Kreml-Beauftragte für Menschenrechte tritt zurück

30. Juli 2010, 18:50

Pamfilowas Beratergremium kritisierte Stärkung des Inlandsgeheimdienstes - 56-Jährige legte sich mit Putin-Partei und Putin-Jugendorganisation an

Im Streit mit der regierungstreuen Jugendorganisation und Putins Partei "Einiges Russland" hat die Menschenrechtsbeauftragte des Kreml, Ella Pamfilowa, den Kürzeren gezogen. Sie erklärte ihren Rücktritt.

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Die Menschenrechtsbeauftragte des Kreml, Ella Pamfilowa, hat das Handtuch geworfen. Sie lege den Vorsitz des Rates für Menschenrechte und die Entwicklung der Zivilgesellschaft aus freien Stücken nieder, betonte die 56-Jährige am Freitag. Ihrem Rücktritt war eine Auseinandersetzung mit der Jugendorganisation Naschi (Unsere) und dem neuen Ideologen der Regierungspartei "Einiges Russland", Alexej Tschadajew, vorangegangen.

"Stahl", eine Naschi-Untergruppe, hatte mit einer Ausstellung in einem Jugendcamp für Aufregung gesorgt. Sie montierten die Bilder von Menschenrechtlern und Oppositionellen auf Plastikköpfe und setzten ihnen NS-Militärkappen auf.

Es werde ihr ganz schlecht bei dem Gedanken, dass "diese Leute in einigen Jahren an die Macht kommen werden" , sagte Pamfilowa zu Echo Moskwy. Diese Jugendlichen hätten ihre Seele dem Teufel verkauft und Bücher verbrannt.

Diese Anschuldigung wollten die Naschi, die 2005 vom Kreml gegründet wurden, um Ereignisse wie die Orange Revolution in der Ukraine zu unterbinden, nicht auf sich sitzen lassen. Bücher habe eine ganz andere Jugendorganisation verbrannt. Die Naschi wollen nun eine Klage gegen Pamfilowa einbringen und fordern eine Wiedergutmachung von 500.000 Rubel (rund 12.000 Euro).

Vertreter von "Einiges Russland" stellten sich sogleich auf die Seite der Naschi. Tschadajew forderte Pamfilowa zum Rücktritt auf und bezeichnete sie als "Stern der Propaganda" und "hysterisch".

Für Russlands Menschenrechtler ist Pamfilowas Rücktritt ein schwerer Schlag. Menschenrechtsverletzungen, besonders in Tschetschenien, sorgen regelmäßig für Kritik aus dem Westen. Mit bisher 150 Verurteilungen durch den Straßburger Menschenrechtsgerichtshof ist Russland trauriger Rekordhalter. "Pamfilowa war einer der wenigen Menschen, an deren ehrliche Position man glauben konnte", sagte Leonid Gosman, Vizechef der Partei "Rechte Sache" . Die bekannte Menschenrechtlerin Ludmilla Alexejewna hofft, dass Medwedew den Rücktritt nicht annehmen werde.

Der Chef der Oppositionspartei Jabloko, Sergej Mitrochin, vermutet hinter Pamfilowas Abgang einen ganz anderen Grund. Medwedew hatte tags zuvor mit seiner Unterschrift das umstrittene Gesetz, das dem Geheimdienst mehr Vollmachten gibt, in Kraft gesetzt. (Verena Diethelm aus Moskau/DER STANDARD, Printausgabe, 31.7.2010)

 

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12 Postings
BMA
00
30.7.2010, 22:53
Fortsetzung

Danach hat er nicht weniger "erfolgreich" den russischen Energiekonzern RAO ES geleitet und zerschlagen. Während seiner Zeit war es in RAO ES durchaus üblich, unabhängig der Jahreszeiten ganze Städte und Armeeeinheiten wegen nicht Bezahlung der Stromrechnungen stromlos zu schalten. Ergebnis seiner genialen Leitung -> Katastrophe auf Sajano-Schuschenskaja Wasserkraftwerk. Derzeit führt er das Staatskonzern RosNano (Zukunftsprojekte im Bereich der Nanotechnologien). Das Ergebnis darf man sich in etwa vorstellen - wird wohl im Nanobereich liegen. Und der russische "Doppeladler" Medweput (oder auch Tandem genannt) unterstützt in ihn in allen Belangen.

