Bundesheer will "Erlebnischarakter" von Grundwehrdienst steigern

30. Juli 2010 17:02
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    Foto: apa/hochmuth

    Generalstabschef Entacher (li.) mit Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ): "Verhängnisvoll, die tagespolitischen Friedenswünsche in den Strukturen des Bundesheeres abzubilden."

Heer plant Reform des Präsenzdiensts - Generalstabschef Entacher: Mehr Sport für Grundwehrdiener

Wien - Das Bundesheer plant eine Reform des Grundwehrdiensts. "Wir werden den Dienst der Systemerhalter (Köche, Schreiber etc., Anm.) deutlich optimieren", kündigte Generalstabschef Edmund Entacher in der "Wiener Zeitung" an. Ziel sei es, innerhalb von drei Jahren deren Anteil von 60 auf 40 Prozent zu senken. Zudem solle der Erlebnischarakter des Präsenzdienstes und damit auch die militärische Ausbildung erheblich gesteigert werden.

Mehr Sport, später essen

Laut Entacher soll es künftig auch deutlich mehr dienstlichen Sport während des Präsenzdienstes geben. Auch das frühe Abendessen um 16.00 Uhr solle der Vergangenheit angehören.

Vor dem Hintergrund der laufenden Debatte über eine grundlegende Reform des Bundesheeres warnte Entacher vor einer Nischenstrategie für die einheimischen Streitkräfte. Auch ein Aus für Panzer oder Artillerie lehnt er entschieden ab: "Es wäre verhängnisvoll, würde man jetzt die tagespolitischen Friedenswünsche in den Strukturen des Bundesheeres abbilden." Bevor man Waffengattungen gänzlich abschaffe, "sollte man sich besser zweimal am Kopf kratzen".

"Mangelnde inhaltliche Tiefe" bei Debatte über Heer

Der aktuellen Debatte um die Zukunft des Heeres attestierte der Generalstabschef zum Teil mangelnde inhaltliche Tiefe: "Als Verantwortliche können wir uns diesen Luxus der Oberflächlichkeit nicht leisten." (APA)

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immofuchs
06.08.2010 11:57
Wieviele der letzten Verteidigungsminister waren beim Heer?

War Herr Darabos, der jetzt so sehr für die Wehrpflicht (=sinnloser staatlicher Zwangsdienst wo alle Männer mind. 6 Monate also rd 2 % ihrer Lebensarbeitszeit) streitet jemals dabei?
Hat schon jemand berechnet wie groß der VW Schaden der Wehrpflicht ist? (Steuerentgang, verlängerte Ausbildung, psychische Probleme, sinnlos aufgeblähter Apparat,.......)?
Für die sinnvollen Tätigkeiten Zivildienst, Katastrophenhilfe,... kann man ja auch Menschen mit Berufsveränderungsbedarf sinnvoll = professionell ausbilden.

Kon01
18.08.2010 16:02
Lebensarbeitszeit von 25 Jahren?

Erspare mir jetzt eine böse Bemerkung zur OEBB...

Paul Dresten
10.08.2010 21:28
Ja, den angeblichen volkswirtschaftlichen Schaden durch die Wehrpflicht hat mjan sich bereits mehrfach angesehen.

Es gab in keinen Land, das auf Berufsarmee umstellte auch nur den geringsten positiven volkswirtschaftlichen Effekt. Ganz im Gegenteil, durch die geringere Kasernenanzahl, gestiegene Jugendarbeitslosigkeit, deutlich höhere Verteidigungsausgaben usw. sind die volkswirtschaftlichen Schäden durch die Berufsarmee bedeutend größer als bei der Wehrpflicht.
Und über die Faulheit selbst nichts beitragen zu wollen brauchen wir gar nichts erst zu reden.

Günther Hase
 
04.08.2010 13:00
Warum man die dümmsten Zivilversager

auf die Rekruten loslässt ist mir schleierhaft. Man sollte wenigstens minimal die Eignung als Ausbildner testen. Es gab einige hervorragende Unteroffoziere in meiner Grundausbildung die wirklich das letzte aus den Rekruten rausholen konnten. Traurig - fähige Menschen die man aber nicht beim Heer halten wird können, da sie es aufgrund der sonderbaren Struktur nie weiter als "Stabswachmeister" schaffen werden. Andere waren einfach nur Witzfiguren, die ihre mangelnde/n natürliche Autorität/Charakter mit unnötiger Schinderei wettmachen wollten.

Ich war jedenfalls lieber in Schönbrunn laufen als in der MTK exerzieren - von daher richtiger Ansatz ;-)

MarcoMadre
02.08.2010 18:18
hmmm,

also wenn ich mir die bundesheerwerbung ansehe, dann scheint dies genug erlebnis zu sein...

einfach nur peinlichst!!!

http://www.youtube.com/watch?v=A... RHn6k&NR=1

wackelkandidat
03.08.2010 11:31

es gibt weitaus Dümmeres.
Das z.B.:

http://www.youtube.com/watch?v=Lmz_bNlhThQ

Franz Schwingenschrot
02.08.2010 17:54
Erlebnis pur

Um den Erlebnischarakter des Bundesheeres zu steigern, sollte der Truppenübungsplatz in Allensteig zum Themenpark (Disneyland für große Buben) umgebaut werden.
http://gedaunknsplitta.blog.de

Ron Rik
02.08.2010 17:00
Vielleicht will man den Grundwehrdienern, die bekanntlich

gerne Actionfilme sehen und einschlägige Computerspiele lieben, eine adäquate Marinesausbildung angedeihen lasse? Das wäre dann wohl ein 3D-Erlebniseffekt mit allen zusätzlichen Sinneswahrnehmungen!

