Schönheit, Mutterschaft beziehungsweise Fürsorge und Natürlichkeit: Das sind Komponenten, auf die Frauen nicht nur vor hundert Jahren reduziert wurden, sondern auch oft in der Werbung von heute. Die unabhängige Frauenbeauftragte der Stadt Graz und Obfrau des Grazer Frauenrates, Maggie Jansenberger, kann ein Lied davon singen.
Dass man Frauen damit auch auf die gesellschaftlichen Rollen des Gebärens und des passiven Gefallens (nämlich den Männern) festlegt und andere Betätigungsfelder, vor allem intellektuell, negiert, ist für viele Menschen noch immer nicht als Problem erkennbar. Firmen, die darauf hingewiesen werden, dass ihre Spots oder Plakate Frauen diskriminieren, reagieren meist "überrascht, betroffen und enttäuscht" , so Jansenberger zum Standard. Und sie fühlen sich missverstanden: "Wir wollten damit nie das weibliche Geschlecht diskriminieren, im Gegenteil, das Frauenbild, das Bipa beschreibt, geht stets von einer selbstbewussten Frau aus, die den Begriff der Schönheit individuell für sich definiert" , reagierte etwa die Kosmetikkette Bipa.
Bipa musste erst vor wenigen Wochen einen TV-Spot nach einer Entscheidung des Österreichischen Werberats (ÖWR) zurückziehen. Der Spot hatte eine Frau in einer Art Foltersituation gezeigt, Blut floss, die Szene löste sich dann aber auf: Der vermeintliche Folterstuhl war ein Stylistenstuhl, das Blut rote Haarfarbe.
Viele Firmen argumentieren laut Jansenberger, die auch die Watchgroup Sexismus leitet, aber auch damit, dass immerhin auch weibliche Mitarbeiterinnen an der Entwicklung einer Kampagne beteiligt waren. "Das ist aber für sich eine biologistische Sichtweise" , so die Frauenbeauftragte. Eine Frau sei eben nicht automatisch Sexismus-Expertin.
Kein Verbot für Hirter-Plakat
Allgemein werde es "schlimmer statt besser" , glaubt Jansenberger, "zum Beispiel was die Ästhetisierung von Gewalt an oder die bildliche Zerstückelung von Frauenkörpern betrifft" . Ein Beispiel, wo etwa der Kopf einer Frau gleich ganz weggelassen wurde, war vor eineinhalb Jahren die Werbung von Puntigamer Bier, die ein pralles Dekolleté und drei Bierkrüge mit des Satz "Darf's ein bisserl mehr sein?" zeigte.
Das Plakat der Brauerei Hirter, das die Debatte neu aufflammen ließ, wird vom Werberat übrigens nicht gestoppt. "Aber es gibt die Aufforderung von uns zu mehr Sensibilität" , erklärt Michael Straberger, ÖWR-Präsident, dem Standard am Freitag. So erwarte man, dass weitere Teile der Kampagne zurückgehalten werden. Straberger, selbst Werber, findet das Plakat "zwar wirklich schlecht gemacht und für Frauen und Männer beleidigend, was auch viele männliche Werberäte so sahen, aber nicht für gefährlich". (Colette M. Schmidt, DER STANDARD; Printausgabe, 31.7./2.8.2010)
Nachlese
SPÖ nimmt
sich Bierwerbung zur Brust - Drei Damen als Werbesujet erzürnen ob ihres Verzichts auf Oberbekleidung die
SPÖ-Frauen . Man hat dem Sexismus in der Werbung den Kampf angesagt -
Werbefachleute sind hingegen uneins
Der Inhaber der geschützten Parfummarke wehrt sich gegen die "diskriminierende Verwendung"
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Die deutsche Song Contest-Gewinnerin soll laut "Bild" für den Autohersteller Reklame machen
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Kampagne für britischen betandwin-Konkurrenten William Hill mit Promi-Testimonial demnächst
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Britischer Sportwetten-Anbieter beauftragt Wiener PR-Agentur
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Bisherige Stellvertreterin agiert gleichberechtigt neben Bruno Aigner
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...bei hirter hat übrigens eine frau inne.
in ihrer stellungnahme zum sujet distanziert sie sich "nachhaltig von der Unterstellung, mit der derzeit laufenden Kampagne “Hirter Fasstypen” Frauen als Konsumgut oder als primäre Sexobjekte darzustellen." und weiter "Die dargestellten Frauen sind keine sexualisierten Werbeträger sondern selbstbewusste Biertrinkerinnen, die „ihr“ Premiumbier in exklusiven Gläsern und gutem Ambiente trinken. Ihre Individualität, ihre Eigenständigkeit, ihr persönlicher Geschmack und ihr Charakter stehen zur Diskussion, nicht ihre Nacktheit.".
nachzulesen unter: http://www.watchgroup-sexismus.at/cms/?p=555
und mir geht es gar nicht so um Sexismus bei der Werbung.
Nackte Haut gibt es in Werbung bzw. im Marketing allgemein viel, ist nichts neues.
ABER:
ich find das Werbesujet einfachhässlich. Es ist sehr "billig gemacht", wirkt nicht so als ob das ein Profi gewesen wäre, sondern vielmehr ein Photoshop-Neuling.
Und die Frauenpose, die Models...alles einfach niveaulos/unästhetisch.
die verklemmtheit heutiger frauenrechtlerinnen scheint eine vielfache der überkommenen dörflichen gesellschaft der fünfziger jahre zu sein, schöne menschen welche eine eine leichte, beschwingte lebensart illustrieren können nichts schlechtes sein, wer hinter jeden fleckerl haut einen sexismus sieht ist selber ein sexist der übelsten sorte oder eben eine sexististin
Das hart, härter, Hirter Video
http://www.youtube.com/watch?v=dTpP5c9IJP0
Zu gut gemacht für einen Fake, aber leider keine Ahnung, von wann das ist ... angeblich von der Webiste runter ...
es scheint schon so, dass frauen in der werbung alle sexistisch sind, egal in welcher form sie vorkommen.
nackig ist sexistisch, mit unterwäsche ist sexistisch, angezogen ist auch sexistisch, wenn in falschem kontext.
also wie darf man frauen denn noch darstellen?
nur in anzug, "höhere" tätigkeiten ausführend?
ist also eine art "befreiung", während ein 08-15 plakat mit ein bisschen dorfschwimmbad-nackter haut so böse sexistisch ist? dient dazu heterosexuelle männer aufzugeilen und frauen so schrecklich zu diskriminieren?
geht's noch ein bisschen unglaubwürdiger, liebe berufs-aufpudler?
ist ein plakat mit einem muskelmann auch sexistisch-diskriminierend-verurteilenswert?
und gar plakate mit dicken oder besonders grossen und kleinen menschen? ist das nicht auch schon diskriminierend?
und die deix-witze, diskriminieren die nicht die ösis am laufenden band?
ach, ich hab vergessen, dass im rathaus leute sitzen, die bestimmen, was diskriminiert werden darf und was nicht.
lassen wir doch die pc am wc runter, dann wirds uns wieder besser gehen.
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