Trauerfeier wird im Fußballstadion übertragen

30. Juli 2010 17:04
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    Foto: apa/fredrik von erichsen

    Die Trauer nach dem Unglück von Duisburg ist groß, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, gering

Zehntausende erwartet; Druck auf Stadtchef wird stärker

Duisburg - "Warum?" - diese Frage steht auf zahlreichen Plakaten an der inzwischen zu einer Art Pilgerstätte gewordenen Unglücksstelle in Duisburg. Auch fast eine Woche nach der Katastrophe bei der Loveparade hat niemand die Verantwortung für das Unglück übernommen, bei dem 21 Menschen ums Leben kamen. Während sich die Stadt auf die Trauerfeier am Samstag vorbereitete, nahm der Druck auf Bürgermeister Adolf Sauerland (CDU) auch aus der eigenen Partei zu.

Der seit 2004 amtierende Sauerland lehnt einen Rücktritt ab und will über persönliche Konsequenzen erst entscheiden, wenn die Ursache des Unglücks geklärt ist. Die Kölner Polizei zog 60 Beamte in einer Ermittlungskommission zusammen. Sie werteten eine Flut von Informationen aus, darunter auch zahlreiche Fotos und Videos, sagte eine Sprecherin. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt gegen unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung. Von den mehr als 500 Verletzten waren am Freitag noch 25 in Krankenhäusern.

Sauerland hat angekündigt, nicht zur Trauerfeier zu erscheinen. Er tue dies aus "hohem Respekt vor den Angehörigen der Opfer" , hatte er der Bild-Zeitung gesagt. Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt war der Politiker ausgebuht worden, inzwischen steht er unter Polizeischutz. Am Donnerstag hatten mehrere hundert Demonstranten vor dem Rathaus der Ruhrgebietsstadt seinen Rücktritt gefordert. Sauerland wird vorgeworfen, Warnungen von Polizei und Feuerwehr in den Wind geschlagen zu haben. Er hat dies zurückgewiesen.

Doch laut eines internen Dokuments soll auch die Polizei falsch reagiert haben. Laut bild.de hätte die Feuerwehr davor gewarnt, die Zutrittsrampe wegen der Überfüllung kurzfristig zu sperren. Der Vorschlag, dann zumindest den Tunnel zu sperren, wurde offenbar nicht richtig umgesetzt.

Zu der Trauerfeier werden zehntausende Menschen erwartet. Neben Angehörigen aus dem Ausland - den Herkunftsländern von acht Todesopfern - werden in der Salvatorkirche auch Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet. Da in der Kirche nur etwa 600 Menschen Platz haben, wird der ökumenische Gottesdienst auch außerhalb übertragen, so etwa im Stadion des MSV Duisburg. Die Tribüne des Zweitligisten bietet für etwa 30.000 Menschen Platz. (Reuters, red/DER STANDARD, Printausgabe, 31.7./1.8. 2010)

Kommentar posten
14 Postings
Schneck4ever
31.07.2010 10:59

Warum zum Teufel sitzen die Polit-Spitzen Deutschlands bei der Trauerfeier in der ersten Reihe???

Die kannten nicht ein einziges Opfer persönlich, haben mit der Katastrophe auch eigentlich überhaupt nichts am Hut.
Wie kann man nur so unfassbar pietätlos sein?

Ist es so schwer sich mal nicht ganz vorne ins Rampenlicht zu drängen?

Ende der Nacht
01.08.2010 14:38

Die Merkel hat meines Wissens ihren Urlaub in Italien für diese Trauerfeier unterbrochen. Die kommt dort nicht zum Privatvergnügen hin, sondern weil sie das offizielle Deutschland repräsentiert. Das muss sie natürlich in der ersten Reihe tun. Würde sich das offizielle Deutschland nicht zeigen / nicht Anteil nehmen würde es dafür zu Recht kritisiert werden.

gastrosoph
31.07.2010 08:52
Der Oberbürgermeister

lässt sich abwählen, um seine Pensionsansprüche zu erhalten!

Malamute-Power
31.07.2010 10:42
Der Oberbürgermeister, so stelle ich mir den perfekten hässlichen Deutschen vor

Und den perfekten hässlichen Politiker.

Was für ein Shice-Charakter!

Das beweist auch dieser Spruch vom ihm zu seinem angeblichen Rücktritt:

“Das können Sie in die Tonne kloppen.“
http://www.derwesten.de/staedte/d... 24507.html

So viel essen wie ich speien möchte, wenn ich diesen Unsympath sehe, kann ich gar nicht.

maxfax
31.07.2010 01:16
Noch nicht genug...

...Massenaufläufe gehabt dort?

_valina
30.07.2010 21:22
supa

dann steht das deutsche fernsehprogramm für das WE?

a z
30.07.2010 18:34
Oskarverdächtig

Man sollte wie ich finde dazu erwähnen, dass die Angehörigen von der Stadt keine schriftliche Einladung für die Trauerfeier bekamen (stand 29.07). Oder, dass die Trauerfeier für Angehörige ein eher schlechter Zeitpunkt ist, denn an diesen Samstag finden auch einige Beerdigungen der Opfer statt. Das Angehörige von Opfern und Verletzten von Stadt und Land alleine gelassen werden.
Die Inszenierung eines Dramas für Höflinge. Hauptrollen: Merkel, Wulf, Westerwelle, der unsichtbare weil abwesende Sauerland, und noch eine Menge hochkarätiger Darsteller.

Süffisant
31.07.2010 00:07

eine trauerfeier wie diese kann nur an einem wochenende durchgeführt werden. bei so vielen opfern wird es immer tage geben, an denen begräbnisse stattfinden.
falls die feier drei wochen später, und ohne spitzenpolitiker über die bühne ginge, würden sie genauso kritisieren!

a z
31.07.2010 09:23

Zitat:> falls die feier drei wochen später, und ohne spitzenpolitiker über die bühne ginge, würden sie genauso kritisieren!<

Wahrlich süffisant ihre Gewissheit ob meiner Haltung.

EauRouge
30.07.2010 21:24
einerseits ja...

..andererseits wenns net kommen flippen Bild&Co auch wieder aus.

Schneck4ever
31.07.2010 11:02

hinkommen können sie ja, aber wie wär's mal privat und nicht in der ersten Reihe sitzend?

Butterbrotstreichman
30.07.2010 18:24
Klingt interessant...

Welches Bier wird dort ausgeschenkt? Und sind Vuvuzelas erlaubt?

Malamute-Power
31.07.2010 10:32
Geschmackloses Posting zu diesem Thema

Vollpfosten!

viola merda
30.07.2010 19:01
Und sind Philippa und Geri Keszler dabei?

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