Kein Disziplinarverfahren für Beamte

30. Juli 2010 15:17

Supermarkt-Einbruch endete für 14-Jährigen tödlich - Polizisten sind im Innendienst tätig

Krems - Ein Jahr ist es nun her, dass ein Supermarkt-Einbruch in Krems, bei dem ein 14-Jähriger von Polizeikugeln getötet und ein 17-Jähriger schwer verletzt wurde, Österreich spaltete. Mittlerweile ist der Fall gerichtlich abgeschlossen. Die beiden involvierten Beamten sind seit dem Vorfall in Niederösterreich im Innendienst tätig. Ein Disziplinarverfahren wird es für sie nicht geben: Das Landespolizeikommando (LPK) als Dienst- und Disziplinarbehörde habe den vom Gericht festgestellten Sachverhalt geprüft und dabei "keinen disziplinären Überhang" festgestellt, teilte Sprecher Andreas Thenner mit.

In der Nacht auf den 5. August 2009 wurde im Merkur-Markt in Krems-Lerchenfeld stiller Alarm ausgelöst. Zwei Jugendliche aus der Umgebung, der 14 Jahre alte Florian P. und der damals 16-jährige Roland T., waren durch den Rollbalken einer Laderampe in das Geschäft eingedrungen. Eine zweiköpfige Polizeistreife rückte aus, in einem dunklen Verbindungsraum im Supermarkt kam es zur Begegnung zwischen Jugendlichen und Beamten.

Die beiden Burschen sollen daraufhin aufgesprungen und in Richtung des erleuchteten Verkaufsraums gelaufen sein. Ein Warnschuss des Beamten ging in die Ecke, die Polizistin feuerte auf den 17-Jährigen. Ein Projektil durchdrang seine beiden Oberschenkel, er ging zu Boden. Der 14-Jährige lief weiter in den Verkaufsraum, wo er sich hinter einer Palette versteckte. Als ihn der Beamte entdeckte, dürfte er erneut aufgesprungen sein und sich weggedreht haben - der tödliche Schuss traf ihn in den Rücken. Vor Gericht sagte der Beamte aus, er habe den Burschen im unteren Bereich treffen wollen, um eine Festnahme zu erzwingen. Weil er aber seitlich abgelenkt worden sei, habe er kurz weggeschaut und beträchtlich danebengeschossen.

Kritisiert wurde das Vorgehen der Polizei nach dem Vorfall: Während der angeschossene Roland T. noch am folgenden Tag im Krankenhaus einvernommen und U-Haft über ihn verhängt wurde - er wurde im November 2009 wegen des Einbruchs zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt -, gab es eine Befragung der beiden Beamten erst nach über zwei Tagen, weil sie unter Schock standen und nicht vernehmungsfähig gewesen sein sollen. Sie gaben an, sich angegriffen gefühlt und in Notwehr gehandelt zu haben. Um Befangenheit zu vermeiden, übernahm die Staatsanwaltschaft Korneuburg die Ermittlungen gegen die beiden.

Während das Verfahren gegen die Beamtin eingestellt wurde, wurde ihr 43-jähriger Kollege wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen angeklagt. Er musste sich im März am Landesgericht Korneuburg in einem dreitägigen Verfahren vor Einzelrichter Manfred Hohenecker verantworten und wurde rechtskräftig zu acht Monaten bedingter Haft verurteilt. In der Verhandlung bekannte er sich zunächst "nicht schuldig" und sprach von Furcht und Angst. Am dritten Prozesstag folgte dann das Schuldeingeständnis: "Es war wahrscheinlich so, dass ich in der Situation überreagiert habe."

Die Jugendlichen in Krems-Lerchenfeld werden den Jahrestag kommende Woche unterstützt von der mobilen Jugendarbeit mit einer Gedenkfeier begehen. Ort und Zeit bleiben geheim, man wolle unter sich bleiben, hieß es. (APA)

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fred mustig
03.08.2010 08:02
sauerei

hoffentlich plagen dem "supercop" alpträume bis zum geht nicht mehr! einfach gerechtigkeit dem leben gegenüber,das er genommen hat. R.I.P

bad_lieutenant
01.08.2010 22:24
Sehr gut !!!

Gratulation an das LPK-NOe für diese Entscheidung !
Unser "Seitenblicke-Karli" hätte wieder das große "Angsti" vor dem Standard bekommen !
Aber den sind wir ja hoffentlich bald los.

Ex-Muslim
01.08.2010 11:17

Wie so oft zählt der Mensch hier nur wenn er als Waffe gegen den Gegner eingesetzt werden kann.

