Innenministerium

Fekter will Maschinenbau-Ingenieure statt "Analphabeten aus einem Bergdorf"

30. Juli 2010 06:33

Kriterien für "Rot-Weiß-Rot-Card" im Herbst "unrealistisch"

Wien - Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) will den Sozialpartnern noch ein wenig Zeit für die Erarbeitung der Kritierien für die Zuwanderungs-"Rot-Weiß-Rot-Card" geben: "Bis zum Herbst ist unrealistisch", meinte sie am Donnerstagabend im Gespräch mit Journalisten. Allerdings: "Wenn sich die Sozialpartner zu lange Zeit lassen, wird die Regierung entscheiden", stellte sie vor allem der Arbeiterkammer (AK) die Rute ins Fenster, ohne eine konkrete Frist zu nennen. AK-Präsident Herbert Tumpel hatte zuletzt wenig Interesse an einer raschen Umsetzung eines solchen sogenannten kriteriengeleiteten Zuwanderungssystems signalisiert.

Tumpel verweist nicht zuletzt auf die Arbeitsmarktöffnung für Menschen aus den östlichen EU-Ländern im Mai 2011, wenn die bisher geltenden Übergangsregelungen enden. Da fürchtet die AK einen Ansturm auf die heimischen Jobs, mit dem es fertig zu werden gelte, bevor man sich um zusätzliche Zuwanderung aus Drittstaaten kümmert.

In Hinblick auf diese Frist meint auch Fekter, die Sozialpartner "werden den Herbst schon noch brauchen". Doch zu lange will sie für die Realisierung der Karte, mit der die Regierung die Einwanderung von qualifiziertem Personal forcieren will, auch nicht warten.

Maschinenbau-Ingenieure statt "Analphabeten aus einem Bergdorf"

Sie sei dafür, die Zuwanderung "im Interesse Österreichs ein bisschen besser zu steuern", begründete Fekter ihr Eintreten für die "Rot-weiß-Rot-Card" im Ö1-Morgenjournal. Derzeit behandle man den "unqualifizierten Analphabeten aus einem Bergdorf" genauso wie einen hochqualifizierten Diplomingenieur. Statt dessen müsste man "die Bürokratie verstrengern für Unqualifizierte, die nicht Deutsch können, und die Bürokratie etwas lockern für jene, die hochqualifiziert sind und die wir haben wollen."

Den Vorschlag von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP), ausländischen Uni-Absolventen als "Einsteiger-Schlüsselkraft" die Niederlassung zu erlauben, sieht Fekter als gutes Beispiel für ein zukünftiges Zuwanderungskriterium.

Auf konkrete Zahlen, wie viele Zuwanderer Österreich in den nächsten Jahren braucht, will sich Fekter anders als ihr Parteikollege, Außenminister Michael Spindelegger, nicht festlegen. Denn auch hier gelte es abzuwarten, wie sich das Ende der Übergangsfrist auswirkt. Wobei Fekter da selbst mit keinen gravierenden Konsequenzen rechnet: "Die ganz große Veränderung erwarte ich nicht."

Österreich "ein attraktiver Standort"

Dass Österreich bei begehrten Schlüsselkräften gar nicht so begehrt sein könnte, wie es vielleicht glaubt, weist sie zurück: Österreich sei "ein ausgesprochen attraktiver Standort", das Land "schlechtzureden, wird schwer gelingen".

"Aufenthaltspflicht"

Die Verhandlungen mit der SPÖ über die von ihr forcierte "Aufenthaltspflicht" für Asylsuchende sieht Fekter auf einem guten Weg. Nach der Sommerpause und jedenfalls vor den Landtagswahlen in der Steiermark und in Wien werde man die Materie dem Parlament vorlegen können, zeigte sie sich am Donnerstagabend im Gespräch mit Journalisten überzeugt. Derzeit verhandle man noch über "Dauer und die Rechtsfolgen bei Missachtung" der von Kritikern als Internierung gescholtenen Maßnahme. Ebenfalls gesetzlich verankert werde das von der SPÖ ersehnte Bundesamt für Migration: "Das ist schon paktiert", bestätigte Fekter. (APA/red)

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Doc.T
16.10.2010 10:49
Interessant

