Salzburg

Die Donaureflexionen

30. Juli 2010 17:19
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    Foto: apa

    Der 71-jährige Kulturpublizist, Schriftsteller, Essayist und Germanist Claudio Magris ist "Dichter zu Gast" .

Die Reihe "Dichter zu Gast" widmet sich im Rahmen der Salzburger Festspiele der österreichischen Geschichte - Gast ist Claudio Magris

Salzburg - Im Jubiläumsjahr der Festspiele beschäftigt sich die Reihe "Dichter zu Gast" mit österreichischer Geschichte. Dass diese nur in einem mitteleuropäischen Kontext verstanden und diskutiert werden kann, hängt in erster Linie mit der Monarchie zusammen. Deren vielfältige Kultur wirkt bis in die Gegenwart nach, was sich u. a. am "Dichter-Gast" belegen lässt: Es ist der Kulturpublizist, Schriftsteller, Essayist und Germanist Claudio Magris aus Triest, dessen erstes Buch, Der habsburgische Mythos in der modernen österreichischen Literatur (1963), am Mittwoch Basis ist für das Gespräch mit Kulturhistoriker Karl Schlögel.

Unter dem Titel Das Weltreich der Melancholie unterhalten sie sich über den Untergang der Monarchie. Bereits am Sonntag liest Senta Berger aus Magris' Erzählung "Verstehen Sie mich bitte recht" - einer Neuerfindung des Mythos von Orpheus und Eurydike als Geschichte einer absoluten Liebe. Am 11. 8. spricht Magris dann mit Hubert von Goisern über die Donau: Beide haben ja unabhängig voneinander die Stromregion erkundet.

In seiner Biografie eines Flusses (1986) hat Magris eine Unmenge an Details aus Kultur- und Literaturgeschichte sowie Anekdoten und Kommentare zu der 2850 Kilometer langen Reise versammelt. Anhand von Filmbeispielen sowie Gesprächen wirft Magris (7. bis 9. 8.) noch einen "Blick ins Innere Österreichs" : Wendepunkte der Geschichte wie die Öffnung des Eisernen Vorhangs 1989 (Götz Spielmanns Der Nachbar, Diskussion mit dem Regisseur sowie Schriftsteller Michael Stavaric); der Bürgerkrieg bzw. Arbeiteraufstand 1934 in Oberösterreich (Michael Scharangs Die Kameraden des Koloman Wallisch, 1984, Diskussion mit Franzobel und Historikerin Brigitte Kepplinger). Auch das Schicksal der von Leni Riefenstahl 1940/41 für ihren Film Tiefland in einem Salzburger Lager zwangsverpflichteten Roma und Sinti kommt zur Sprache - beim Gespräch mit Nina Gladitz, Historiker Gert Kerschbaumer sowie der Sintiza und Tochter einer Überlebenden, Rosa Gitta Martl. (Gerhard Dorfi, DER STANDARD/Printausgabe, 31.07./01.08.2010)

1. und 4. 8.: Salzburg, Landestheater, 19.30; 11.: Mozarteum, 19.30; 7. bis 9.8.: Das Kino, 0662/80 45-500, 18.00

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