Wie groß muss also die Freude über diesen Burschen sein, wenn nun endlich die Polizei ins Visier genommen werden kann. Ohne schlechtes Gewissen, wie sonst.

Daher wird auch in 10 Jahren noch mit diesem Beispiel aufgewartet werden. Es passiert selten genug etwas, dass einzelne Ereignisse bis zum Exzess ausgeschlachtet werden und zu einem Mythos werden.

berti russell
31.07.2010 18:43
einfach eine frechheit.

Lieblingstroll
01.08.2010 16:20

Die Versetzung in den Innendienst! Seh' ich auch so.

isidor vom billa
31.07.2010 18:07
Selbstreinigungskraft null!

In GB gab's jetzt für eine Polizisten ein Disziplinarverfahren nach Freispruch, in Ö gibt's kein Disziplinarverfahren trotz Verurteilung!

Kohlhaas1
31.07.2010 16:26
NAja wenn Polizist Polizist beim Waffenreinigen unabsichtlich ins Bein schiesst gibts ein Diszi.

Aber wo kämen ma do hin wenn ma als Polizist mit Massnahmen rechnen müsste, beim Kinder in den Rücken schiessen.

Ava Tar
31.07.2010 15:44
Werden wenigstens die Dienstvorschriften verbessert ?

wie zB
a)
auf Verstärkung warten, wenn's eh nicht eilig ist
b)
Licht aufdrehen, für Beamte die im Dunklen übernervös werden
c)
Schußtraining mit simulierter seitlicher Ablenkung, damit's nicht wieder Tote gibt, wenn der nebenstehende Polizist einen fahren läßt

(was außer der Partnerin befand sich denn "seitlich" des schießenden Beamten? applaudierende Haribo Goldbärchen?)

Es mag gut sein, daß hier zwei mega-ungeschickten Unglückswürmern in Uniform ein Unglück passiert ist

Ich vermisse jedoch die Einsicht der hochbezahlten Oberen, daß hier am System etwas verbessert gehört

Janeway
02.08.2010 08:52

Solche Verbesserungen wird's vermutlich erst geben, wenn einer einmal versehentlich einen Kollegen abknallt.

Christoph Karl Steininger
31.07.2010 13:00
Wie überraschend!

Eine Krähe hackt halt der anderen kein Aug aus! Und so schaut halt dann auch das Image der Krähen aus!

Erwin Wolfram
31.07.2010 12:29

ja das gericht haette auch viel zu tun, wenn sich alle opfer falscher handlungen der behoerden melden wuerden, daher ist es ja auch so, dass ein zu unrecht psychiatrisierter besser verrueckt ist, als das 45 personen angezeigt und verhaftet werden, was aufzeigt, dass nationalsozialismus verhandelbar wird, falls die klorolle in gefahr ist. denn 45 menschen sind unangenehm und ein opfer ist genehm und klorollen sind das zuhause. das man das recht hat, wenn man im kapitalismus auf einen polizisten trifft, der zielt, er nicht abgelenkt ist ist da nicht mehr zu begruenden, wo doch ganze doerfer bis heute abgelenkt sind wenn man an 1945 erinnert ist dies eine beamtenerwerbshaltung geworden. schade. dagegen ist jeder trickdieb ein heiliger.

alexanderletten
 
31.07.2010 20:06
Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
31.07.2010 11:03

Schade.. so wird die Polizei leider nie ihren schlechten ruf los.
Wir brauchen Polizisten, denen wir vertrauen können.
Wo nicht, wenn einer (was ja überall passieren kann) mal Scheiße baut, er sich drauf verlassen kann, dass die anderen ihn decken.
Und wenn nicht mal bei einem offensichtlichen Fall von Dienstverfehlung (der Mann wurde ja verurteilt) ein Disziplinarverfahren eingeleitet ist, wie ist das dann bei weniger öffentlichkeitwirksamen Fehlverhalten?

Im Prinzip erlaubt man so den Polizisten auf der Straße willkürlich nach Lust und Laune zu handeln, und damit wird das Land unsicherer und gefährlicher.

gastrosoph
31.07.2010 08:58
Langsam aber sicher

sollte der Standard sich in APA umbenennen.

Adiaphora
31.07.2010 06:39
Der finale Rettungsschuß - hat einen jungen Dieb vom Leben befreit!

In unser aller Auftrag wurde erschossen. Gerne hätten wir gelindere Mittel gesehen um unsere Konserven und Klorollen zu schützen, aber immerhin, der Schuß viel in voller Not und Verteidigung der Nudelpackungen.

Wer da meine die Ausbildung ist fies hat zwar recht, aber immerhin lernt der Schütze die empfindlichsten Teile zu treffen.