Ich finde Österreich hat keine Hilfe von qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland verdient. Ich finde man sollte die Steuern erhöhen um die Finaniellen Recourcen zu schaffen solche leute selbst auszubilden.
Zuerst gegen alle Ausländer sein und dann soll doch aber bitte bitte der Maschininbauingenieur Mustafa XY nach österreich kommen damit gegen ihn und seine Familie so richtig schön gehetzt werden kann und damt er und seine ganze Familie ihr ganzes Leben lang zu richtig schön überall ausgegrenzt werden. Jeder der unter diesen Voraussetzungen hierher kommt hat an gewaltigen Vogel.

the other side
10.12.2010 11:35
DI. Mustafa XY

kommt sicher nicht nach Österreich, weil
1. kreigt er anderswo mehr bezahlt
2. kriegt er einen Job der seinem Ausbildungsstand entspricht.
3. lässt er sich nicht von der österreischen Politik verarschen und von Idioten als Islamisten beschimpfen

Ludwig - Vogelstrauß
09.08.2010 17:45

Attnang-Puchheim ist zwar kein Bergdorf, aber grundsätzlich hat Fekter recht. Hinzufügen könnte man noch, dass eine internationale Ausschreibung von Ministeriumsposten - man sehe sich an, was da schon alles gesessen ist - das Land voranbringen könnte.

Marlon62
09.08.2010 12:07
"Analphabeten aus einem Bergdorf"

Soll das heißen, dass die Schottermitzi etwas gegen Kärntner, Tiroler und Vorarlberger hat?

EUphoriker
05.08.2010 18:15

"Derzeit behandle man den "unqualifizierten Analphabeten aus einem Bergdorf" genauso wie einen hochqualifizierten Diplomingenieur."

Liebe Maria F. Sicher ein wichtiges Thema. Ich schlage vor sie sprechen mal mit dem Innenminister, warum das so ist. Der müsste das wissen.

EUphoriker
05.08.2010 18:10

"Statt dessen müsste man "die Bürokratie verstrengern für Unqualifizierte, die nicht Deutsch können..."

hat die Fekter das tatsächlich so gesagt?

"verstrengern", das wort muß ich mir merken.

the other side
10.12.2010 11:36
ja, das selbe Problem hatte die Wiener Polizei,

sehr viele Kanditaten würden negativ bei der "Deutschtestung" abschneiden.

sepp schilehrer
02.08.2010 15:09

Was ist falsch an diesem Satz?

Sagen wir mal so: All jene, die jeden Tag um 6 aufstehen, um zur Arbeit zu gehen und in die Beitragstöpfe einzahlen, werden ihn verstehen.

ExBeamter
02.08.2010 13:38
Tja Sottermizzi schön langsam schießt du dich ins Out!

donaquijote
01.08.2010 03:38
ich glaub maschinenbau-ingenieure sind in china und indien mehr gefragt als hier.

das problem in wahrheit ist nämlich, dass die guten ausbildungen auch dort stattfinden.
ich finde daher diesen plauderton völlig unangebracht.
ich würde es auch für viel besser halten, wenn hier österreich keinen alleingang geht, sondern auf die eu-card wartet.

denn: diese regionalismen finden wirklich fast alle, die ich so kenne, völligen schwachsinn. da kennt sich keine sau aus - entschuldigung - und es ist auch nicht zu vermitteln.

oder dieser schwachsinn mit dem deutsch. ich bin froh, dass ich englisch kann. es ist auch da eine gesellschaft, in der man englisch oder spanisch oder französisch redet.

es haben nicht diejenigen einen nachholbedarf, die jetzt angeblich so rasch kommen sollen. das sollte man nicht vergessen.

Müllmann Mayer
30.07.2010 20:28
Wenn dem so ist

dort so behandelt wird, dann wohl weil bei Menschen grundsätzlich eben nicht diskriminiert werden sollte! Möchte die gute Frau Bundesministerin jetzt etwa auch noch daran (so grundlegend) rütteln???

der tueftler
30.07.2010 19:13
wenn alle unfug reden...

...wird er nicht klüger!
wenn wir nur mehr qualifizierte herein lassen, dann werden die den vielleicht nicht ganz so qualifizierten österreichern erst recht den aufstieg erschweren, jedenfalls viel mehr als die "hackler". statt dessen mehr in bildung zu investieren, wäre klüger.
glaubt jemand die atomphysiker und computerexperten warten darauf in ein land zu kommen, wo ihre frau oder ihr mann nicht arbeiten dürfen?
es wird von den politikern nur heiße luft geschwafelt!
eine gute integration erzielt man dann, wenn zuwanderer und einheimische ähnliche soziale strukturen aufweisen, also weder viel klüger noch viel ärmer oder dümmer oder gesünder etc. sind.
sonst wird eines tages in inseraten stehen: nur zuwanderer, keine ösis....

