Innenpolitiker Uhl sieht Fall "glasklar" - Wiefelspütz für Versicherungspflicht der Veranstalter
Frankfurt/Main - Nach der Katastrophe bei der Loveparade in der deutschen Stadt Duisburg gibt es weiter Kritik an den Planern der Großveranstaltung. Die Loveparade "hätte nie und nimmer genehmigt werden dürfen", sagte der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl der "Financial Times Deutschland" laut Vorabmeldung.
Besonders kritisierte er die Verantwortlichen, die den Auflagenbescheid ausstellten. "Jeder Obsthändler, der in der Münchner Fußgängerzone einen Stand eröffnen will, muss mehr nachweisen", sagte er. Die beiden Seiten lieferten keine Informationen. Die Gefahren seien nicht benannt und geklärt gewesen.
Dass der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland die Verantwortung zurückwies, weil er keine Genehmigung unterschrieben habe, ließ Uhl nicht gelten. "Auflagenbescheide unterschreibt der OB nie selbst, aber sie werden in seinem Auftrag unterschrieben, und er hat als Chef der Stadtverwaltung die Verantwortung." Der Hauptfehler liege bei ihm. Er müsse "das Begehren eines Kaufmanns bewerten, mit einer Veranstaltung mit möglichst wenig Auflagen viel Geld zu verdienen".
Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz forderte unterdessen eine gesetzliche Versicherungspflicht für Veranstalter. Das gehöre zu den Lehren aus der Loveparade, sagte er der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". "Man muss sicherstellen, dass eine Versicherung vorliegt, bei großen Ereignissen wird man auch über die Höhe zu reden haben." Die Versicherung über 7,5 Millionen Euro, die der Veranstalter der Duisburger Loveparade abgeschlossen habe, werde angesichts der vielen Toten und Verletzten nicht ausreichen. (APA)