Sekkante Wiener und dunkle Gewässer

29. Juli 2010 19:03
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    Foto: standard / corn

    Maja Osojnik tritt am Samstag im Congress Center auf.

Alternativer Carinthischer Sommer im Villacher Congress Center mit Volksliedern der anderen Art

Villach - So viel ist sicher: An Folklore mangelt es im sommerlichen Veranstaltungsprogramm in Kärnten nicht. Land auf, Land ab jede Menge Brauchtumsveranstaltungen mit einschlägigem Musikangebot, vom kleinen Dorfkirchtag bis hin zu Großevents wie der "Starnacht am Wörthersee" und der volkstümlichen (und mitunter durchaus volksdümmlichen) Open-Air-Schlager-Leistungsschau "Wenn die Musi spielt".

Da gilt es zu schunkeln und mitzuklatschen, wenn rituell nach irgendwem benannte Sterne besungen werden. Der Markenname Kulturland Kärnten erscheint in diesem Zusammenhang wie eine gefährliche Drohung. Mit Musik aus aller Welt zu demonstrieren, wie volksmusikalische Traditionen auf anspruchsvolle Weise zeitgenössisch bearbeitet werden können, hat sich heuer "cs_alternativ", die Alternativschiene des Carinthischen Sommers, als besondere Aufgabe ausgedacht.

Am Freitag treten die beiden Wienerliederneuerer Klemens Lendl und David Müller alias Die Strottern mit einer achtköpfigen Delegation der Jazzwerkstatt Wien im Villacher Congress Center an. "Elegant" heißt ihr gemeinsames Projekt. Wienerische Texte ("elegant, elegant samma söba / und sekkant und sekkant sowieso"), verpackt in klug komponierte Jazzvarianten. Manchmal mit einer gehörigen Portion Soul und beißenden Trompeten, dann wieder mit groovender Bassline oder bluesgetränkten Passagen.

Als Gastmusiker hat Strottern-Hälfte Klemens Lendl für zwei Titel des Albums der Maja-Osojnik-Band die Violine eingespielt: Das Album "Crne Vode" ("Black Waters" / "Schwarze Wasser") wird am Samstagabend im Congress Center präsentiert. Frontfrau Maja Osojnik, produktiver Szenewirbelwind zwischen Renaissancemusik und Hardcore, kam 1995 zum Flötenstudium nach Wien, "ihre Stadt", wie sie in einem 'Standard'-Interview einmal sagte. Und Slowenien sei ihr Land: Geboren wurde sie 1976 in Kranj nahe Lubljana, gleich auf der anderen Seite der Karawanken. Dort tönt die Volksmusik recht ähnlich wie diesseits der Grenze; schwere Kost mit melancholischer Grundstimmung und Breitseite.

Experimentierfreudig

Die Texte auf "Crne Vode", die aus dem Leben verschiedener Personen erzählen, stammen entweder von der experimentierfreudigen Vokalistin selbst, von slowenischen Dichtern oder sind slowenischen Volksliedern entnommen. Diese versetzt sie mit experimentellem Jazz, Chansons oder elektronischen Elementen - zwischendurch klingen rockige Tendenzen durch. (Benjamin Koffu / DER STANDARD, Printausgabe, 30.7.2010)

 

Congress Center Villach:
Die Strottern, 30. 7.,
Maja Osojnik, 31. 7.
Jeweils 20 Uhr

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