Turbulenzen um RH-Prüfung

Absetzbewegungen in Niederösterreich

Renate Graber, 30. Juli 2010, 18:05
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    foto: hypo nö

    Banker Harold gerät in Niederösterreich unter Druck

Die landesintere Kritik an Bankchef und Struktur der Veranlagungen von Niederösterreichs Wohnbaudarlehen wird lauter

Wien - Die Turbulenzen um die Rechnungshofprüfung der Veranlagung von Niederösterreichs Wohnbaudarlehen rufen Kritiker auf den Plan. Wie berichtet hat ein Prüfer vorzeitig Informationen an die Fibeg gegeben. Von der Gesellschaft, die das Landesvermögen verwaltet, sollen die Informationen an Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka weitergegangen sein. Sein Sprecher dementiert das. Der Prüfer wurde suspendiert, ein Disziplinarverfahren läuft. Der Rechnungshof hat die Veranlagungsgeschäfte harsch kritisiert.

Laut einem Involvierten sind Textentwürfe für den Rohbericht zunächst an Fibeg-Geschäftsführer Herbert Höck gegangen (Höck war dazu bisher nicht zu erreichen), der sie Mitarbeitern weiter gegeben habe. Fibeg-Chef Höck geht demnächst in Pension, intern soll die Nachfolge entschieden sein: Der Leiter der Abteilung Public Finance der landeseigenen Hypo Investmentbank (HIB), Johannes Kern, soll Fibeg-Chef werden. Geht es nach Vize-Landeshauptmann Sobotka, soll aber auch der Chef der HIB, Peter Harold, mehr eingebunden werden. Er habe den Auftrag, die Veranlagung der Landesgelder auf neue Beine stellen, heißt es.

Bisher funktioniert die Veranlagungskette so: Die Fibeg hat Fonds aufgelegt, die Hypo-Tochter Hypo Capital Management (HCM; Aufsichtsratschef ist Höck, sein Vize Harold) zwischengeschaltet, die wiederum die private Asset-Management-Gesellschaft Aurelius Capital beschäftigt, die ihren Diensten entsprechend die Fees kassiert. Aurelius (wurde von Ex-HCM-Chef Heinz Hofstätter in der Bank entriert) gehörte bis vor kurzem mehrheitlich zwei Privatstiftungen von Hans-Michael Schania und Michael Dirnegger; letzterer hat seinen Anteil nun sehr lukrativ verkauft.

Ein involvierter Experte kritisiert diese "undurchsichtige, hybride" Kettenkonstruktion, die "nie Sinn gemacht hat" , aber von Höck und Sobotka "erwünscht" gewesen sei. Im Frühling habe das Land erstmals eine Prüfung durch Ernst &Young veranlasst, allerdings seien nur ausgewählte Aurelius-Transaktionen angeschaut worden.

Umstrittene Hilfestellung

Einer der Gründe: Aurelius spielt nicht nur bei der Fibeg eine Rolle, sondern auch bei der Hypo Investment Bank. Sie war involviert, als die HIB 2009 Probleme mit abgestürzten Lehman-Papieren unorthodox löste. Die Art der Bilanzierung ist umstritten: Gegen Harold und seinen Ex-Vorstandskollegen ermittelt der Staatsanwalt wegen Verdachts der Bilanzfälschung und Untreue. Die Banker weisen die Vorwürfe zurück, es gilt die Unschuldsvermutung.

Dass nun Harold einen neuen Plan für den Umgang mit dem niederösterreichischen Familiensilber austüfteln soll, ist deshalb bei diversen Aufsichtsräten umstritten. Umso mehr, als der Ex-Bank-Austria-Manager (zuletzt war er in Bulgarien) bei seinen Engagements nicht nur Glück hatte. Aus dem geplanten Joint-Venture in Bulgarien mit der Alfa Finance Holding wurde nichts, gekostet hat es die Bank Millionen.

Geblieben sind die Abwicklung der Geschäfte und eine gutbezahlte bulgarische Ex-Harold-Assistentin, die nach ihrer Übersiedlung nach Wien in einer Dienstwohnung hinter der HIB-Zentrale eingemietet wurde. Bezahlt wird von Alfa Finance, die HIB refundiert aber angeblich die Kosten.

Seinem Freund und Alfa-Finance-Chef, Ivo Georgiev Prokopiev auf Sofia, sprang Harold beim Hauskauf in der Wachau bei. Rund um den Konkurs des Kremser Malereibetriebs Göls musste die Unternehmer-Familie 2009 ihre (nicht vom Konkurs betroffene) neue Villa in Kremser Nobelgegend verkaufen.

Banker Harold wurde auf das Objekt aufmerksam, besichtigte es und brachte die Verkäufer mit dem Alfa-Finance-Gründer an einen Tisch. Prokopiev - er gilt als einer der reichsten Bulgaren - kaufte das Haus um 1,17 Mio. Euro (plus 51.600 Euro für Möbel und Rasenmäher). Finanziert hat die Hypo NÖ, die eine Höchstbetragshypothek (1,26 Mio.) im Grundbuch einverleibt hat. (Renate Graber, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 31.7./1.8.2010)

 

Kommentar posten
21 Postings
Mostbluzza
00
12.8.2010, 14:35
absetzbewegungen

nach südamerika?

ratten können auch nicht schwimmen ...

aber eine bulgarische assistentin, hört sich gut an.
richtige männer eben.