Erwin Wolfram
30.07.2010 19:08

Uebersetzung

Oesterreichische Angehoerige von Migranten sollen bitte auswandern und im Ausland ausbilden o ae, denn Frau Fekter kann keine Zeugen zu Ihre Vielleichtnazipolitik gebrauchen...

Medienkonsument
30.07.2010 18:39
"Analphabeten aus einem Bergdorf"

Ihre Absicht disqualifiziert sich schon durch die Ausdrucksweise, mit der sie daherkommt.

Das ist reiner Populismus, nahe an faschistoider Diktion.

In den meisten anderen westlichen Demokratien müssen Minister allein wegen einer derartigen Wortwahl zurücktreten.

R.M. S.
31.07.2010 12:25

Also sind sie der Meinung das Österreich ein Mangel an Analphabeten und Unqualifizierten hat?

Werfen sie auch jeden Personalleiter und Firmeneigner vor das sie eine NS nahe Einstellungspolitik betreiben weil sie nur Qualifizierte nehmen wollen?

Ich bin unschuldig, aber nicht ganz.
30.07.2010 18:35
Die Rethorik dieser Frau MINISTER ist ein übler Kropf!!!

Herr Prof. Wichtig
30.07.2010 18:31
ich finde die idee,

bei der zuwanderung (und ich rede NICHT von asyl) gut ausgebildete menschen zu bevorzugen nicht schlecht.

aber der name, rot-weiß-rot card, kindergarten.

phobetor
30.07.2010 18:29

alle so positiv hier, wundert mich direkt bei der typischen fekter formulierung mit den analphabeten aus dem bergdorf, ist ja wohl das letzte.

zuwanderung steuern ist meiner meinung nach auch bisschen eine neoimperialistische tendenz. absatzmärkte und billiglohnländer, super, aber bloß nicht unsere sozialleistungen benützen.

M Ivan Undso
30.07.2010 18:06
ich fordere

einen qualifikationstest für regierungsangehörige.

greetings from down under
30.07.2010 18:10

Lieber heute als morgen. Jeder Rauchfangkehrer braucht ein Meisterprüfung wernn er selbstständig werden will. Politiker kann jeder D.pp werden!!

greetings from down under
30.07.2010 18:04

Konkurrenz: Auszug aus einem Arrtikel der Sueddeutschen von heute:
Neues von Brüderle: Der Wirtschaftsminister hält nicht die Arbeitslosigkeit für das größte Problem. In den nächsten Jahren werde der Fachkäftemangel das wichtigste Thema sein. Ausländische Fachkräfte sollen nach Deutschland geholt werden - mit einem Begrüßungsgeld.

Kowosch
 
30.07.2010 17:37
"verstrengern"?

Gibt es dieses Wort wirklich in der deutschen Sprache? Oder ist es eine Fekter'sche Eigenkreation (womit sie ihre Nähe zu dieser Dame nochmals unterstriche: http://derstandard.at/127733854... hakespeare )? Eine kurze Google-Recherche zeigt: 31 Treffer für diese Wort, viele davon in Zusammenhang mit Fekter.

Tja, da liegt der Verdacht nahe, daß sie ganz persönlich die Job-Konkurrenz der "Analphabeten aus einem Bergdorf" fürchtet...

(Von der Sache her kann ich ihren Standpunkt hinsichtlich Zuwanderung hier sogar nachvollziehen, aber diese hetzenden Sprache: In diesem Falle nicht nur der Sache und dem Amt unangemessen und allgemein abstoßend, sondern -s.o.- sogar einfach peinlich!)

Thomas Felder1
30.07.2010 17:22
wenn wir maschinenbauingeneure brauchen

dann schaun wir bitte dass wir welche ausbilden

Strachebeere
30.07.2010 17:08

So sehr ich die liebe Schottermitzi auch verachte..
Ausnahmsweise hat sie mal nicht ganz unrecht..
Naja.. auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn

Aguirre74
30.07.2010 17:32

Die macht endlich, was man schon seit 30 Jahren hätte tun sollen. Naja, zumindest redet sie mal drüber.

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