu amüsieren.

Schrecklichster Albtraum

Eine hedonistische Masse ist bis zu einem gewissen Grad gegen die Wahrnehmung der Katastrophe immun (damals musste auch Mick Jagger, mehr oder weniger überzeugend, weitermachen, weil die Veranstalter eine noch größere Katastrophe als einen einzelnen Mord fürchten mussten). Als Masse der Hedonisten erfüllt die hedonistische Masse unsere schrecklichsten Albträume; noch mehr als vor ihrer potenziell destruktiven Kraft fürchten wir uns vor ihrer Gefühllosigkeit. Erst als Einzelner kann der Mensch wieder trauern und wahrnehmen. Zurück bleibt eine andere Panik, die Panik vor der Masse selbst.

Eine Massenkatastrophe ist immer auch eine moralische Katastrophe: Menschen, die andere Menschen tottrampeln, zerquetschen, in die Tiefe stürzen, teils weil sie nicht anders können, teils um selbst zu überleben. Nichts bleibt da von der negativen Erhabenheit der Anschläge und Naturkatastrophen; auch der uneigennützigste Einsatz von Freunden und Helfern kann diese Bilder von einer solchen körperlichen und psychischen Hilflosigkeit nicht übermalen: Die Nähe, die die hedonistische Masse erzeugen und genießen will, macht Menschen zu Mordinstrumenten.

Die Erklärung, die Loveparade sei nun als Institution beendet, erscheint wie eine verständige Trauergeste. Etwas anderes wird danach kommen, gleichgültig unter welchem Namen. Die hedonistische Masse wächst vom Rand ins Zentrum der Gesellschaft des konformen, konsumistischen, kontrolliert-chaotischen Spektakels. Dabei geht sie so oder so zugrunde. Zurück bleibt der Einzelne, einsamer und ratloser als je zuvor.

Wir fürchten uns vor der Gefühllosigkeit der Masse. Erst als Einzelner kann der Mensch wieder trauern und wahrnehmen. (Georg SeeSSlen/DER STANDARD, Printausgabe, 31.7./1.8. 2010)

Zur Person

Georg SeeSSlen ist ein deutscher Kultur- und Filmkritiker. Zuletzt erschien von ihm "Quentin Tarantino gegen die Nazis" (Bertz & Fischer, 2009). Abdruck mit freundlicher Genehmigung der "taz - Die Tageszeitung"

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    Posting 1 bis 25 von 81
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    Regina Bernat
     
    02.08.2010 19:50

    Eine Menschenverachtung sickert mir durch diesen Artikel entgegen, wie er seinesgleichen sucht. Es ist in diesen 8 Tagen sehr viel geredet, gepostet, diskutiert und interviewt worden, doch noch nie wurde von einem derart hohen Sockel aus verachtungsvoll auf die "hedonistische Menge" herabgeblickt und die MENSCHEN spuckend, sabbernd und geifernd dafür verhöhnt, dass sie Menschen sind und sich gerne -vereinen, feiern, sich freuen wollen.-

    Dieses Machwerk ließ auch mich sofort an Elias Canettis "Masse und Macht" denken, was in diesem Zusammenhang ja vielleicht gelesen werden kann, um über Urtriebe und Faszinationen etwas zu erfahren?

    So billig läßt sich jedoch nie jemand vom Autor betören mit subtiler Meinungsmache und Ideologie- Geschwätz!

    Prof. Alois
     
    03.08.2010 14:49
    Umgekehrt: Keine Masse der Welt kann sich Canettis Thesen entziehen. Canetti unterscheidet nicht explizit,

    ob sich jemand freiwillig ein Massenerlebnis hedonistischer Art antut. Love Parades gab es zu seinen Zeiten noch nicht.
    Gänsehaut macht es aber schon, wenn man sich Canettis Definition von "Opfer" in Erinnerung ruft: Es müssen einige wenige "geopfert" werden, damit sich die große Masse sicher ist: Mich hats nicht erwischt. Es sind die schwachen, langsamen Gazellen, die von den Löwen erwischt werden, während die starken entkommen.

    Neu ist nur, denn davon hat Canetti nicht gesprochen: Dass man zur Selbstgewissheit, überlebt zu haben, heutzutage noch eine moralische Entschuldigung hinzufügt: Ich, als Teil der Masse, bin nicht schuld. Ich wollte nur Spaß. Schuld ist der Bürgermeister, der mich nicht vor mir selbst geschützt hat.

