Drogenkrieg in Mexiko

"King of Crystal" erschossen

30. Juli 2010, 19:01

Im mexikanischen Drogenkrieg kamen heuer mehr als 7000 Menschen ums Leben - In Guadalajara erschossen Soldaten einen der mächtigsten Kartellbosse.

Guadalajara - Die mexikanische Armee hat einen der Chefs des mächtigen Drogenkartells Sinaloa getötet. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums widersetzte sich Ignacio "Nacho" Coronel in der Stadt Guadalajara seiner Verhaftung durch Soldaten und wurde auf der Flucht erschossen. Im Norden Mexikos wurden unterdessen 15 Leichen am Straßenrand gefunden, sie wiesen zahlreiche Folterspuren auf.

Vizeverteidigungsminister Edgar Luis Villegas erklärte, die Armee habe in einem Vorort der westmexikanischen Stadt eine Razzia gegen Coronel gestartet, wo er sich in einem Unterschlupf verschanzt hatte. Der 56-Jährige habe das Feuer auf die Soldaten eröffnet. Im anschließenden Gefecht sei er erschossen worden. Bei dem Einsatz wurde laut Villegas auch ein Soldat getötet, ein weiterer wurde verletzt.

Coronel galt als enger Vertrauter des meistgesuchten mexikanischen Drogenbarons Joaquín "El Chapo" Guzmán - eine seiner Nichten soll Guzmán vor drei Jahren geheiratet haben. In Mexiko lagen ebenso wie in den USA Haftbefehle gegen den 56-jährigen Coronel vor, die US-Behörden hatten außerdem für Informationen, die zu seiner Ergreifung führten, eine Belohnung von fünf Millionen Dollar (3,83 Millionen Euro) ausgesetzt.

Nach Überzeugung der Behörden kontrollierte Coronel den Kokainhandel von Westmexiko über die nördliche Grenze in die USA - die sogenannte Pazifik-Route. Das Suchtgift soll er unter anderem tonnenweise aus Kolumbien bezogen haben. Wegen seiner beherrschenden Rolle bei der Herstellung und dem Handel mit synthetischen Drogen wurde er auch "King of Crystal" genannt.

Gefesselte Tote

Im Norden Mexikos wurden unterdessen erneut Tote an einem Straßenrand gefunden. Die 15 Leichen seien unweit der US-Grenzstadt Brownsville in Texas an der Straße zwischen Ciudad Victoria und Matamoros entdeckt worden, wie ein Behördenvertreter mitteilte. Die Opfer "hatten die Hände gefesselt, die Augen verbunden und wiesen sichtbare Folterspuren auf" , sagte er. Erst vor wenigen Tagen waren in der gleichen Region acht abgetrennte Köpfe gefunden worden.

In Mexiko tobt seit Jahren ein brutaler Kampf zwischen rivalisierenden Drogenbanden, die sich die lukrativen Schmuggelrouten in die USA streitig machen. Seit Beginn einer Regierungsoffensive gegen den Drogenhandel im Dezember 2006 starben rund 25.000 Menschen, allein in diesem Jahr waren es 7000 Menschen. Die USA schlossen aus Sicherheitsgründen auf unbestimmte Zeit ihr Konsulat in der Drogenhochburg Ciudad Juárez an der Grenze zum US-Staat Texas. Im März waren drei Menschen ermordet worden, die im Zusammenhang mit dem Konsulat standen - darunter eine Angestellte. (dpa, AFP, red/DER STANDARD, Printausgabe, 31.7./1.8. 2010)

g p m x
47
31.7.2010, 18:46
wenn man das zeug legalisieren wuerde,

wer haette da wohl am meisten was dagegen?
oder wen wuerd's am haertesten treffen?

ExBeamter
30
So schreibt ein Volltro.... oder du bist noch high von letztem Joint.

Mike 23
00
Glaube ich nicht.

Ich kann der Aussage von g p m x ebenfalls sehr viel abgewinnen.
Eine legale Vergabe und vor allem Produktion von Drogen würde sowohl dem kriminellen Handel als auch der Beschaffungskriminalität sofort ein Ende bereiten.
Die Produktion könnte vergleichbar mit der Produktion von Tabak geregelt werden.
Bei der Vergabe müßten strengere Regeln gelten.

Aber durch staatliche, legale Kontrolle anstatt eines offensichtlich nicht funktionierenden Verbotes könnten einige Probleme verhindert werden.
Michael

Dekkard
39
31.7.2010, 08:03
Immer wieder erfolgreich...

...die "Kriege gegen Drogen". Erfolgreich darin Morde an beteiligten und immer öfter völlig unbeteiligten zu fördern.

Wann sieht die Welt endlich ein, das Verbote nichts bringen, sondern statt Steuereinnahmen nur Steuerausgaben bringen?

Lukas Schulz
228
30.7.2010, 20:49

Solang sie Heisenberg nicht erwischen.

K. Gödel
00
31.7.2010, 14:04
Kontakt !

Wenn sie den Werner mit der Unschärfe meinen und einen Draht zu ihm haben, bitte Schönen Gruß von mir, ich hätt' schon gern mit ihm gesprochen. KG

heast helga!
00
30.7.2010, 18:24
na dann - in memoriam:

http://www.youtube.com/watch?v=9... re=related

feind der einen, held der anderen........

Tepitena
02
31.7.2010, 09:22
sieht man ja auch schön an den Kommentaren zum Video

Der Bevölkerung sind die alten Drogenbosse hundert mal lieber als die jetzt nachfolgenden Banden a la Zetas oder noch schlimmer, den Maras! Vor denen muss man nämlich auch als Unbeteiligter Angst haben...

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