Who rules Russia?!

Joseph EU
30
31.7.2010, 09:46
Also wie sie wohl meinen ...........

wird Russland von Jerusalem oder von der Ostküste aus regiert.....und das es eigentlich um die Menschenrechsbeauftragte geht, die ihren Job hinschmeisst weil es lächerlich ist so ein Feigenblatt für eine menschenverachtende Politik von Putwediew zu sein.....das ist auch nicht wichtig....Schirinowski-Fan was ???? Das so ein antisemitisches, antidemokratisch Geschwurbel überhaupt durch die Zensur kommt - versteh ich nur unter dem Aspekt immer mal wieder ganz depperte Posts zu bringen...Thema verfehlt SETZEN !!!

BMA
01
31.7.2010, 15:55
"Thema verfehlt SETZEN !!!"

Sir, nein Sir!

"Schirinowski-Fan was ????"
Leider daneben.

Was war, bitte, antisemitisch und antidemokratisch in meinem Beitrag?

Diffamation der Opponenten bei fehlender Argumentation - da sind Sie Spezialist.

Menschenrechte finde ich ganz wichtig, nur die der russischen Bevölkerung (in der russischen Verfassung verankert) waren der lieben Frau relativ egal.

Red Core
11
31.7.2010, 14:50
So meinen wir es auch

Putin hat russland gestärkt und zur grossmacht zurückgebracht und da gibt es gewisse leute die russland kaputtmachen wollen wie die eine pamfilowa oder kasparow sorry herr joseph eu russland ist eben kein marionettenland wie georgien oder die eu die nach der pfeife der usa tanzen sie anscheinend auch

BMA
00
31.7.2010, 16:04
"Putin hat russland gestärkt und zur grossmacht zurückgebracht"

recherchiren Sie ein bischen, über die Zustände in Russland z.B. in der Armee, Bevölkerung, Wirtschaft, Finanzen. Da werden die rosa Brillen etwas klarer. Mit dem Rest haben Sie beinahe Recht.

Ahner von Bösem
 
00
31.7.2010, 13:18
Wie soll das große Projekt jemals zu seinem Ende kommen wenn Deppen wie sie die Protagonisten sind?

BMA
01
30.7.2010, 22:39
Bemerkenswert ist ebenfalls dass,

der Standard nur Meldungen zu politischen (meistens negativ) und nationalistischen Themen in Russland veröffentlicht und Menschen (Politiker) zitiert, die eine klare liberale Ausrichtung besitzen und auf der russischen politischen Bühne keine Bedeutung haben. (siehe oben). Übrigens Leonid Gosman ist nicht nur Vorsitzender der Partei "Gerechte Sache" sondern die rechte Hand von Anatolij Tschubais, der erfolgreich 1993 sämtliche russische Aktive, die komplette russchsche Industrie, via Voucher, um sagenhafte 4.Mlrd. USD veräußert hatte.

Fortsetzung folgt.....

BMA
00
30.7.2010, 22:19
Ich finde es bemerkenswert, dass

der Standard und sogar ORF ständig die Meldungen von Echo Moskwi (im russischen Internetraum auch scherzhaft unter Echo von Tel Aviv bekannt) veröffentlicht, die zur Gasprom-Media Gruppe gehört. Wenn man die Situation in RF (steigende Energiepreise) und die Beziehungen zu den Nachbarn (BU, Ukr) so betrachtet, stellt sich die Frage ob die aus dem Gasprom stammenden Eliten (z.B. ihr Vertreter - Medwedew) für die derzeitige negative Entwicklung in RF die Verantwortung haben. Man bekommt ununterbrochen das Gefühl, dass Gasprom der Regierung sagt wie es laufen soll und nicht umgekehrt. Echo spielt in diesem Segment eine nicht unwesentliche Rolle.

kelchstein
00
30.7.2010, 17:00

Es muss den Kreml irritiert haben, wie sehr sie ihren Posten und den des Präsidenten ernst genommen hat.

Bürger Europas
01

Ja, da hat sie wohl ihre Aufgabe falsch verstanden...

l'apathie de la bourgeoisie
01
30.7.2010, 16:08

April, April! - Der Kreml hat gar keine Menschenrechtsbeauftragte.

fangdenhut
00
31.7.2010, 05:11

Nun, jetzt einmal ganz sicher nicht mehr ^^

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