Ölkatastrophe in China

Bis zu 90.000 Tonnen Öl ins Meer gelaufen

30. Juli 2010 15:42
  • Artikelbild
    Foto: apa/paul hilton

    Aus einer beschädigten Pipeline im Nordosten Chinas sind zehntausende Liter Öl ins Meer geflossen

US-Experte: Ölpest in China so schlimm wie "Exxon-Valdez"-Unglück - Transparente Informationspolitik der Regierung angemahnt

Peking - Im Zusammenhang mit der Ölpest im Gelben Meer hat ein US-Experte Alarm geschlagen. Die Ölpest ist nach Ansicht des Fachmanns für Meeresschutz weitaus schlimmer als offiziell verlautbart: Rick Steiner, der die betroffene Gegend im Auftrag von Greenpeace China besuchte, schätzt, dass aus der beschädigten Pipeline im Nordosten des Landes zwischen 60.000 und 90.000 Tonnen Öl ins Meer geflossen sind. Die Umweltkatastrophe habe damit mindestens das Ausmaß der Ölpest nach dem Untergang der "Exxon Valdez" 1989 vor Alaska.

Die chinesische Regierung hat die Menge des ausgetretenen Öls kurz nach der Explosion der Pipeline vor zwei Wochen mit 1.500 Tonnen angegeben und die Zahl seither nicht aktualisiert. Steiner sagte, Regierungen neigten bei Ölunfällen regelmäßig dazu, zu niedrige Zahlen anzugeben. "Aber das Ausmaß der Differenz hier ist ungewöhnlich."

Die Pipeline in der Hafenstadt Dalian war nach dem Entladen eines Öltankers explodiert. Feuerwehrleute haben Greenpeace China erklärt, sie hätten Öl aus nahe gelegenen Tanks absichtlich abfließen lassen, um die Explosion eines weiteren Tanks mit einer giftigen Chemikalie zu verhindern. Steiner sagte, er stütze seine Schätzungen auf die Tatsache, dass der zerstörte Öltank eine Kapazität von 90.000 Tonnen hatte und von dem Tanker gerade gefüllt worden sei. Die niedrigere Schätzung berücksichtige, dass Tausende Fischerboote zur Beseitigung des Öls eingesetzt worden seien. Sie hätten schon mehr Öl eingesammelt als nach offiziellen Zahlen überhaupt ausgetreten sei, sagte Steiner, ein früherer Mitarbeiter der Universität von Alaska.

Der Experte und Greenpeace erklärten, ihre Zahlen könnten wegen fehlender offizieller Angaben um bis zu 50 Prozent daneben liegen. Zugleich mahnten sie eine transparentere Informationspolitik der Regierung an. (APA)

Kommentar posten
13 Postings
masse statt klasse
02.08.2010 12:58
Stoascheissa Korl
04.08.2010 11:50

Wenn mensch denen jetzt noch geeignete Technik und Infrastruktur zur Verfügung stellte, tunkten die nach dem Gelben Meer auch noch den Golf von Mexiko sauber.

Hut auf!

hedge
01.08.2010 05:20

jetzt reichts dann aber langsam ...

fizzzzzz
 
31.07.2010 23:29
die ölkultur

wird uns langsam umbringen.

glaubte ich.

sie legt jetzt an tempo zu!

politisch verfolgt
30.07.2010 21:13
gelaufen?

geflossen wäre schon schlimm genug, aber auch noch "gelaufen"?

hagane
31.07.2010 07:55

der begriff "auslaufen" ist in dem zusammenhang durchaus richtig.

Stoascheissa Korl
04.08.2010 11:54

"Auslaufen" WÄRE richtig gewesen. "Laufen" ist unschön, aber auch richtig, glaube ich.

Lustig ist, dass der nick "politisch verfolgt" natürlich vor laufendem Öl in China fürchtet. Wer weiß schon, was das vorhat?

Bon Scott
30.07.2010 20:25
Das beste daran ist ...

... das BP das ganze Öl wieder einsammeln will und es uns nachher wieder verkaufen will!

Bluestone
30.07.2010 22:22

Was soll BP sonst mit dem Öl machen?

ill sagt der hausverstand
 
30.07.2010 19:35
Juhu.

Styx
01.08.2010 02:56

wahnsinn

living reef
30.07.2010 16:28
preisverfall bei "naturölsardinen" auf grund überhöhtem weltweiten angebots

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.