    MetaM.
     
    04.08.2010 08:03
    Der Tod der anderen als zelebriertes Opferritual

    erkannte auch Claude Levis Strauss in archaischen Kulturen, die "kolonialisiert" wurden. Das moralische Element aus christlichem Mythos WÜRZT lediglich entsprechende Prozesse. Die Jagd auf Gazellen war existentiell notwendig, wie es heute der an sich harmlose Genuss einer rave- Veranstaltung offeriert, gleichzustellen mit "Schnäppchen-Jagd".
    "Die Anweisung, den an anderen erfahrenen Tod zum Thema für die Analyse von Daseinsende und Ganzheit zu nehmen, vermag weder ontisch noch ontologisch das zu geben, was sie zu geben zu können vermeint." Martin Heidegger: Sein Und Zeit S.239
    Strukturanalysen derartiger interner Katastrophen weisen menschliche MissRegelungen auf, die keiner "höheren" Gewalt, keinem göttlichen Willen zuzuschreiben sind.

    Prof. Alois
     
    05.08.2010 15:56
    Das hat mir Religion prinzipiell nichts zu tun, praktisch aber schon

    Archaische Kulturen haben eben versucht, das Opfer vorwegzunehmen, indem sie einen Menschen, später Tiere, freiwillig hergaben, damit ihnen später nicht genommen wird, was sie nicht hergeben wollen. Immer religiös begründet natürlich. Wie sollte das denn auch anders gehen in Gesellschaften, die für den täglichen Sonnenaufgang ihrem Gott danken. Das ist - wenn ich Heidegger hier richtig verstehe - jedenfalls eine Sackgasse der Vernunft, wenn absichtlich betrieben.
    Das Christentum hat übrigens mit diesen Opfern Schluss gemacht, kämpft aber immer noch mit den Ausläufern aus der Vergangenheit. Heute wird dem Gott eben Geld gegeben. Sagt viel aus über unsere Zeit.
    Obwohl sich Christus dazu ganz eindeutig gegenteilig geäußert hat.

    MetaM.
     
    05.08.2010 19:38
    Zeremonien und Rituale scheinen Arche und nihilistisches Christentum

    verbinden zu wollen- während moderen Massenveranstaltungen die Kriegshetz simulieren und das Gemeinschaftsgefühl stärken sollen. Das oder die Opfer werden heute auch vorweg möglicherweise einkalkuliert, was jedoch naturalistisch und nicht religiös begründet wird.
    Durch die Entwicklung des Abendlandes über die Griechen hinaus zu Descardes, Spinoza und Kant erhielt die praktische Vernunft den Stellenwert des ehemals christlich fundierten Gewissens mit der sogenannten Erbsünden- und Schuldfrage.
    Die Ablassregelung spaltete bekanntlich die Kirche.
    Der Kapitalismus entstand dazwischen und die Vernunft wurde in ihrer Effektivität zur einseitigen Instanz erhoben und GELD zum neuen Gott erklärt.
    Das goldene Kalb tanzt immer noch- wo bleibt Gott?

    Adam West
    01.08.2010 18:22

    Ich denke man kann die Katastrophe zwar in ihrem eigenen Rahmen erklären, wie das hier viele fordern, und persönliches Versagen der Organisatoren als Begründung anführen. Dennoch halte ich es für sinnvoll auch danach zu fragen, was denn eigentlich zu dem persönlichen Versagen - das klar ein Verbrechen ist - geführt hat und hier kann Profitgier, Geltungssucht und ein verstärktes Eingehen von Risiken schon auf eine gesellschaftlichen und ökonomische Verfasstheit deuten, die genau dies fördert. Da gibt jemand einen Denkanstoß und vielen Postern fällt nichts anderes ein als jeglichen Anspruch von intellektueller Auseinandersetzung zu verteufeln. Gerade das Nachdenken über Gründe und Erklärungen halte ich für respektvoll den Opfern gegenüber.

    fibiundchillie
    02.08.2010 09:41
    Gründe und Erklärungen halte ich für respektvoll den Opfern gegenüber.

    bis zu dem punkt, wo als "Grund und ERklärung" herauskommt, daß die versoffene-verkifft nixnutzige Jugend selber schuld ist, waratens halt net hingangen.
    Das unterstell ich zwar dem Artikel nicht bis weniger, allerdings gibts ausreichend psts zum THema, die genau das behaupten.