Wolfgang Erhart.
02.08.2010 14:11
Die sollen...

aus dem Militär einen Paintball-Verein machen. Das würde vielen Spaß machen und die Wäschereien hätten was zu tun.

Kon01
18.08.2010 16:03
Dann ...

... würde ich mich zur Reserve melden

derPolizist
 
02.08.2010 13:35

handgeben ohne anzuschauen, sehr unhöflich...

GreyPaladin
05.08.2010 11:26

Dachte schon ich bin der einzige den das stört, sowas kommt immer häufiger vor in letzter Zeit.

derPolizist
 
05.08.2010 11:41

ja, leider... sind immer die ganz "schwer beschäftigten"...

ProEvo84
02.08.2010 13:46

....weil in die Kamera grinsen wichtiger ist ;)

derPolizist
 
02.08.2010 13:50

...aber das schafft er ja auch nicht!

potz
02.08.2010 02:46

was ich mich frage: wieviel sitzungen hat das gebraucht um das abendessen von 16h auf 17h zu verschieben?

gott sei dank ist das keine nieschenloesung.

Marlon62
03.08.2010 11:47
wieviel sitzungen hat das gebraucht

Möglicherweise genau eine nach dem Verzehr von 1/2 kg Bohneneintopf.

Agnostiker1
01.08.2010 15:53
Toll, der Darabos. Wollte sicher in seinen Jugendjahren...

..sowas wie ein Eventmanager werden. Dafür wäre er sicher besser geeignet gewesen, als jetzt in seiner Rolle als Verteidigungsminister. Er fühlt sich als Hofnarr immer besser.

ceiberweiber.at
01.08.2010 16:22
Er braucht respekt der truppe

den kann er sich aber blitzartig verscherzen, wenn er nicht ethisch handelt, nicht wie ein offizier oder unteroffizier (denn die sind dazu verpflichtet, was sich auch auf ihr verhalten ausserhalb des dienstes erstreckt). ein soldat beschützt menschen und hilft ihnen, er muss dies auch von einem minister erwarten. meint ein minister, alles soll nur für andere gelten, er aber kann wegrennen, verscherzt er es sich mit allen. in der politik mag man damit durchkommen, so ein amt aber erfordert rückgrat, sonst nehmen die ihn nicht ernst. es geht dabei nicht um zivildienst oder militär, sondern um praktisches handeln entsprechend prinzipien und ethischen vorstellungen.

Kon01
18.08.2010 16:17
Einerseits haben sie Recht

Andererseits erinnere ich mich jetzt gerade an meinen eigenen GWD (keine 10 Jahre her).
Da gab es zum Beispiel diesen verblödeten Staabswachtmeister, der seine Rekruten gerne mit einer Kelle verprügelt hat. Ein anderer hat einmal einem Rekruten die schweren Feldstiefel ins Gesicht geschleudert (waren schlecht geputzt). Und auch an den Komplexler, der dauernd etwas von "vergasen" gefaselt hat, kann ich mich gut erinnern.

Selbstverständlich gab es, neben diesem Abschaum, auch einige wirklich ausgezeichnete UO und O.

Agnostiker1
02.08.2010 09:22
Er haat zweifelsohne eine Vorbildfunktion, der D.jedoch nicht annähernd nachkommt.

ceiberweiber.at
02.08.2010 09:57
Nicht annähernd....

understatement pur :-)

sennowise
01.08.2010 16:44
Also bitte schön

Wovon ist er denn weggerannt, der Herr Minister? Möglicherweise von diesen dummen Lügen, ala ein Soldat beschützt Menschen oder von der Ethik der sogenannten Offiziere.

Soldaten und Militärs setzen mit brutaler Gewalt Interessen durch. Sie töten und verstümmeln jeden der ihnen in die Quere kommt.

Verschonen sie uns mit ihrer Soldatenromatik. Das zieht nicht mehr und der befohlene Heldentod ist auch aus der Mode gekommen und das ist gut so.

ceiberweiber.at
01.08.2010 18:59
...nochmal aus den vorschriften für berufsethische bildung

der Kommandant oder das Stabsmitglied hat "die mit seiner Funktion als Exektutivorgan im Rahmen des staatlichen Gewaltmonopols verbundene ethisch-moralische Verantwortung, in deren Mittelpunkt der Wert der Person und die Achtung der Menschenwürde stehen, wahrzunehmen. Diese Verantwortung erwächst aus der humanistischen und christlich-abendländischen Denktradition und verpflichtet den Offizier, ihr sowohl in Friedens- als auch unter Einsatzbedingungen in jeder Beziehung gerecht zu werden." Außerdem soll das Berufsethos "in seinem persönlichen Verhalten und gesellschaftlichen Wirken sichtbar werden". sollte auch für minister gelten....

Bagel
02.08.2010 12:34
Papier ist geduldig

Wenn es los geht, dann geht es los.
Dann, frei nach Adenauer, interessiert niemanden mehr, was er am Tag zuvor in einer Sonntagsrede gesagt oder auf eine Folie geschrieben hat.
Wenn es Krieg gibt, dann zählt nur noch der Erfolg.
Über alles andere macht man sich später Gedanken.

Beispiel einer soziologischen Beobachtung in Foren.
Frauen, die sonst bei sexuelle Belästigung selbst in der lächerlichsten Form(Pinup-Fotos) nach dem Richter schreiben, haben es auf einmal sehr wohl in Ordnung gefunden, dies anzuwenden um Abtreibungsgegnerinnen einzuschüchtern.
Da ging es ja scheinbar um etwas, und die anderen sind der "Feind".
Und das ist wirklich ein lächerlicher, kleiner Streit im Vergleich zu einem richtigen Krieg.

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