Die Stationen der Nordkettenbahn liegen auf Platz drei der "faszinierendsten Bahnstationen weltweit"
Innsbruck - Bei der Innsbrucker Gemeinderatswahl 2006 war sie noch Wahlkampfthema: Die Innsbrucker SP wollte das "sinnlos teure Projekt" verhindern. Eine Bürgerinitiative sammelte 15.000 Unterschriften gegen die neue Bahn auf die Nordkette. Nützte damals alles nichts: Ex-Bürgermeisterin Hilde Zach stand felsenfest hinter dem Projekt.
Zaha Hadid gewann gegen Dominique Perrault das Architektenrennen um den Neubau. Siegreich war ihr Projekt wegen des "stadtnächsten Anschlusses". Eingestiegen werden kann nämlich gleich neben der Altstadt. 75 Jahre nach dem Bau der alten Hungerburgbahn entstaubte Hadid um mehr als 50 Millionen Euro die Bahn auf den Hausberg der Innsbrucker. Jetzt liegen die Stationen der Nordkettenbahn auf Platz drei der "faszinierendsten Bahnstationen weltweit", heißt es vom internationalen Tourismusportal tourism-review.com. Immerhin hinter Bauwerken wie Meinhard von Gerkams Berliner Hauptbahnhof oder dem Bahnhof in Kuala Lumpur aus dem Jahr 1910.
Auf die Plätze verwiesen wurden auch die Southern Cross Station in Melbourne, der Chhatrapati-Shivaji-Terminus in Mumbai oder der Bahnhof von Straßburg. Für die Juroren ähneln die Stationen auf die Nordkette "Eis- und Schneeformationen". Pannen gab's auch schon. Kurz nach der Eröffnung 2007 ist ein Teil der Eisformationen, Pardon, der Schalung, wieder abgebrochen. Und manchmal bleibt die neue Bahn noch stehen. (ver, DER STANDARD - Printausgabe, 30. Juli 2010)