Heer plant Reform des Präsenzdiensts - Generalstabschef Entacher: Mehr Sport für Grundwehrdiener
Wien - Das Bundesheer plant eine Reform des Grundwehrdiensts. "Wir werden den Dienst der Systemerhalter (Köche, Schreiber etc., Anm.) deutlich optimieren", kündigte Generalstabschef Edmund Entacher in der "Wiener Zeitung" an. Ziel sei es, innerhalb von drei Jahren deren Anteil von 60 auf 40 Prozent zu senken. Zudem solle der Erlebnischarakter des Präsenzdienstes und damit auch die militärische Ausbildung erheblich gesteigert werden.
Mehr Sport, später essen
Laut Entacher soll es künftig auch deutlich mehr dienstlichen Sport während des Präsenzdienstes geben. Auch das frühe Abendessen um 16.00 Uhr solle der Vergangenheit angehören.
Vor dem Hintergrund der laufenden Debatte über eine grundlegende Reform des Bundesheeres warnte Entacher vor einer Nischenstrategie für die einheimischen Streitkräfte. Auch ein Aus für Panzer oder Artillerie lehnt er entschieden ab: "Es wäre verhängnisvoll, würde man jetzt die tagespolitischen Friedenswünsche in den Strukturen des Bundesheeres abbilden." Bevor man Waffengattungen gänzlich abschaffe, "sollte man sich besser zweimal am Kopf kratzen".
"Mangelnde inhaltliche Tiefe" bei Debatte über Heer
Der aktuellen Debatte um die Zukunft des Heeres attestierte der Generalstabschef zum Teil mangelnde inhaltliche Tiefe: "Als Verantwortliche können wir uns diesen Luxus der Oberflächlichkeit nicht leisten." (APA)