    Prof. Alois
     
    03.08.2010 14:50
    Poster behaupten das

    Der Beitrag des Autors nicht.

    Achselfruchtsaft
    01.08.2010 17:20

    ich hätte wahrscheinlich 100 leute bewusstlos geschlagen, und mich selber nicht vom fleck bewegt.

    und dann wär ich über einen leichenberg nach draussen geklettert.

    bin ich jetzt ein hedonist?
    gehöre ich jetzt zur spassgesellschaft?

    Prof. Alois
     
    05.08.2010 16:03
    Das geht eben nicht

    Sie müssten mit dem Schlagen schon anfangen, wenn es noch nicht so weit ist, dass sie so eingezwängt sind, dass sie im wahrsten Sinn des Worte kein Bein mehr auf den Boden bekommen.

    Wenn sie aber vorher losschlagen, dann haben Sie ganz gewiss die Polizei am Hals. Auf jeden Fall, egal ob dann tatsächlich eine Massenpani k folgt.

    Und überhaupt: Kommt nie gut, wenn man beim ersten Gedränge um sich haut, um sich Platz zu machen.

    Und ein Hedonist wären Sie nur dann, wenn Ihnen das Prügeln Lust bereitet. Und Sie das auch in vollen Zügen ausleben.

    Dr. Bitter
    01.08.2010 14:05

    Das Bild von der Lemmingherde drängt sich auf.

    ciao4zampe
     
    01.08.2010 13:39

    auch wenn das leider nun den duisburg-opfern nicht mehr hilft...
    so wäre immerhin für künftige massenandrang-events zwecks prävention sinnvoll dass man bewegungsströme analysiert:

    m.e. ein exzellenter link dazu
    http://www.nzz.ch/nachricht... 31565.html

    Horstl Schorschl
    01.08.2010 12:59
    Von einer Veranstaltung auf die ganze Szene...

    bzw. Gesellschaft Rückschlüsse zu ziehen halte ich für nicht besonders intelligent.

    Sind wegen den Vorkommnissen beim Air&Style alle Sportevents schlecht gemacht worden, oder wegen dem Bergbahnunglück in Kaprun alle Seilbahngesellschaften in einen Topf geworfen worden!?

    Mir drängt sich da der leise Verdacht auf, dass da überall leichte Schadenfreude mitschwingt, so auf die Art "das habts jetzt davon!" , Fakt ist, dass bei der Veranstaltung so ziemlich alle versagt haben die in den Planungsablauf eingebunden waren, vom Bürgermeister über den Veranstalter, bis hin zur Polizei und daran ist jetzt die Spaßgesellschaft schuld?Wenn ja sollte man so Konsequent sein und das auch auf Lawinenopfer übertragen, quasi selbst schuld blöde Spaßgesellsch

    Bill Sheppard
    01.08.2010 11:53
    Es gibt zahllose solche Großveranstaltungen in Deutschland und auf der ganzen Welt

    wo die 'hedonistische Spaßgesellschaft' sich wild hingebungsvoll feiern lassen können, wo die Veranstaltungen auf gut anpassenden und ausgelegten Geländen stattfinden mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen.

    Warum hätten sich Leute, die die Gelände nicht im Voraus kannten, sich anders gedacht, dass diese Loveparade anders gewesen wäre?

    Was wirklich skandelös ist, ist dass die Geldgier und Größenwahn von individuellen noch einmal so katastrophale Folgen für die Bevölkerung haben. Wirst auch mal gegen die 'Geldgielgesellschaft' wettern? Oder magst du sie weil du persönlich selber davon gut profitierst?

    Chocoholic
    01.08.2010 11:49
    So eine unglaubliche Frechheit:

    Da passiert ein Verbrechen, und ein Kommentator erlaubt sich, am Ruecken der Opfer rethorischen Kunstdurchfall auszuueben.

    Ein paar ehrenwerte Worte als Alibi gleich zu Anfang und dann kotzt man frei von der Leber weg ein paar Kulturelle Intelligenzen.

    Nein danke. Klares Verbrechen, klare Worte.

