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Erschienen bei Lions Gate, Region 2
Die Zeiten, in denen Vampire auf entlegenen siebenbürgischen Burgen lebten, sind wohl endgültig vorbei: In Stephenie Meyers "Twilight"-Saga unterdrücken sie ihrer ureigensten Bedürfnissen, gliedern sich artig in die Gesellschaft ein und bringen Mädchenherzen mit ihrem blassem Teint zum Rasen.
Ein anderes, weitaus beunruhigenderes Modell einer vampirischen Daseinsform steht im Mittelpunkt von "Daybreakers", das nun auf DVD erschienen ist: Die Blutsauger haben sich schon länger die Herrschaft über den Menschen gesichert und eine Zivilisation aufgebaut, die Grundbedürfnisse dem humanen Vorgängermodell vergleichbar befriedigt.
Die Untoten bevorzugen natürlich immer noch die Nacht (für den Tag gibt's abgedunkelte Limousinen), der Durst wird jedoch nicht mehr mit primitiven Bissen gestillt, sondern gemäß dem Prinzip einer modernen Konsumgesellschaft - Blut genießt man in kleinen Rationen, etwa auch zum Kaffee.
Damit hören die Ähnlichkeiten noch nicht auf: Weil Menschenblut als Ressource langsam knapp wird, sucht man verzweifelt nach einem Substitut, ansonsten droht der Aufstand der hungrigen Massen.
Vor diesem Hintergrund erzählt "Daybreakers" von dem Hämatologen Edward Dalton (Ethan Hawke), der mit der versklavten Menschheit Mitleid empfindet und sich insgeheim danach sehnt, selbst wieder eigenes Blut in seinem Körper zu spüren. Mit einer kleinen Gruppe Widerständiger (einen von ihnen verkörpert Willem Dafoe) arbeitet er an einem Heilmittel, während auf der anderen Seite ein skrupelloser Unternehmer (Sam Neill) Kapitalismus und Vampirismus noch näher zusammenzuführen versucht.
Das Ende lässt ein wenig zu offensichtlich Platz für eine Fortsetzung, ansonsten gelingt den australisch-deutschen Spierig-Brüdern eine erstaunlich originelle Weiterführung des Vampirmythos, die sich erfolgreich in die Tradition des sozialkritischen Horrors einreiht. (Dominik Kamalzadeh / DER STANDARD, Printausgabe, 30.7.2010)
P.S. für Genre-Interessierte: Regisseur Tim Burton hat unlängst angekündigt, mit Star Johnny Depp eine Kino-Hommage an eine von beiden geliebte TV-Serie aus den Jahren 1966-71 zu planen; in "Dark Shadows" (Warner Bros., 2013?) wäre J.D. der Vampir Barnabas Collins. Autor wird Seth Graham-Smith, mit dem Burton zurzeit als Produzent zusammenarbeitet - an "Abraham Lincoln: Vampire Hunter" (Premiere 2011 angepeilt), Regie führt dabei eventuell Koproduzent Timur Bekmambetov ("Wächter der Nacht"). (red)
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