EU-Vergleich

Österreich mit EU-weit niedrigster Arbeitslosenrate

30. Juli 2010 18:38

Die höchsten Arbeitslosenquoten meldeten im Juni Spanien, Lettland und Estland

Luxemburg/Wien - Auf dem Stockerl war Österreich bei der Zahl der Arbeitslosen schon seit geraumer Zeit. Im Mai konnte dann erstmals Platz eins erobert werden, und im Juni hat Österreich den Abstand zum Zweitgereihten - den Niederlanden - sogar noch vergrößert. Das zeigen die aktuellen Zahlen des EU-Statistikamtes Eurostat.

Konkret lag die Arbeitslosenrate im Juni laut EU-Berechnungen bei 3,9 Prozent. Die Holländer folgen mit 4,4 Prozent auf Platz zwei. Im Mai war das Verhältnis bei 4,0 zu 4,3 Prozent gelegen.
Die EU-Statistik unterscheidet sich aber deutlich von der nationalen Berechnungsmethode. Das Arbeitsmarktservice (AMS) setzt die als arbeitslos Gemeldeten in Relation zu den unselbstständig Beschäftigten (inklusive der Arbeitslosen). Menschen, die einen AMS-Kurs besuchen, sind in der offiziellen Statistik nicht enthalten. Die EU nimmt in die Grundgesamtheit auch noch die Selbstständigen auf. Daher sind die EU-Werte immer deutlich niedriger als die nationalen. Außerdem handelt es sich bei den Eurostat-Zahlen um eine Befragung und nicht um tatsächlich gemeldete Arbeitslose.

Minus 13.000 im Juli

Laut AMS-Berechnungen lag die Arbeitslosenrate im Juni bei 7,3 Prozent. Der Juni war damit der erste Monat seit Ausbruch der Krise, in dem die Zahl der Jobsuchenden (inklusive Schulungsteilnehmern) tatsächlich gesunken ist. In absoluten Zahlen waren 284.610 Menschen ohne Arbeit, knapp 72.000 davon absolvierten eine Schulung. Im Juli hat sich die Lage am Arbeitsmarkt neuerlich entspannt.  Offiziell werden die Zahlen zwar erst am Sonntag, veröffentlicht. Laut Standard-Informationen ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Juli des Vorjahres aber um weitere 12.000 bis 13.000 zurückgegangen. Beim AMS wollte man am Freitag noch keine konkreten Zahlen nennen. Nur so viel: „Der Trend setzt sich fort. Wir werden neuerlich ein starkes Minus haben", erklärte ein Sprecher. Verwiesen wird auf den gut laufenden Bausektor sowie den heimischen Tourismus.

Keine allgemeine Entspannung

Europaweit kann allerdings noch keineswegs von einer Entschärfung der Jobkrise gesprochen werden. Nur in vier von 27 Ländern gab es im Juni rückläufige Arbeitslosenzahlen. Neben Österreich konnten sich Deutschland, Schweden und Malta über ein kleines Minus freuen.

Im Durchschnitt aller 27 EU-Länder lag die Arbeitslosenrate bei 9,6 Prozent, was einem Anstieg um 0,6 Prozent entspricht. Umgerechnet heißt das, dass 23,1 Millionen Menschen arbeitslos waren. 15,8 Millionen davon haben im Euro-Raum einen Job gesucht. Am dramatischsten ist die Lage weiter in Lettland und Spanien, wo jeder Fünfte arbeitslos ist. In Spanien wurde der höchste Juni-Wert seit 13 Jahren registriert. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt dort bei über 40 Prozent. (Günther Oswald, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 31.7./1.8.2010)

Kommentar posten
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ÖVPler
01.08.2010 15:38

Starke Daten!

Uljanov-Blank
01.08.2010 09:16
fuer mich stellt sich die Frage,

ob das das Budget und das soziale System durchstehen.
Das perzenty ist mir egal, wenn genug Geld vorhanden ist.

jo eh
31.07.2010 23:44

bei der EU-berechnung reicht schon die angabe einer person, dass sie mindestens 1h/woche einer arbeit nachgegangen ist, um aus der AL-statistik zu fallen. reine augenauswischerei.
jemand, der 2h zettel verteilt hat, aber keine existenzsichernde arbeit findet, gilt also nicht als arbeitslos.

die zunehmende prekarisierung der arbeitswelt wird damit bewusst verschleiert.