    Günther Weidhofer
    01.08.2010 09:33
    No risk no fun

    Der Artikel hat für mich den Geschmack als wäre er von einer konservativen Lokalpolitikern eines Wiener Gemeindebezirkes geschrieben.

    Wenn man sich die Anzahl der Personen die durch den "Spaß" Alkohol zu Tode gekommen sind, ohne an einer Massenveranstaltung teilgenommen zu haben vergegenwärtigt, muss man derartige Vorwürfe relativieren.
    Spaßgesellschaft ist offensichtlich jene Gesellschaft, die sich mit Dingen beschäftigt, denen man selbst nichts abgewinnen kann.

    Eine Veranstaltung mit einem einzigen wesentlichen Fluchtweg.
    Seit wann ist das erlaubt?
    Reflexartig Profitgier zu orten ist unangebracht. Da gibt es eine simplere Erklärung.
    Das man als Teilnehmer auf Rechtmäßigkeit vertrauen kann, setze ich voraus.

    Helmut.Hromadnik
     
    01.08.2010 08:20
    Ein genau treffender kommentar ! Gratuliere.

    Ich würde mir einen bruchteil der menschen bei einer demo gegen rechtsextreme parteien, die kapitalistische zweiklassengesellschaft und korrupte politiker wünschen.

    Aber hedonismus betäubt eben die gehirne !

    Horstl Schorschl
    01.08.2010 13:02
    Schadenfroh?

    Frei nach dem Motto: "Haha, die gerechte Strafe Gottes!"

    Bei solchen Kommentaren kommt mir das K*tzen.

    Mirabeau
    31.07.2010 21:55

    Hedonistische Masse? Es hätte genauso gut eine Masse von Künstlern und Kulturkritikern sein können, die an demselben Ort für mehr, viel mehr Subventionsgelder demonstriert.

    Nichts nervt mich mehr als der erhobe Zeigefinger des Pseudointellektuellen, der jedes Unglück zur öffentlichen Zelebration seiner Selbstgerechtigkeit benutzt.

    Was war zuerst da - FPOewaehler oder Deixfiguren
    31.07.2010 19:20
    blabbla ...

    ... 15 Jahre ist nichts passiert - statistisch gesehen passiert erst wieder was 2025 . 1,4 mio TeilnehmerInnen vs 21 Tote . Man stelle sich vor 1,4 Feuerwehrfestbesucher treffen sich . Laecherlich diese Diskussion . Mein Mitleid an die Betroffenen aber im Leben kann immer was passieren (Uebrigends : Wann werden Autos verboten oder wann wird das letzte mal eine Hochzeitsgesellschaft in Afghanistan oder Irak zerbombt ?)

    w.p. r
    31.07.2010 19:26
    1,4 mio?

    das ist eine fantasiezahl der veranstalter.

    tatsächlich waren zwischen 250.000 und max. 400.000 besucher auf der loveparade.

    im spiegel gibt's dazu einen artikel ...

    FSK
    31.07.2010 20:38

    haben sie da eine quelle, konnte nichts finden.?

    DerEwigeRaisonneur
    31.07.2010 22:28
    OGHaha
    31.07.2010 19:03
    Sehr guter Artikel.

    Ich hab mir auch schon gedacht, dort ist wieder alles zusammengekommen:

    Fehlplanung (eine weitere "Rampe" hätte auch auf der gegenüberliegenden Seite errichtet werden müssen), Fehlsteuerung an den Eingängen und wie hier bezeichnet eine "hedonistische Masse".

    Gestern hat in einer Fernsehsendung (weiß jetzt leider nicht mehr welche, eine Diskussionssend. im DF) ein "Raver" der mitten in dieser Masse stand, gesagt, dass plötzlich starke junge Männer wie rasend ohne Rücksicht auf Verluste um sich schlagend alles niedertrampelnd losstürmten!

    Eine "Stampede", siehe Wikipedia: wird auch bei Menschen so bezeichnet!

    Im Übrigen wie immer: Untersuchung abwarten.

    OGHaha
    31.07.2010 19:40
    Jetzt hab ichs:

    Es war die ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ am Freitag:

    Zitat:
    "Loveparade-Teilnehmer Manuel Lippka schilderte, wie bereits an anderer Stelle, seine Erlebnisse im Todestunnel. Das Drama mache ihn noch immer „sprachlos“."

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