Neues Arzneiwareneinfuhrgesetz zum Schutz der Konsumenten
Wien - Der Bezug von gefälschten Medikamenten aus dem Internet ist per Gesetz verboten und wird künftig härter bestraft. Was die selbstständigen Apotheker in Österreich schon seit längerem fordern, wird nun in die Realität umgesetzt.
"Bei gefälschten Arzneimitteln aus dem Internet können die Patienten nie sicher sein, was sie da tatsächlich zu sich nehmen: eine Fälschung, ein wirkungsloses Placebo oder Gift. Deshalb machen Apotheker schon seit längerem auf die Gefahren von Pillen aus dem Netz aufmerksam. Die Forderung nach strengeren Strafen wurde bereits ins Regierungsprogramm 2008 aufgenommen. Nun wird der Bezug von gefälschten Medikamenten aus dem Internet ausdrücklich verboten und strenger bestraft", zeigt sich Friedemann Bachleitner-Hofmann, Präsident des Österreichischen Apothekerverbandes, zufrieden mit dem neuen Arzneiwareneinfuhrgesetz.
Strafrechtliche Konsequenzen
Wer mit rezeptpflichtigen, nicht in Österreich zugelassenen und gefälschten Medikamenten über das Internet handelt, dem droht eine Verwaltungsstrafe bis zu 3.600 Euro - im Wiederholungsfall gar bis zu 7.260 Euro. Hinzu kommen möglich strafrechtliche Konsequenzen wie eine Haft. Außerdem gilt: Schon der bloße Versuch ist strafbar. Auch die Konsumenten werden zur Kasse gebeten: Wenn der Zoll eine Lieferung erwischt, muss der Besteller die Kosten für die Vernichtung der Ware tragen.
Der Schmuggel von gefälschten Medikamenten boomt in der gesamten EU. Die EU-Kommission gab erst vor einer Woche bekannt, dass im vergangenen Jahr rund 11,5 Millionen gefälschte Arzneimittel sichergestellt wurden - das ist ein Anstieg von rund 30 Prozent in nur einem Jahr. Der heimische Zoll hat im Vorjahr insgesamt 27.095 Stück gefälschte Medikamente aufgegriffen. Zum Vergleich: 2004 wurde keine einzige gefälschte Arzneimittelpackung gemeldet.
"Gefälscht wird mittlerweile alles: Haarwuchs- und Potenzmittel ebenso wie Krebsmedikamente und Schmerzmittel. Egal, um welche Arznei es sich handelt: nur in der öffentlichen Apotheke gehen die Konsumenten auf Nummer sicher", betont Bachleitner-Hofmann.