"Außerdem handelt es sich bei den Eurostat-Zahlen um eine Befragung und nicht um tatsächlich gemeldete Arbeitslose."

h h h
01.08.2010 01:36

Am Vergleich zwischen den Ländern ändert das aber überhaupt nichts. Ist ja überall gleich...

jo eh
01.08.2010 13:25
die EU-berechnung

ist für die würscht' und hat höchstens manipulative funktion

RAGE
01.08.2010 10:07

es gibt sehr wohl unterschiede wieviel (wenn überhaupt) ein arbeitsloser dazuverdienen darf,
ohne seinen anspruch auf al-geld zu verlieren.

sinnvoller wäre eine statistik die jeden erfaßt der
arbeit sucht, egal ob er anspruch auf al-geld hat
oder nicht, im krankenstand ist oder sich auf schulung befindet (usw.).
dazu noch eine auflistung wieviel personen den
militärdienst ableisten, in karenz sind und sich
in frühpension befinden. mfg

jo eh
01.08.2010 13:38

dazu noch die frauen, die ins berusfleben "wiedereinsteigen" wollen und von der statistik nicht als "arbeitslos" erfasst werden.

oder die arbeitssuchenden schulabgänger, die keinen anspruch auf AL-geld haben, weil sie noch gar keine möglichkeit hatten, ein halbes zu arbeiten

Toni Meister
01.08.2010 08:49
D.h.

Die EU-Definition ist unnötig wie ein Kropf.

magkeinelinken
31.07.2010 23:29
Kunststück, Österreich ist ein Beamtenstaat

und Beamte wirst nicht los, genausowenig wie die, die in geschützten Werkstätten tätig sind. Wenn man noch die in Schulung befindlichen und die Frühpensionisten rechnet dann schauts nicht mehr so gut aus.
Nicht umsonst gibts dafür in Österreich eine so hohe Steuer- u. Abgabenquote, und ein so hohes Defizit.
Aber die Linken wollen alle glauben machen, daß die Krise alles Verursacht hat.

Herbert Novak1
31.07.2010 19:59
Was nicht eingerechnet wurden

Was nicht eingerechnet wurden sind die in der Schulung befindlichen, das sind 70.000. Was auch nicht eingerechnet wurden sind die Frühpensionisten, wenn alle diese Nummers in die Arbeitslosenstatistik kämen, kämen mindesten 40% höher. Wir hätten umgefähr mit 6% Arbeitslosenrate im Mittelfeld Europas. Das ist ein realistisches Bild.

Keyser
01.08.2010 03:57

Ich kann mir zwar ungefähr zusammenreimen, warum Sie meinen, das diese Personengruppe auch aufgeführt werden soll. Ganz sinnig erscheint mir das allerdings nicht. Sie sind nicht arbeitslos, stehen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, und haben deshalb in dieser Statistik nichts zu suchen. Es sind keine versteckten Arbeitslosen.

Ich fände es sehr nett, wenn Sie erklären könnten, warum also Frühpensionsten auch in einer ARBEITSLOSEN-Statistik aufgeführt werden sollten?

jo eh
31.07.2010 19:27
das zeigt nur

um wieviel schlimmer die situation in anderen EU-staaten ist. sagt aber nichts über die abwärtsentwicklung des österreichischen arbeitsmarkts seit den 90ern aus.

wäre ja traurig, wenn österreich in relativ kurzer zeit die rekordarbeitslosigkeit spaniens erreicht hätte.

ps: zum stichtag gesperrte, in pensionsverfahren befindliche und krank gemeldete personen werden in der statistik des AMS nicht erfasst

franz der freie
31.07.2010 18:52
ob österreich die niedrigste arbeitslosenrate hat, da bin ich mir nicht sicher.

ich bin mir aber sehr sicher über den kreativen umgang der statistik austria mit deren zahlenwerk. die statistiken über arbeitslose sind mindestens um 50% (von oben nach unten gerechnet) geschönt. es werden viele arbeitslose und arbeitssuchende nicht als arbeitslose geführt. aus vielen fadenscheinigen gründen. das ist vermutlich aber auch in deutschland so. offiziell werden dort 3,3 millionen arbeitslose angegeben. es sind aber 16,6 millonen menschen ohne zahlungen vom staat nicht überlebensfähig. ohne scheck vom sozialamt geht da gar nichts mehr.

also dann ...
31.07.2010 17:30
die EU ist der bessere "g r i e c h e", denn

- die statistik ist ja "getürkt", d.h. interessant ist ja nicht die o f f i z i e l l e arb.losenrate, sonder die UNTERBESCHÄFTIGUNGS-RATE..., d.h.
... inkl. schulungen + arb.losen in krankenstand usw.

und dies liegt um ca. 80-120 % HÖHER,
dasselbe gilt für die USA z.b.

es ist immer dasselbe :
offiziell ... wird gelogen, dass sich die balke biegen, nur um die bevölkerung zu täuschen.
dasselbe trifft auf die gesamtverschuldung der staaten zu - in Ö z.b.
werden die schulden von ÖBB, asfinag ... usw.
nicht hinzugezählt,
d.h. in summe = ca 220 mrd = 80 % des BIP.

aber die griechen mit häme ... überschütten,
gelle.

mitrovic dejan
31.07.2010 16:10
kein Mensch ist mehr Wert als 9 Menschen zusammen

Es gibt leute die Arbeiten für 9 Menschen oder für 20 menschen und Mehr Arbeiten ?
So Fleisig sind die !.
Diese Viellbeschäftigte besetzen ungerecht fremde Arbeitsplätze .
Wenn man diesen Setzelkleber wegreumen dan bekommen wir noch mehr freie Jobs.
Ein Politiker -Ein Einkommen !
.
http://www.oe24.at/zeitung/o... 165599.ece

ö4
31.07.2010 17:44
Wahnsinn der Link! ÖVP-Bundesrat Georg Spiegelfeld-Schneeburg hat 9 Nebenjobs mit 9 Nebeneinkünften!