Todesurteile per sofort nennt man das, um Widerspruch zu vermeiden. Tote reden nicht.

Immerhin wissen wir jetzt, daß Einbrechen mit dem Tode bestraft werden kann.

Also lasst das!

deja vu
31.07.2010 12:55

Es war vielleicht hart für die beiden "Lausbuben", aber was wäre gewesen wenn die auch Waffen gehabt hätten und auf die Polizisten geschossen hätten? Da ist mir das noch lieber.
Besser ein Gauner weniger auf der Straße, als ein toter Polizist. Klingt zwar hart, manche P. sind auch keine Heilige, aber trotzdem!

Kohlhaas1
31.07.2010 16:28
Du bist auch nicht ganz dicht gell ? Und seit wann schiesst man mit dem Rücken zum Feind ?

Der hat ein Kind in den Rücken geschossen. Das ist jetzt tot. Egal warum das so kam der sollte aus der Polizei ausgeschlossen werden !

C’est la vie
 
31.07.2010 01:34
ich bin auch ned immer happy ...

wie sich manche Polizisten verhalten - und schon oft genug "agbelegt" - aber immer eingesehen ! Aber was da jetzt abgeht ist ja nicht mehr normal - KEINER weiß was genau passiert ist -und die Polzei ist nicht immer der Böse ! Sorry - just my 2 cents ...

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
31.07.2010 16:32

Der Polizist hat gestanden, der Junge wurde in den Rücken geschossen, es war hell.. also eindeutiger gehts kaum noch.

Ich bin ja auch dafür, dass man im Zweifel milde walten lassen sollte, gerade bei so heiklen Berufen wie der Polizei, die habens wirklich schwer. Aber bitte? Wenn einer wirklich und eindeutig gewaltigen Mist baut, muss das Konsequenzen haben, gerade weil die Polizei und das Funktionieren der Polizei so extrem wichtig für einen sicheren Staat ist.

john.carter.denton
31.07.2010 11:32
ähm...

nach der tatrekonstruktion weiß man eigentlich sehr genau, was passiert ist. oder meinen sie, die wurde in zuge einer anarchistischen verschwörung getürkt?

didi111
30.07.2010 21:19
Die Entscheidung is absolut richtig!!

1.) Nächtens grundsätzlich (egal wie alt man ist) nin abgesperrten Supermärktenei einzusteigen ist absolut suboptimal, und dies kann im schlimmsten Fall letal ausgehen.

2.) Und das in der Folge eines unerlaubten Einstieges Polizisten kommen könnten ist auch in seinen Überlegungen einzubeziehen. Das diese auch im Halbdunklen handeln können, ist auch miteinzuplanen.

3.) Sollte man die Polizisten jetzt ordentlich niederziehen, dann stellt sich schon die Frage, WAS die Polizisten hinkünftig bei gemeldeten Einbrüchen tun sollen? Alternativ könnte man ja 10 Einsatzfahrzeuge dort hinabordenen, aber dafür hat die Polizei zuwenig Kapazität.

4.) Also was soll man jetzt seitens der Polizei machen? Kiebgerbashing ist einfach zuwenig.

reboot austria
31.07.2010 18:34
solang draussen in deckung warten

bis ide einbrecher von selbst draufkommen? das fluchtauto haben sie ja in die flucht geschlagen.

john.carter.denton
31.07.2010 11:33
ein howdy nach texas!

uinsel
31.07.2010 09:49

wie wärs mit

1.) um verstärkung ansuchen
2.) lage sondieren
3.) beobachten, wohin die einbrecher mit der beute verschwinden, um mittäter auch gleich zu erwischen
4.) dokumentieren

alles recht selten tödlich. wie übrigens nächtliche einbrüche meistens auch.

alexanderletten
 
31.07.2010 11:29

Wissen Sie ev., ob die Einbrecher den Rollbalken wieder geschlossen hatten?

Warum sollten die Beamten im Vorfeld Verstärkung anfordern? Falls sie es doch getan hätten, wäre es dann nicht das gleiche, wie wenn die Beamten selbst die Ursache des Alarms finden würden? Die Einbrecher wußten ja nicht gleich, wie viele Polizisten da sind.
Wenn also die Einbrecher bei Konfrontation mit den Beamten nicht ans Aufgeben denken wollten, wieso sollten die dann bei eintreffender Verstärkung aufgeben und daraus resultierend: woher sollte man im Vorfeld wissen, dass die Einbrecher Widerstand leisten bei der Festnahme?

Im Übrigen ist der Einbruch nicht Grund des Waffeneinsatzes, sondern Widerstand gegen eine Festnahme.

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