Pauli Feuerstein
10
Und?

Was nun, Genossen?

also dann ...
00
das w a h r e ...gesicht des erwin pröll : alt - aber gut !

http://www.youtube.com/watch?v=GxOnpOAZXyQ

tja...
welch eine persönlichkeit, nicht wahr.

isidor vom billa
01
31.7.2010, 18:00
Veranlagung

Neoliberale Wirtschaftspolitiker und Steuergeld: Sie veranlageb falsch, weil sie so veranlagt sind ...

Queen of Sheba
 
00
31.7.2010, 17:24
"Aurelius", "Alfa Finance" - lauter "vertrauenserweckende" Unternehmensbezeichnungen !

h k
01
31.7.2010, 17:13
kein Problem für Pröll den Großen

erstens: "auch der Rh kann irren",
zweitens: irrt der RH nicht, hat Pröll trotzdem recht

Wirtueller
02
31.7.2010, 16:17

Wenn die Idioten die eine Milliarde Euro wenigstens versoffen und nicht verzockt hätten....

DirtyHarry
00
31.7.2010, 12:57
Cross-Border-Leasing

in nö und wien gibt es die frechsten
steuergeld-verzocker österreichs

http://www.der-wiener.at/cross_bor... asing.html

didi111
09
31.7.2010, 12:32
Die Faktenlage um die Wohnbaugelder kommen schön langsam ans Tageslicht..

Die nächste Megabaustellen in NÖ ist der unkontrollierte Spital(um)bau, und hier ist besonders der Bauwahnsinn im Süden von Wien anzusprechen.

Das ist ja eigentlich unglaublich, daß sich paar Leute am Traisenstrand hinsetzen können und dort fröhlich den Bau eines 300-Millionen Bauwerks beschliessen können und dies eindeutig im Widerspruch der Anstrengungen der Bundesregierung, hier überregional ein Gesundheitskonzept umzusetzen.

Die Krot müssen die Steuerzahler schlucken.

Die nächsten Baustelle ist die Übernahme von schwerdefiztären Nebenbahnen von den ÖBB.

Die ÖBB wollen und müssen unrentable Nebenbahnen schliessen, und das Land NÖ übernimmt diese und bringt dann im Management ihre Parteigänger und Höflinge unter.

Super..

Lageos
03
31.7.2010, 15:55

Stimmt das ist leider viel zu selten in den Medien!
Vor allem die "Landesmedien" NÖN und ORF NÖ berichten über solche Angelegenheiten kaum bis gar nicht.

Zirkumplex
00

da hat einer die medien fest im griff

pacult-fan
00
31.7.2010, 09:22
frau grabner vor den vorhang !

Wieviel Demokratie ist es bitte?
019
31.7.2010, 00:58
Diesen Leuten

kann man kein Geld mehr in die Hände geben, sondern nur noch Handschellen um dieselben.

Steuern zahlen ergibt keinen Sinn mehr in Österreich.

End of story.

politischer trauerspieler
 
08
30.7.2010, 23:33
NÖ. Das Kärnten ohne Landschaft.

ist leider bittere Realität.

shaki1
01
31.7.2010, 09:53
NÖ ist wunderschön! Landschaftlich.

Der Rest Ihres Beitrags mag Realität sein.

politischer trauerspieler
 
00
wunderschön?

ich bin niederösterreicher, wenn auch schon sehr grenzwertig, und ich persönlich finde nö dort am schönsten, wo es in die steiermark und oberösterreich übergeht. wachau natürlich ausgeschlossen.

Wirtueller
13
31.7.2010, 16:16

Niederösterreich ist ein schwarzer Sumpf der uns Unsummen kostet, sonst nichts.

Zirkumplex
00
schwarzer sumpf

nettes wortspiel ;)
ich befürchte nur, dass das nicht nur NÖ, sondern einige bundesländer mehr auch betrifft..

Hias Schneider-Gampern
012
30.7.2010, 20:55
VERANLAGUNG - NEIN DANKE!

Wenn zuviel Steuergeld -> zurück an den Steuerzahler oder Staatschuld tilgen, alles andere führt zu Missbrauch.

DirtyHarry
02
31.7.2010, 13:01

das skandalöse an dem erwin-pröll-wohnbaugeld-skandal ist die tatsache, dass das land eigentlich forderungen gegenüber den niederösterreichischen hauserrichtern hatte, diese forderungen wurden verkauft, mit den erlösen sind erwin pröll und seine kumpanen dann ins finanzkasino gegangen und haben das geld verspielt

Carlito336
026
30.7.2010, 20:46
NÖ liebt die sichere Privatisierung

Privatisierung kennt immer private Nutznießer.
NÖ pflegt eine sichere Veranlagung. Sicher in der Form, dass Private sicher gut mitschneiden, schließlich kümmert man sich hierzulande ja um Freunde.

Die Rechnung zahlt der Staat, den mögen wir hier nämlich nicht, den wollen wir ohnehin abschlanken.
Wir sind nämlich für die Menschen da.

Euer Erwin und Ihr Sobotka

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