Kein Wunder dass wir so viele Arbeitslose haben, wenn hier einige Wenige alles an sich reißen dürfen. Das gehört verboten!

Spiegelfeld-Schneeburg verdient im Bundesrat für die ÖVP und daneben bei der Wirtschaftskammer OÖ, der Koop Lebensraum AG, div. Bezüge als Immobilien-Besitzer, Fernwärme Hamberg, Sonoca GmbH usw.
Nationalratsabgeordneter Jakob Auer, 59 (ÖVP) 4 Nebenjobs. Sitzt im Nationalrat und ist in OÖ für die Volkspartei tätig. Er bezieht Gehälter von Raiffeisen u. von Gemeinde Fischlham.
Nationalratsabgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP),
4 Nebenjobs. Gehälter von Wirtschaftsbund, Sozialversicherungsanstalt der Gew. Wirtschaft, Kommunalkredit AG u. Sportbau Walser....
http://www.oe24.at/zeitung/o... 65599.ece#

Fabian S.
31.07.2010 17:01

wieso überrascht mich nicht, dass einige der im artikel genannten övp-politiker auf der gehaltsliste der raiffeisen stehen

solange ein politiker nur nebenjobs in der eigenen partei hat, geht das alles noch in ordnung (bezirksvorsitzender, vorstandsmitglied, gemeinderat in einer kleineren gemeinde), wenn man dann aber in den gremien von konzernen sitzt, für die man dann noch lobbying betreiben kann, dann ist das für mich schon korruption

W.Hammerl
31.07.2010 21:29

Dann dürften aber auch keine Mitarbeiter der Arbeiterkammer oder der Gewerkschaft im Nationalrat sitzen. Auch die betreiben Lobbying für ihre Organisationen.

systemfehler1
31.07.2010 15:55
Aber hallo!

Hat die Liechtenfels ang´rufen und sich beschwert, dass die Fekter kritisiert wird?

Da sind ein Haufen guter Postings verschwunden.

Geht´s noch? Oder rennt die Zensi Amok, weil man ja nix über die Familie kommen lassen will.

Mr.Matze
31.07.2010 15:34

ich finde die 7,0% Quote bei einem 80 Mille. Volk schon sehr gut,wundere mich nur weshalb die Merkel da nix draus macht, wohl einfach unfähig die Frau

und wieso hat Österreich keine Vollbeschäftigung?
siehe Schweiz die exportieren einfach mehr Waffen

der Zacharias
31.07.2010 18:09
Kann es sein, dass es heute dort, wo du wohnst, einfach sehr sehr heiß ist?

Mr.Matze
31.07.2010 18:59

und sie habn n Schlag HerrOber

didi111
31.07.2010 15:31
Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung,

und es gilt, sie noch zum Wohle alle Österreicher auszubauen.

Mit der Mindestsicherung, welche ARBEITSWILLIGKEIT zur Voraussetzung hat, wird sich hier noch weiteres Potenzial eröffnen.

Mit 01.09.2010, dem Beginn der Mindestsicherung, muss ganz genau abgeglichen werden, welche Jobs durch inländisches Personal noch abgedeckt werden kann. Ich denke dabei primär an eher einfachere Jobs wie im Hotel und Gastgewerbe, Tätigkeiten für Infrastrukutr (Müll,..) und Einsätze im Pflegebereich (wenn auch nur Hilfsdienste).

Dann müssen sich die Bezieher der Mindessicherung nolens volens mit dem Arbeitsmarkt beschäftigen.

Somit brauchen wir weniger ausl. Hilfskräfte, und gleichzeitig geht die heimische Arbeitslosigkeit zurück.

win win

Fabian S.
31.07.2010 16:52

was die zuwanderung aus drittstaaten betrifft gebe ich ihnen recht, jedoch sollte man bedenken das man gegenüber hilfskräften aus den neuen eu-ländern bald keine handhabe mehr hat

weiters ist die arbeitswilligkeit (nicht sozialhilfe, die durch die mindestsicherung ja ersetzt werden soll) bereits heute voraussetzung für das arbeitslosengeld und vor allem in den letzten jahren gehen ams-mitarbeiter immer häufiger gegen arbeitsunwillige vor, indem man ihnen die gelder streicht

RS69
31.07.2010 16:14

eher dümmlich als win-win.

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